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Craftbeer: Das eigene Bier zu Hause brauen

In den USA schießen Craftbeer-Brauereien wie Pilze aus dem Boden. Rund 4.000 der kleinen Mikrobrauer gibt es mittlerweile, die auf einen stolzen Marktanteil von 8 Prozent kommen. Auch in anderen Erdteilen brauen immer mehr Liebhaber ihre Biere selbst. Mit smarten Bierbrau-Automaten für zu Hause soll das ganz einfach gehen.

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Minibrew Bierautomat in der Küche

Der Minibrew-Brauautomat soll um die 2.000 Euro kosten.

Der Hype um Craftbeer setzt sich auch in der maschinellen Welt fort, nicht mehr nur in der Explosion der Geschmacksrichtungen und Unzahl an kleinen Minibrauereien. US-Anbieter wie Picobrew haben bereits erste Maschinen auf den Markt gebracht, die anspruchsvolleren Hobby-Brauern das Vergnügen nach Hause bringen. Allerdings muss der Käufer einiges beim Brauen beachten und viel Zeit und Geld investieren. Mit 2.000 US-Dollar ist der Spaß nicht gerade günstig, aber dafür braut man das eigene Bier zu Hause. Genauso wie man Kaffee zubereiten kann, ohne in ein Café rennen zu müssen.

Minibrew: Start-up aus Holland

Der Trend zur Miniaturisierung macht auch hier nicht Halt. Natürlich versuchen die Bierautomaten-Anbieter ihre Maschinen noch kompakter, einfacher in der Bedienung und günstiger zu gestalten. Einer dieser Anbieter ist das holländische Start-up Minibrew.
Minibrew Größe

Die Minibrew ist etwas größer als ein Kaffeeautomat.

Sie planen die Anschaffung eines Bierbrau-Automaten, der alles selbst übernimmt? Man muss lediglich wie bei einem Drucker statt Tintenpatronen fertige Nachfüllpacks für rund 15-20 Euro kaufen. Das Brauen selbst dauert rund 3-4 Stunden, das anschließende Fermentieren eine Woche bis mehrere Monate, je nach Rezeptur. Am Ende hat der Käufer sein selbst gebrautes Bier. Minibrew bietet hierzu einen sogenannten „Keg“ an, der fünf Liter Bier enthält. Also genügend für einen kurzweiligen Abend mit Gästen.
Der Bierautomat braucht einen Wasserzu- und -ablauf, um beim Brauen entsprechend gekühlt zu werden. Die ganze Anlage wiegt rund 8 kg, die Maße betragen 28x55x43 cm. Beim Stromverbrauch werden 12 Watt benötigt. Und WLAN hat die Bierkiste auch!

Vernetzte Biermaschine

Ein Clou ist – wie sollte es in diesen Zeiten auch anders sein – die Vernetzung der Maschine. Der Käufer kann den Brauvorgang über eine Smartphone-App anstoßen, individualisieren (Alkoholgehalt, Farbe, Bitterkeitsgrad) und überwachen. Der Automat wird hierzu mit dem Hausnetz verbunden. Er spricht nicht nur mit dem Besitzer, sondern bekommt seine Brauanweisungen vom Hersteller übermittelt.
Minibrew App

Die Smartphone-App ermöglicht das Feinjustieren des Alkoholgehalts, der Farbe, des Bitterkeits- und Süßegrads.

Eine weitere Idee von Minibrew ist nicht so neu, denn auch Picobrew – der Markführer in diesem Bereich – bietet das bereits an: Eine Art Marktplatz für Minibrauereien und Hobbybrauer soll entstehen, worüber sich die Kunden dann ihre Sorte aussuchen und anschließend bewerten. Minibrew wird, wie Picobrew, die notwendigen Zutaten paketieren und verschicken. Der Kunde muss dann nur noch das Paket in den Automaten stellen und den Brauvorgang starten.

Fazit

Mit knapp unter 2.000 Euro ohne Versandkosten ist Minibrew kein günstiger Spaß. Minibrew plant, seine Maschine im zweiten Quartal 2016 auf den Markt zu bringen. Massenmarkttauglich ist das noch nicht. Für ernsthafte Interessenten dürfte aber eine andere Frage besonders wichtig sein: Wie schmeckt das zu Hause gebraute Craftbeer? Wenn es die Geschmacksnerven nicht streichelt, kann Minibrew wieder einpacken. Die eigentlichen Mikrobrauereien müssen auch keine Angst haben. Sollte es tatsächlich mit den kleinen Bierbrau-Automaten zu Hause klappen – auch preislich –, haben sie einen weiteren Absatzkanal.
Mit dem Aufkommen von Bierautomaten entsteht ein völlig neuer, rosiger Markt für all die kleinen Brauereien und solventen Bierliebhaber. Sollte der Preis dieser Automaten spürbar sinken, wird es richtig spannend!

Heimbrauen für Zuhause

Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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