Wer ist der Testsieger?

Wo gibt es den besten Kaffee? 10 Kaffeevollautomaten im Test

Cappuccino mit schönem Schaum, Espresso mit fester Crema – welcher Vollautomat beschert diesen Kaffeegenuss zu Hause? Der Test der zehn besten Kaffevollautomaten gibt die Antwort.

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Kaffeevollautomat Test

Zehn Kaffeevollautomaten im Test. Auch auf dem Prüfstand: Ist die Crema haselnussbraun, feinporig und fest? Der Testsieger erfüllt alle Kriterien.

Die Maschine in der Küche blubbert und faucht, der Duft von frischem Kaffee durchströmt langsam die Wohnung – allein diese Vorstellung hilft Millionen Deutschen jeden Morgen überhaupt erst aus den Federn. Und weil man sich gerade am Beginn des Tages nicht so gern mit den Tücken komplizierter Technik auseinandersetzt, stehen Vollautomaten hoch im Kurs. Nach nur einem Knopfdruck beginnt so eine emsige Maschine mit der Arbeit: Sie mahlt, stampft, brüht, zischt, und voilà – schon ist er fertig, der Cappuccino, Latte macchiato oder Café crème. Noch vor wenigen Jahren waren Kaffeevollautomaten sündhaft teure Apparaturen. Doch mittlerweile sind die multifunktionalen Kaffeemaschinen für den souveränen Umgang mit Bohnen, Milch und Wasser verlockend preiswert zu erwerben. Wobei sich natürlich trotzdem die Frage stellt, ob ein richtig guter Vollautomat schon für 300 Euro zu haben ist oder ob man eben doch 800 Euro investieren sollte. Grund genug, zehn Kaffeemaschinen in dieser Preisspanne zu testen. Welcher Hersteller hat den besten Kaffeevollautomat im Angebot – wir präsentieren die Kandidaten und den Testsieger.

Kaffeevollautomaten im Test: Verkostung in der Kaffeerösterei

Die zehn Testkandidaten wurden aufwendig auf Technik, Handhabung und Geschmack geprüft. Für die technische Überprüfung arbeiteten die Tester mit einem renommierten Prüflabor zusammen, das mit den Experten den Kaffeevollautomat-Testsieger ermittelt. In einer zweiten Runde ging es um den Geschmack: Für eine sensorische Prüfung holte sich die Redaktion Unterstützung von dem Kaffee-Experten Bahadir Özdogan. Der Qualitätsmanager in der Speicherstadt Kaffeerösterei in Hamburg lud die Tester ins tolle Ambiente der historischen Speichergebäude – die ideale Test-Location für eine Kaffee-Verkostung. Angesichts der hohen Preisunterschiede stellt sich natürlich die Frage, worauf beim Kauf eines Kaffeevollautomaten besonders zu achten ist. „Der Käufer sollte vor allem überlegen, was er überhaupt am meisten trinkt – etwa Espresso und Café crème oder Latte macchiato und Cappuccino“, erklärt Kaffee-Experte Bahadir Özdogan. Denn bei der reinen Kaffee-Zubereitung arbeiten die Maschinen sehr ähnlich und erzielen daher auch ähnliche Ergebnisse. Größer sind die Unterschiede dagegen bei der Zubereitung von Milchschaum.
Kaffevollautomaten Test

So testet ein Experte Gehalt und Geschmack des Kaffees aus dem Kaffeevollautomaten: Er nimmt pro Tasse einen kleinen Schluck mit dem Löffel auf und schlürft ihn.

