Kaffeepause auf Knopfdruck

Miele CM 6310: Test des schicken Kaffeevollautomaten

Der Kaffeevollautomat CM 6310 von Miele kann zahlreiche Kaffeespezialitäten zubereiten. Ist er die perfekte Maschine für Latte Macchiato und Co.? eKitchen-Autor Gerald Sinschek hat das Gerät ausprobiert.

Datum:
Miele CM 6310 Latte Macchiato

Sieht gut aus: Latte Macchiato aus dem Kaffeevollautomaten CM 6310 von Miele.

Der perfekte Kaffeevollautomat bereitet Köstlichkeiten zu wie die Lieblings-Kaffeebar um die Ecke. Ob der CM 6310 von Miele für rund 1.200 Euro das auch kann? Mal sehen: Auf Knopfdruck soll eine perfekte Crema auf dem duftenden Espresso schwimmen und der aufwendige Latte Macchiato will mit sauber getrennten Schichten punkten. Doch zunächst ein paar Informationen zur Ausstattung des Geräts.

Das steckt im CM 6310 von Miele

Gleich zwei Behälter für bis zu 300 Gramm Bohnen oder eine Mini-Portion Kaffeepulver (12 g) finden sich hinter dem Tassenwärmer auf der Oberseite der Maschine. An der linken Seite ist der entnehmbare Wassertank mit 1,8 Liter Volumen bündig integriert, an der rechten Seite versteckt sich hinter einer großen Klappe die Brüheinheit. Maximal 15 Bar Pumpendruck baut das Gerät auf, Wasser kommt in einem Thermoblock aus Edelstahl auf Temperatur. Der Mahlgrad des Kegelwerkes aus Edelstahl lässt sich in fünf Stufen einstellen, die Spezialitäten finden ihren Weg durch einen höhenverstellbaren Zentralauslauf in die LED-beleuchteten Tassen und Gläser. Das knapp 10 Kilogramm schwere Gerät wird mit einem 1,4 Meter langen Kabel angeschlossen. Gesteuert wird der Apparat über eine Handvoll Direktwahl-Tasten und ein rundes Touch-Bedienelement für die Menüsteuerung. Ein kleines Schwarz-Weiß-Display zeigt die Infos an.

Galerie: Miele CM 6310: Details aus dem Praxis-Test

Diese Spezialitäten produziert das Gerät auf Knopfdruck

Espresso, Kaffee, Cappuccino und Latte Macchiato lassen sich direkt auf Tastendruck zubereiten, im Menü finden sich weitere Funktionen für Ristretto, Kaffee lang, Cafè Latte, heiße Milch, Milchschaum und Heißwasser. Dort kann ich auch die Mahlmenge und Wassertemperatur sowie die Zusammensetzung der Getränke einstellen: Mehr Kaffeepulver, mehr Milch, weniger Wasser gefällig? Kein Problem – jeder Nutzer kann seine Vorlieben namentlich programmieren und im System abspeichern. Wer einen extra-großen Becher bis zum Rand füllen möchte, drückt die Taste für zwei Tassen.

Der Test

Nach Sprach- und Uhrzeiteinstellung sowie der Wasserhärtebestimmung und einem ersten Abwasch startet das System mit einer Grundspülung. Der Wasserbehälter fügt sich schick bündig in die Maschine ein, der etwas hakelige Deckel ist gleichzeitig der Tragegriff. Eine Handvoll Bohnen genügen dem Apparat scheinbar nicht: Erst als ich reichlich nachfülle, verschwindet die Meldung „Getränk abgebrochen, Bohnenbehälter füllen“ aus dem Display – Letzteres dürfte für mein Empfinden gern etwas größer und farbig sein. Im Smartphone-Zeitalter ist man anderes gewöhnt. Start: Jetzt tropft der Espresso in schöner Farbe und weder zu langsam noch zu schnell in die kleine Tasse – und schmeckt richtig gut. Für einen Latte Macchiato fülle ich den mit nur 500 ml Volumen klein geratenen Edelstahl-Thermobehälter mit Milch und verbinde ihn mit dem Zentralauslauf. Wer mehr als zwei derartige Getränke zubereiten will, muss nachfüllen oder einen integrierten Schlauch direkt in die Milchtüte stecken. Das sieht nicht so schick aus.

Nach Kaffee-Perfektion streben

Die vorprogrammierte Zusammensetzung ist zu knapp bemessen für mein Glas. Ich schraube im Menü die Mengen ohne großen Aufwand hoch – die Funktion gefällt mir! Der auf Maximal-Einstellung knapp 70°C heiße Latte Macchiato sieht im Glas toll aus und schmeckt gut. Bis meine persönliche Lieblings-Kaffee- oder Milchmenge perfekt abgestimmt ist, vergehen aber noch einige Versuche. Zwischendurch muss ich mehrfach die recht klein bemessene Abtropfschale und den Satzbehälter leeren. Passt die Mischung nicht mehr – etwa, weil Sie andere Bohnen verwenden –, werden die Parameter des Profils einfach angepasst. Weitere Versuche zeigen: Auch Kaffee und Cappuccino bereitet die Maschine schmackhaft zu.

Reinigen geht schnell

Prima: Reinigungsarbeiten, die häufig anfallen, wie das Entleeren und Spülen der Abtropfschale und des Satzbehälters, lassen sich unkompliziert bewerkstelligen. Auch die Brüheinheit ist schnell entnommen und unter warmem Wasser vorsichtig gereinigt. Wasser- und Milchleitungen spült der CM 6310 nach dem Gebrauch selbstständig und zusätzlich auf Knopfdruck. Die Spülprogramme dauern übrigens recht lang.

Fazit

Die Miele CM 6310 liefert köstliche Kaffeespezialitäten für die kleine Kaffeegesellschaft oder Singles. Wegen der kleinen Aufnahmemengen von Abtropfschale und Satzbehälter hält einen das Gerät bei intensivem Betrieb ganz schön auf Trab. Dafür spart die unkomplizierte Reinigungsfunktion Nerven. Das Display ist in Anbetracht des Preises von über 1.000 Euro nicht mehr State of the Art. Ansonsten kann die Maschine in Sachen Design aber punkten.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.