Smart Home-Assistentin Alexa:

Wenn das Web 4.0 Ihnen in Ihrer Küche hilft

Amazon bietet mit dem Gerät Echo und dessen Sprachsteuerung Alexa einen Assistenten für zuhause. Was leistet das System rund um den Herd?

Datum:
amazon_echo Sprachbox

Alexa heißt die Sprachsteuerung des Assistentenz-Geräts Echo. Fehlt etwas in der Küche – dann sprechen Sie einfach mit Alexa.

Laut Amazon war der Bordcomputer des Raumschiffs Enterprise das Vorbild für das Gerät Echo. Da kommen alte Erinnerungen hoch. Die Ähnlichkeit zum damals futuristischen Vorgänger ist unverkennbar: Sowohl der Echo als auch sein Bruder, der Echo Dot, funktionieren per Spracherkennung, beantworten Fragen und übernehmen Steuerungsaufgaben. „Alexa“ heißt dabei die akustische Oberfläche, mit der der Nutzer redet. Ob das für Ihren Haushalt und Ihre Küche von Nutzen ist, probieren Sie am besten selbst. Denn eine wesentliche Eigenschaft von Alexa ist, dass sie nur durch Zusatzsoftware hinzulernt.

Wer ist Alexa?

Alexa, die Assistentin, die vielleicht bald Ihre Küche mitsteuert, kommt im Körper einer 24 Zentimeter hohen Box namens Echo (Durchmesser: 8,5 Zentimeter), die wie ein Bluetooth-Lautsprecher aussieht. Ihr drehbares Oberteil regelt die Lautstärke, in der Alexa spricht, ihr Unterteil ist ein 360-Grad-Lautsprecher. Ruft man Alexa beim Namen (wahlweise auch mit „Computer“, „Amazon“ oder „Echo“), aktiviert der Echo sieben Mikrofone, die die Raumgespräche belauschen. Da Alexa per W-Lan ständig mit dem Internet verbunden ist, oder per Bluetooth mit anderen Geräten, erledigt sie auf Anfrage für ihren Benutzer alle möglichen Aufgaben, für die dieser sein Smartphone oder Tablet nicht mehr zücken muss: recherchieren, organisieren, steuern, online einkaufen, Musik spielen. Der Preis: 179,99 Euro. Außer im Körper des Echo ist Alexa auch in demjenigen des kleineren Echo Dot (54,99 Euro) zu haben. Der Sound des Echo ist nämlich noch ausbaufähig, und der Dot lässt sich mit der eigenen Stereoanlage oder sonstigen Endgeräten verlinken. Kleiner Nachteil: Echo und Echo Dot funktionieren nur über ein Kabel.

Was kann Alexa?

Nach Werkseinstellung beantwortet Alexa Wissensfragen, verwaltet den Terminkalender, spielt Musik, ruft Wetter- und Verkehrsinformationen ab, steuert mehrere Wecker und Timer und liest die Nachrichten vor. Auch mit smarten Küchengeräten kann ihr Besitzer sie sogleich verbinden, damit sie deren Steuerung übernimmt. Für ihre Arbeit ist Alexa mit Diensten wie Amazon Music, Spotify, TuneIn und anderen verbunden. Wünscht man sich ein wenig mehr Einsatz, vor allem in Sachen Smarte Küche, lädt man über die Alexa-App sogenannte „Skills“ herunter. Derzeit gibt es die Skills Magenta SmartHome, Philips Hue, Innogy Smart Home, Tado, NetAtmo Energy, iO Broker Smart Home, Homee, Yelight und Home Connect Ofen für Siemens und Bosch, mit denen Alexas Eigentümer die jeweiligen Geräte, die nach diesen Systemen arbeiten, in den Griff bekommt. „Alexa, schalte die Kaffeemaschine ein“ und „Stell den Umluftherd auf 120 Grad“ werden so zum praktischen Alltag. Auch einen Abfallkalender, einen Fleckenentferner und eine verbesserte Einkaufsliste gibt es schon zum Herunterladen.

Auf dem Weg zur perfekten Assistentin

Das Schöne ist: Amazon aktualisiert Alexa ständig, sowohl was die Spracherkennung als auch die Skills betrifft. Je mehr Partner sich ihr anschließen, desto mehr bietet sie ihrem Besitzer. Momentan bestellt Alexa zum Beispiel Lebensmittel für die Küche, so wie alle Waren, fast nur via Amazon. Doch in Deutschland hat sich Real angeschlossen, und so wachsen Einkaufsmöglichkeiten und Angebotsvielfalt langsam. In den USA entsteht außerdem gerade eine neue Alexa-Version, die verschiedene Stimmen zu unterscheiden weiß. So können zum Beispiel Kinder nicht mehr unkontrolliert Waren bestellen, sondern Alexa fragt nach einem Elternteil. Auch das Telefonieren und Simsen lernt Alexa gerade.

Alexa und persönliche Daten

Kritiker bemängeln an Alexa und dem Echo, dass alle Gespräche, die der Benutzer mit dem Gerät führt, in der Amazon-Cloud landen und dort gespeichert bleiben. Diese Aufnahmen lassen sich vom User zwar löschen, doch sinkt damit die Qualität der Spracherkennung. Dass Alexa ungewollt alles mithört, was gar nicht für sie gedacht ist, und womöglich sogar als FBI-Instrument agiert, stimmt so allerdings nicht. Schließlich hat sie einen „Stumm“-Knopf auf der Oberseite, der ihre Mikros ausschaltet. Und auch den Stecker zu ziehen, ist schließlich möglich – was viele vergessen und was an Alexa letztlich doch eine ganz klassische, gute Eigenschaft ist.
Isabel Winklbauer

von

Kochen als Lieblingswissenschaft