Kaffee in vollendeter Form

Vibiemme Domobar Inox: Der Espresso-Klassiker im Test

Ein perfekter Espresso gefällig? Mit der Siebträgermaschine Vibiemme Domobar Inox soll das in nur wenigen Sekunden möglich sein. eKitchen hat das edle Teil getestet.

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Vibiemme Domobar Inox

Ein echter Hingucker: Die stylishe Espressomaschine Vibiemme Domobar Inox macht optisch einiges her und passt gut in jede Küche.

Seit über dreißig Jahren sind die komplett aus hochwertigem Chrom gefertigten Siebträgermaschinen von Vibiemme in ihrer Bauweise unverändert und sollen dennoch auf einer Stufe mit professionellen Gastro-Maschinen von heute stehen. Mit 850 Euro Anschaffungskosten und glänzendem Edelstahl-Design kommt das Modell Vibiemme Domobar Inox den Profi-Geräten zumindest preislich und optisch schon einmal sehr nahe. Doch kann die Maschine auch mit Qualität glänzen? Wir haben es für Sie getestet.

Auf den ersten Blick

Nach dem Auspacken macht das Gerät sofort einen hochwertigen Eindruck und ist dank der Retro-Optik ein Blickfang in jeder Küche. Neben einem großen und robust wirkenden Brühkopf mit abnehmbarem Siebträger und einem Hebel zum Dosieren des Espressos verfügt die Vibiemme Domobar Inox über eine schwenkbare Aufschäumlanze mit Dampfventil und Manometer zur Anzeige der Dampfdruckstärke.
Insgesamt gibt es drei Kippschalter: Einen An-/Aus-Schalter, einen zum Aufladen des Dampfdrucks und einen für heißes Wasser. Die Abstellfläche mit integrierter Auffangschale ist sehr großflächig geschnitten und lässt sich bequem mit einem Handgriff herausziehen und wieder einsetzen. Als weiteres Zubehör liefert der Hersteller einen zweiten Siebträger mit zwei Ausläufen sowie einen Tamper zum gleichmäßigen Glattstreichen des Kaffees im Sieb mit.

Time for coffee: Zeit für einen Espresso

Wie jeder Kaffeeautomat benötigt auch die Vibiemme Domobar Inox zunächst Wasser. Unter dem leicht entnehmbaren Deckel befindet sich ein Wasserbehälter mit zwei Schläuchen. Hinweis: Der Tank muss immer mindestens so hoch gefüllt sein, dass die beiden Schläuche in das Wasser eintauchen. Nach dem Anschalten ist die Maschine binnen kurzer Zeit einsatzbereit, sobald das rote Lämpchen rechts neben dem Brühkopf erlischt und so signalisiert, dass die Vorheizphase abgeschlossen ist.
Jetzt müssen Sie nur noch einen gehäuften Löffel Kaffeepulver in das Sieb füllen, mit dem Tamper gleichmäßig verteilen und den Siebträger am Brühkopf festdrehen. Tipp: Bevor Sie den Siebträger montieren, betätigen Sie kurz den Handhebel und lassen etwas Wasserdampf ab – das reinigt die Maschine und führt zu einem noch aromatischeren Kaffeeerlebnis. Schließlich stellen Sie eine Tasse unter den Auslauf des Siebträgers und drücken den Hebel erneut nach unten. Um den Auslauf zu stoppen, müssen Sie den Handhebel einfach wieder nach oben drücken.
Manometer

Retro-Look: Während des Brühvorgangs zeigt ein integriertes Manometer den Pumpendruck an.

Und was ist mit Milchschaum?

Um Milch aufzuschäumen, verwenden Sie die Aufschäumlanze, in Fachkreisen auch Panarello genannt. Damit die Düse auch ordentlich Dampf macht, müssen Sie den Druck zunächst aufladen. Hierzu einfach den dafür vorgesehenen Kippschalter umlegen und warten, bis die Anzeige des Manometers 12 Bar anzeigt. Vor dem Aufschäumen noch kurz Wasserdampf ablassen, damit kein Wasser in die Milch gelangt und sich möglicherweise auf den Geschmack auswirkt.
Wenn die Bahn frei ist und kein Wasser mehr aus der Düse kommt, können Sie aufschäumen. Achtung: Das Gerät heizt sich sehr stark auf. Selbst am Gummigriff der Aufschäumlanze besteht Verbrennungsgefahr.
Das Dampfventil wird zwar nicht heiß, reagiert aber äußerst empfindlich und hat ordentlich Power. Daher sollten Sie hier lieber erst einmal etwas weniger Dampf kommen lassen, um nichts zu verschütten. Am besten kippen Sie die kalte Milch zum Aufschäumen bereits im Vorwege in ein kleines Kännchen. Wichtig: Die Düse in die Milch tauchen und warten bis kleine Bläschen entstehen. Die Milch wird sehr stark erhitzt, es ist also ratsam, das Kännchen am Griff anzufassen.
Unser Test hat gezeigt, dass es durchschnittlich 20 Sekunden dauert, bis aus der Milch ein cremiger Schaum wird. Rückstände am Panarello sollten Sie immer sofort abwischen, da die Milch aufgrund der Hitze sehr schnell antrocknet. Tipp: Den Siebträger immer erst vollständig abtropfen und abkühlen lassen, ebenso wie das gesamte Gerät. Auch Fingerabdrücke auf der Edelstahloberfläche sowie die Auffangschale besser erst säubern, wenn keine Verbrennungsgefahr mehr besteht – etwa nach zehn Minuten.

Fazit: Espresso fast wie vom Profi

Der Hersteller hat definitiv nicht zu viel versprochen: Die Vibiemme Domobar Inox zaubert in Sekunden einen leckeren Espresso mit einer perfekten Crema und einem herrlichen Kaffeearoma. Das liegt nicht zuletzt an der leistungsstarken Düse und dem hochwertigen Brühkopf.
Von hoher Qualität ist auch die gesamte Verarbeitung und Konstruktion der Siebträgermaschine, sodass das Gerät nicht nur geschmacklich an der Grenze zum Profigerät kratzt. Vor allem die großzügige Abtropffläche ist sehr praktisch und auch einfach wieder zu reinigen. Zudem ist die Traditionsmaschine sehr leicht zu bedienen.
Ein paar dunkle Flecken trüben das gute Bild: Die glänzende Edelstahl-Optik ist zwar hübsch anzusehen, zieht aber auch Fingerabdrücke magisch an. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Vibiemme während der Verwendung sehr heiß wird und sich der Hobby-Barista schnell verbrennen kann – insbesondere am äußeren Rand der Maschine.
Dennoch überzeugt das geschmackliche Ergebnis und für Genießer, die großen Wert auf hohe Qualität legen und dazu auch bereit sind, etwas mehr auszugeben, ist die Vibiemme Domobar Inox zu empfehlen. Auch wenn Sie dafür den guten Markennamen mitbezahlen müssen.
Malte Betz

von

Der Hamburger geht den Sachen gerne auf den Grund. Was ist das? Wie funktioniert es? Und wer braucht das überhaupt? Verständliche Antworten darauf bilden für den Familienvater und freien Journalisten den Kern des guten Verbraucher-Journalismus.

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