Viel Platz auf dem Rost

Ohne Kohlenstaub: Der Elektro-Tischgrill WMF Lono im Test

Ein elektrischer Tischgrill ist in Nullkommanichts einsatzbereit für das große Grillvergnügen. Ob auch der WMF Lono Tischgrill die Gäste glücklich machen kann, hat eKitchen-Autor Gerald Sinschek ausprobiert.

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WMF Lono Tischgrill Stimmung

Gemüse, Fisch, Fleisch: Mit dem Lono Tischgrill von WMF lässt sich alles direkt vor dem Teller zubereiten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der WMF Lono Tischgrill ist ein schickes Teil, das Fleisch und Gemüse ordentlich anfeuern kann. Die maximale Hitze auf der großen Fläche ist voll ausreichend für ein schönes Branding und schnelle Garvorgänge. Unter freiem Himmel lässt sich der Grill uneingeschränkt nutzen, am Esstisch in der Wohnung hingegen muss man kompromissbereit sein. Ich vermisse einen On-/Off-Schalter für sicheres Handling und die zweifellos elegante, aber nicht immer gut sichtbare Betriebsleuchte wäre in blau oder rot besser zu erkennen.

Pro

  • Sehr schick
  • Gute Hitzeentwicklung
  • Große Grillfläche
  • Schönes Branding möglich

Kontra

  • Kein Ein-/Aus-Schalter
  • Grillfläche per Hand mühsam zu reinigen
  • Betriebsleuchte in heller Umgebung schlecht zu erkennen

WMF Lono Tischgrill

Laue Temperaturen, eiskaltes Bier und gut gekühlter Weißwein sind die Zutaten für einen perfekten Grillabend. Einer muss leider immerzu am Grill stehen, um den Garzustand von Fleisch und Gemüse zu checken. Mit dem elektrischen Tischgrill WMF Lono (aktuell 99 Euro anstatt 109,99 Euro) kann die ganze Runde hingegen gemütlich beisammen sitzen, niemand muss permanent zum Wenden und Kontrollieren aufspringen. Dieser Vorzug soll sowohl indoor wie outdoor funktionieren.

Heiße Rippen: Der WMF Lono Tischgrill

Schick ist der Tischgrill auf jeden Fall und damit passt er sehr gut selbst auf einen festlich gedeckten Tisch. Nur 7,5 Zentimeter hoch und mit mattiertem Edelstahl verkleidet, geht er beinahe als Tischdekoration durch. Die vollständig gerippte Grillfläche – es gibt auch eine Version mit dem Verhältnis 2/3 gerippt, 1/3 plan – ist aus Aluguss gefertigt und mit einer Antihaftbeschichtung versiegelt. Das Heizelement des auch für die Spülmaschine geeigneten Teils ist fest integriert. Zur Mitte hin besteht ein leichtes Gefälle, damit Fett und Wasser schnell ablaufen. Das soll verhindern, dass aus dem Grillen ein Kochen der Lebensmittel wird. Die Grillfläche fällt mit 27x41 Zentimeter sehr groß aus. Darunter befindet sich eine herausnehmbare Auffangschale aus Edelstahl. Rechts ist das Bedienelement eingesteckt, das den Grill in fünf Stufen mit bis zu 2.000 Watt aufheizt. Ein Ein-/Aus-Schalter ist nicht vorhanden, die Betriebsleuchte ist als weißes Rundum-LED-Licht um den Drehknopf ausgeführt. Das dicke ummantelte Stromkabel ist mit zwei Metern Länge sehr üppig dimensioniert.

Galerie: Der Elektro-Tischgrill WMF Lono im Test

So grillt der Tischgrill Fleisch und Gemüse

Heiß muss sich ein Elektrogrill justieren lassen, sonst wird Fleisch unansehnlich grau und zäh, Gemüse blass und schrumpelig. Nach gründlichem Abwasch soll ich den Grill fünf Minuten auf höchster Stufe vorheizen: Da ein separater Betriebsschalter fehlt, heizt das Gerät sofort nach Einstecken des Kabels los. Leider ist in heller Umgebung die weiße Betriebsleuchte um den Drehknopf kaum zu erkennen. Das finde ich nicht optimal.
Endlich kann ich unterschiedlich mariniertes Gemüse wie Pilze, rote Spitzpaprika, Zucchini, Karotten und zwei nicht zu dünne Nackensteaks bei Heizstufe 4,5 auflegen. Es zischt ordentlich – ein gutes Zeichen. Wasser tritt praktisch nicht aus. Nach etwa fünf Minuten wende ich die Grillauflage: Fleisch wie Gemüse haben ordentliche „Brandmale“ und sehen sehr gut aus. Nach dem Wenden fängt das Fleisch ordentlich an zu qualmen, aber ein Dimmen der Temperatur kommt nicht infrage. Gut, dass ich den Grill unter freiem Himmel aufgebaut habe. In der Wohnung würde diese Qualmwolke den Gästen eher nicht gefallen. Außerdem lassen sich – wenn auch wenige – Fettspritzer trotz des guten Fleisches aus dem Fachbetrieb nicht vollständig vermeiden. Die Tischdecke auf dem Esstisch bräuchte eine sehr gründliche Reinigung.
Als auch die zweite Seite der Zutaten nach fünf Minuten gebräunt ist, nehme ich die Sachen vom Grill: Alles sieht toll aus und schmeckt super – Test mit Bravour bestanden.

Geht auch Bratwurst?

Und wie steht es mit der Deutschen liebster Grillauflage, der Bratwurst? Mit zwei etwa 2,5 Zentimeter dicken Würschteln mache ich den Test bei reduzierter Temperatur auf Stufe 4: Da die Auflagefläche sehr klein ist, dauert es ewig. Weder direkt auf der Riffelfläche, noch über der gelochten Ablauffläche will die Wurst gleichmäßig Farbe annehmen. Nach rund 40 Minuten und stellenweise aufgeplatzter Pelle ist meine Geduld am Ende, die beiden Würste kommen herunter: Zwar ist die Innentemperatur mit knapp über 60 °C ok, die Bräunung aber sehr bescheiden. Das funktioniert also nicht wirklich.
Nach der Grillerei kommt leider immer die große Putzaktion. Zwar ließe sich die Grillplatte mitsamt des integrierten Heizstabes in den Geschirrspüler stecken, ich probiere aber den (vermeintlich) schnellen Handabwasch: Die zahlreichen kleinen, rechtwinkligen Rippen fordern jedoch eine sehr, sehr gründliche Arbeit. Jetzt zeigt sich trotz sorgsamster Behandlung natürlich mit hölzernem Grillbesteck und ohne scharfen Topfschwamm eine kleine Stelle am oberen Rand der Grillfläche, an der die Beschichtung bereits abblättert.

WMF Lono Tischgrill

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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