Kaffeevollautomat mit Milchbehälter: Immer schön cremig und stabil

Der große Vorteil eines Kaffeevollautomaten ist neben den frisch gemahlenen Kaffeebohnen der einfach verfügbare Milchschaum für Cappuccino oder Latte macchiato. Prinzipiell gibt es zwei Systeme, die Milchschaum erzeugen können, das Grundprinzip ist aber identisch: Heißer, möglichst feiner Dampf lockert die Milch auf und lässt das Eiweiß denaturieren. Die günstigen Modelle von Krups und De’Longhi arbeiten mit einem sogenannten Cappuccinatore. Das ist ein Dampfauslass, der direkt in ein Kännchen mit Milch gehalten wird. Es erfordert aber ein wenig Übung, damit den perfekten Milchschaum zu zaubern, zudem sind zwei Arbeitsgänge nötig: Erst Kaffee oder Espresso brühen, dann Milch aufschäumen. Severin verzichtet ganz auf eine Milchdüse und legt seiner Maschine einen separaten Milchschäumer bei. Teurere Maschinen arbeiten mit einem Milchbehälter, der in der Maschine integriert oder mit einem Schlauch angeschlossen ist. Die Maschine saugt die Flüssigkeit aus dem Milchbehälter an und füllt den Schaum direkt in die Tassen. Im Alltag ist diese Lösung zwar einfacher, aber der Platz- und Reinigungsaufwand ist bei den vollautomatischen Milchsystemen deutlich größer.

Vollautomaten im Test: Alles eine Frage der Einstellung

Überhaupt muss sich der Kaffeegenießer den Komfort gerade eines Vollautomaten erst mal erarbeiten. Die Vielfalt an Einstellmöglichkeiten und möglichen Kaffee-Kreationen zeigen ja schon, dass nicht für jede Getränkewahl ein simpler Knopfdruck genügt. Ganz nach persönlichem Geschmack lässt sich am Kaffeevollautomaten deshalb die Wassermenge über Tasten, Touch-Display oder Regler justieren. Am Mahlwerk direkt am Bohnenbehälter kann der Gourmet zudem mit dem Mahlgrad die Feinheit des Kaffeemehls einstellen und damit die Kaffeestärke. Die unterschiedlichen Bedienkonzepte der Maschinen erwiesen sich im Test aber als unproblematisch, zumal die meisten Hersteller gute Anleitungen beilegen. Nur für die Kandidaten von Melitta, De’Longhi und Krups fielen die Anleitungen etwas knapp aus. Einen Vorteil bei der Bedienung bieten die Maschinen von Jura, Melitta und Siemens sowie die teurere De’Longhi: Sie haben aussagekräftige Displays. Das Feedback über die Anzeigen ist besonders beim Einrichten des Gerätes sehr angenehm und hilft auch bei der Reinigungsprozedur.

Kaffeevollautomat Reinigung per Programm

Die Reinigung der komplexen Kaffeevollautomaten gestaltet sich nicht ganz so einfach wie bei anderen Küchengeräten und wird häufig unterschätzt: Am besten täglich säubern sollten Sie Wassertank, Auffangbehälter, den Tresterbehälter mit dem Kaffeesatz und den Milchschäumer. In regelmäßigen Abständen, jedoch mindestens einmal im Monat, müssen Sie auch die Brühgruppe im Inneren der Maschine reinigen. Bei Siemens, Melitta und bei der teureren De’Longhi ESAM 5500 war das Reinigen sehr einfach. Die Brühgruppen sind herausnehmbar, für die Milchsysteme sind sie mit einem extra Reinigungsprogramm ausgestattet. Etwas umständlicher war die Reinigung der Maschinen von Saeco und Philips sowie beim günstigeren De’Longhi-Modell. Da sind die Brühgruppen zwar ebenfalls herausnehmbar, die Reinigung der Milchaufschäumer war aber mühsamer. Bei zwei Maschinen – der Jura ENA Micro 90 und der Krups EA 8108 – lässt sich die Brüheinheit dagegen gar nicht entnehmen. Der Nutzer kann sie also nicht unter fließendem Wasser abspülen, stattdessen muss er dem Reinigungsprogramm der Maschinen vertrauen. Die Vollautomaten müssen außerdem von Zeit zu Zeit entkalkt werden, damit die Leitungen nicht verstopfen. Dafür haben die Maschinen integrierte Entkalkungsprogramme, das erspart viel Arbeit. Wer die Leitungen zusätzlich etwa zweimal im Jahr mit für das Modell empfohlenen Entkalker-Tabletten, Zitronen- oder Milchsäure durchspült, dem beschert die Maschine auch auf Dauer Kaffeegenuss. Tipp: Wenn Sie sich einige Entkalkungsvorgänge sparen wollen, kippen Sie stilles Mineralwasser aus der Flasche in den Tank.
Kaffevollautomaten Test

Die Experten prüfen die Kaffeetemperatur im Test direkt in den Kaffeetassen. Nach zwei Minuten ist eine Trinktemperatur zwischen 50 und 60 Grad erreicht.

