Haushaltsroboter

Aussterbende Barkeeper: Übernehmen Roboter den Job?

Maschinen sollen laut Zukunftsforschern immer mehr menschliche Arbeit ersetzen. Wo gehen all die Frustrierten hin? In die Bar? Was aber, wenn der Barkeeper eine Maschine ist?

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Drink-S Servierroboter

So sieht ein Gewinner beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ aus: Drink-S Servierroboter.

Was soll das im Bild sein? Ein Roboter, der Getränke serviert? Ein Barkeeper, der wie die Wäschetrommel einer ausrangierten Miele-Waschmaschine aussieht? Der soll etwa das Bier zapfen, einen leckeren Cocktail mixen und letztlich den Job von Barkeepern übernehmen? Außerdem, wer unterhält sich schon gerne mit einer Wäschetrommel?
Nein, so ganz ist das nicht wahr! In der Tat sehen wir hier einen waschechten Servier-Roboter. Hinter dieser bezaubernden, metallisch-rundlichen Getränke-Servier-Maschine namens „Drink-S“ stehen die beiden 19-jährigen Auszubildenden Alexander Brehl und Saber Kaygusuz aus dem fränkischen Oberasbach (Nürnberg). Die beiden wollten keine Maschine bauen, die einen Barkeeper ersetzt. Es war viel einfacher und naheliegender: Sie wollten einen Haushaltsroboter bauen!

Haushaltsroboter

Warum muss man immer aufstehen, wenn man Videospiele zockt und Durst hat? Mama macht das nicht mehr, Papa sowieso nicht. Also muss – der in uns ruhenden Faulheit sind viele Erfindungen zu verdanken – eine Art rollender R2D2 her, der idealerweise Getränkeflaschen enthält, die man auf Knopfdruck in einem Trinkbecher serviert bekommt.
Das mit dem auf der faulen Haut liegen war dann wohl endgültig vorbei, als die beiden zur Tat schritten. Sie baten ihren Kumpel Timo Wilfling um Mithilfe, der die Software dazu schreiben musste. Heraus kam eine per WLAN fernsteuerbare Wäschetrommel, die genau das macht: Getränke auf Knopfdruck servieren. Exakt fünf Flaschen Cola, Fanta und Sprite passen zusätzlich zu den Trinkbechern hinein. Lohn der Mühe? Sie machten den zweiten Platz im mittelfränkischen Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“. Glückwunsch! Das Trio will sich an eine zweite Version machen, die zusätzlich Gläser abspült und Getränke beliebig mischt.
In der Tat würden sich viele freuen, wenn eine günstige und robuste Maschine die Getränke aus dem Kühlschrank bringen könnte. Auch das eine oder andere leckere Dessert? Haushaltsroboter klingen immer noch nach Zukunftsmusik. Aber nicht nur die Japaner setzen alles dran, diese Musik im Jetzt erklingen zu lassen. Ob unsere jungen Forscher weiterkommen werden?

Früh übt sich, wer groß hinaus will

Die mixenden Cocktailarme

Die mixenden Cocktailarme des Makr-Shakr-Roboters.

Es mag sein, dass wir uns nicht vorstellen können, warum eine fahrende Wäschetrommel waschechte Barkeeper ersetzen sollte. Schauen wir uns daher an, was die großen Jungs machen. Eine italienische Firma namens „Makr Shakr“ – der Name ist Programm – entwickelt Cocktail-Roboter. Die selbstständig auf Bestellung des Gastes (natürlich per Smartphone-App) jeden noch so ausgefallenen Wunsch erfüllen. Solange die Getränke parat sind. Eines können sie faktisch nicht: Zuhören!
Wo die Roboter zu bewundern sind? An Bord von zwei großen Kreuzfahrtschiffen, die auf die wohlklingenden Namen „Anthem of the Seas und „Quantum of the Seas“ getauft wurden. Sollte jemand eine Reise tun: Die Roboter-Keeper sind in der „Bionic Bar“ zu finden.
Müssen Barkeeper nun bangen oder nicht? Michael Bayley, Chef der Reederei Royal Caribbean: „Es ist nur ein Spaß, von dem unsere Kunden begeistert sind. Für einen größeren Einsatz sind die Roboter viel zu teuer.
Wir sehen lediglich erste Ausläufer dieser Entwicklung. Maschinen können Cocktails, das steht fest. Sicher nicht mit Liebe und dem sozialen Hörorgan eines Barkeepers. Trotz all dem Spaß, den wir schmunzelnd den frühen Modellen und Gehversuchen gönnen, eines ist klar: Haushaltsroboter werden in einer alternden Gesellschaft mit Sicherheit auf sehr großes Interesse stoßen, nicht nur bei jungen Käuferschichten, die an der Xbox oder PlayStation kleben. Auch in gastronomischen Bereichen werden wir über die Jahre eine Zunahme von Küchenrobotern sehen. Bis zu hin zu den Barkeepern.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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