Leibspeisen mit Tradition

Knödel selber machen: Rezepte von herzhaft bis süß

Klöße oder Knödel – selber machen lohnt sich bei dieser traditionellen Leibspeise: Kreative Ideen zur Hauptspeise und zum Dessert.

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Knödel selber machen

Variante beim Knödel-Selber-Machen: Füllen Sie Topfenknödel mit Erdbeeren statt Aprikosen.

Rund, lecker und perfekt geeignet, um die köstliche Bratensauce aufzusaugen – Knödel sind die ideale Beilage für so ziemlich jeden Sonntagsbraten. Sie lassen sich nahezu unendlich variieren. Die bekannteste Variante ist dabei sicher die Ausführung „Halb und Halb“ – nicht zuletzt, weil sie im Supermarkt überall als Fertigmischung erhältlich ist. Mit Retortenknödeln zum Aufkochen ist es für richtige Knödelfans aber nicht getan. Wenn Sie wenig Zeit haben, greifen Sie mindestens zu einem guten, fertigen Knödelteig. Aber spätestens, wenn Sie Gäste erwarten, hinterlassen Sie mit selbstgemachten Knödeln einen besseren Eindruck – riskieren Sie keinen Punktabzug wie beim „Perfekten Dinner“. Von herzhaft bis süß: Knödel selber machen schaffen Sie mit links.

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Welche Arten von Knödeln gibt es?

Die bekannteste Variante besteht bei uns aus Kartoffeln. In Süddeutschland, Österreich und Osteuropa kommen vermehrt Varianten mit Quark oder Hefe auf den Tisch.
Eine kleine Knödelkunde:
  1. Kartoffelklöße: Bestehen aus geriebenen rohen, oder gekochten und zerstampften Kartoffeln. Zur besseren Bindung wird dem Teig Ei zugegeben. Die bekanntesten Vertreter sind Thüringer Klöße und Schlesische Klöße.
  2. Semmelknödel: Je nach Form entweder als Kloß oder Serviettenknödel serviert, bietet diese Sorte eine gute Möglichkeit alte Brötchen vom Vortag genussbringend zu verwerten. Mit Speck, Röstzwiebeln oder Spinat ergeben sich herzhaft-leckere Kombinationen, die insbesondere in Bayern hoch im Kurs stehen.
  3. Grießklößchen: Aus gemahlenem Weich-oder Hartweizengrieß gemacht, sind Grießklößchen (oder Grießnockerln, wie sie in Österreich genannt werden) eine beliebte Suppeneinlage.
  4. Topfenknödel: Quark, Topfen genannt in Österreich, ist die Grundlage für die wohl bekannteste süße Knödelvariation: Marillenknödel. Ideal als Dessert.
Das ist natürlich nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus der Welt dieser kugeligen Spezialität. Auch die mehllastigen Dampfnudeln gehören zur Knödelfamilie. Marianne Zunner stellt in ihrem Buch „Knödel & Co.: Runder Genuss von Klassik bis Kult“ viele weitere köstliche Variationen von Deutschland bis Osteuropa vor.

Knödel als deftige Beilage oder süße Knödel zum Dessert

Zwar hat sich das klassische Bild „Schweinebraten mit Knödel“ auf Speisekarten und Sonntagstafeln festgesetzt, doch eignen sich die runden Teiglinge auch fabelhaft als süßes Dessert. Gefüllt mit Aprikosen als „Marillenknödel“ oder mit Zwetschgen als "Zwetschgenknödel" sind sie nicht nur in Bayern und Österreich sehr beliebt – beim Discounter gibt es Marillenknödel zuweilen sogar aus der Tiefkühltruhe. Haben Sie gerade frische Aprikosen zur Verfügung, probieren Sie die Marillenknödel aber einfach einmal selbst aus. In einer Mischung aus Zimt, Zucker und gemahlenen Mandeln sind sie einfach unwiderstehlich.

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Knödel selber machen – Grundrezepte

Zutaten: Teig für Kartoffelknödel (etwa 10 Stück)

  • 700 g Kartoffeln (mehlig, gekocht)
  • 60 g Kartoffelmehl (Alternativ Speisestärke)
  • 2 Eigelb
  • 30 g Butter (zerlassen)
  • Salz und Muskat nach Geschmack

Zubereitung

Die gekochten Kartoffeln abgekühlt durch die Kartoffelpresse geben, mit den übrigen Zutaten gut vermengen (manuell oder mit der Küchenmaschine) und aus der gleichmäßigen Masse bis zu 10 Knödel formen. 15 Minuten in gesalzenem Wasser ziehen lassen und servieren. Perfekt zum Braten.

Zutaten: Teig für Topfenknödel (10 Stück kleine Knödel)

  • 250 g Quark
  • 50 g Butter (zerlassen)
  • 125 g Mehl
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
Falls Sie eine Füllung wünschen:
  • 10 gewaschene Aprikosen oder Zwetschgen

Zubereitung

Alle Zutaten gründlich zu einem glatten Teig vermengen, Knödel formen und mit oder ohne Füllung für 10 Minuten in leicht kochendem Wasser garen. Wenn Sie die Knödel füllen, drücken Sie einfach vor dem Kochen eine gewaschene entsteinte Aprikose oder Zwetschge in die MItte des Knödels. Schmeckt gut mit Vanillesauce und frischem Obst.

Klöße vom Vortag übrig? Machen Sie ein Abendessen draus!

Manchmal ist das Auge einfach größer als der Magen. Da bleibt von der Beilage mehr übrig als gedacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Beilagen bereiten Sie übriggebliebene Knödel am nächsten Tag einfach noch einmal als Snack oder deftiges Abendbrot zu: In fingerdicke Scheiben schneiden und in Butter golden anbraten. Braune Butter und frische Petersilie drüberstreuen – fertig ist eine weitere leckere Knödelmahlzeit.

Knödeltopf

Julia Pidoll

von

Julia Pidoll ist Weltenbummlerin und leidenschaftliche Genießerin. Auf eKitchen berichtet sie über Exotisches, Neues und auch Altbewährtes, rund um Genuss aus der Küche.