Neues Unternehmen

Lidl kümmert sich zukünftig auch um Müllentsorgung

Lidl-Mutterkonzern macht dem Grünen Punkt Konkurrenz. Die Schwarz-Gruppe gründet ihr eigenes duales System und will sich um ein Zehntel des deutschen Handelsmülls kümmern.

Datum:
Lidl Abfall

Lidl kümmert sich bald selbst um den eigenen Müll.

Die Schwarz-Gruppe aus Heilbronn, der Mutterkonzern des Discounters Lidl, traut sich als erstes Handelsunternehmen an die Abfallentsorgung. Bisher gibt es neun Systeme, die sich um die Abholung, Sortierung und Verwertung von Abfällen, die in der Industrie anfallen, kümmern. Am bekanntesten ist die Firma DSD (Duales System Deutschland GmbH), die die Markenrechte am Grünen Punkt besitzt. Im Sommer 2018 übernahm die Schwarz-Gruppe die Firma Tönsmeier aus Porta Westfalica (NRW), der fünftgrößte private deutsche Entsorger. Jetzt gründet die Schwarz-Gruppe ihr eigenes duales System mit dem Namen „PreZero Dual GmbH“ und deckt zukünftig die komplette Abfallkette von Discounter-Kette Lidl ab.

Lidl verantwortlich für zehn Prozent Müll

Es wird geschätzt, dass ungefähr ein Zehntel des Verpackungsmülls im deutschen Handel von Lidl stammt. Die Entsorgung übernimmt zur Zeit noch die Kölner Firma Interseroh. Bisher Lidl zahlt im Jahr wohl um die 70 bis 80 Millionen Euro für die Organisation von Eigenmarken-Verpackungsmüll. Erst ab 2020 nimmt PreZero seine Arbeit voll auf, denn solange dauert es noch bis alle Zulassungen vorliegen. Konkurrent Aldi soll bisher noch keine ähnlichen Pläne haben.

Lidl mit eigener Müllentsorgung

Grund für die Entscheidung zum eigenen Entsorgungs-Unternehmen ist eine Regeländerung, die ab 2019 in Kraft treten soll. Diese besagt, dass eine objektive Instanz Einblick in die Daten zur Müllmenge der Industrie, des Handels und der dualen Systeme erhält und so Betrüger unter den Systembetreibern erkennt und aussortiert.