Großer Genuss? Unterschiede im Geschmack der Kaffeevollautomaten

Aber selbst das perfekte Reinigungsprogramm bringt wenig, wenn der Kaffee nicht schmeckt. Natürlich produzierten die Tester emsig angesagte Varianten wie Espresso, Lungo, Ristretto und Doppio, doch bei der sensorischen Beurteilung lag der Schwerpunkt auf Gehalt und Geschmack einer großen Tasse Kaffee – der morgendliche Pott ist eben nach wie vor der Goldstandard für viele Kaffeetrinker. Dabei prüfte Experte Bahadir Özdogan alle Details wie Crema, Säure, Körper und die Balance sowie den Gesamteindruck. Die Überraschung beim Test: Die Unterschiede im Geschmack waren kleiner, als es die Preisdifferenzen vermuten lassen, sie offenbarten sich nur im direkten Vergleich. Ganz vorne lag mit der Jura die teuerste Maschine im Test, die obendrein einen besonders feinporig-fluffigen Milchschaum erzeugte. Die morgendliche Pflichtübung einer Tasse Kaffee absolvierten allen Testkandidaten problemlos: Selbst die günstigen Automaten von Philips und Severin produzierten ordentlichen Kaffee, auch wenn sie die Crema nicht so schön hinbekamen.

Kaffeevollautomat: Ergebnisse der Vollautomaten im Test

Doch wie schlagen sich die Vollautomaten im Test im Detail? Was machen Sie besosonders gut – und wo gibt es Nachbesserungsbedarf? Welcher Vollautomat geht als Testsieger hervor? Und was kosten die Geräte aktuell – hier das Teilnehmerfeld in der Übersicht!

Platz 10: Philips Kaffeevollautomat HD8847 – Testurteil: 2,83 (befriedigend)

Philips Kaffeevollautomat

Philips Kaffeevollautomat im Test.

Der Kaffeevollautomat von Philips braucht lediglich 45 Sekunden, um sich aufzuheizen. Bei der Zubereitung des Kaffees ist er relativ laut. Den Milchschaum machen Sie mit dem HD8847 ohne Schwierigkeiten, auch wenn er etwas kühl wird. Die Reinigung des Milchbehälters ist umständlich.
Ausstattung: 3,70 (ausreichend)
Funktion: 2,30 (gut)
Bedienung: 2,30 (gut)
Technik und Sicherheit: 3,20 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 3,00 (befriedigend)

Platz 9: Severin Kaffeevollautomat KV 8081 –Testurteil: 2,80 (befriedigend)

Severin Kaffeevollautomat

Severin Kaffeevollautomat im Test.

Der Severin KV 8081 braucht etwas lange, um sich aufzuheizen. Die Illustrationen in der Anleitung sind etwas unklar, dennoch ist das Gerät einfach zu handhaben. Beim Mahlen des Kaffees ist der Automat etwas laut und die Café-crème wird ein wenig zu heiß.
Ausstattung: 3,60 (befriedigend)
Funktion: 2,70 (befriedigend)
Bedienung: 2,60 (befriedigend)
Technik und Sicherheit: 3,10 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,40 (gut)
Testurteil: 2,80 (befriedigend)

Platz 8: Saeco Kaffeevollautomat Incanto HD8917 – Testurteil: 2,71 (befriedigend)

Saeco Incanto Kaffeevollautomat

Saeco Incanto Kaffeevollautomat im Test.

Der Saeco Incanto Vollautomat lässt sich einfach bedienen und ist bereits nach 46 Sekunden Aufheizen betriebsbereit. Milch schäumen Sie einfach zu einer cremigen Konsistenz auf. Leider ist der Milchschaum etwas kühl und das Reinigen des Milchbehälters mühsam.
Ausstattung: 3,70 (ausreichend)
Funktion: 2,20 (gut)
Bedienung: 2,40 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,90 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,60 (befriedigend)

Platz 7: Krups Kaffeevollautomat EA 8108 – Testurteil: 2,60 (befriedigend)

Krups Kaffeevollautomat

Krups Kaffeevollautomat im Test.

Der Kaffeevollautomat von Krups heizt sich in kurzer Zeit auf und lässt sich einfach reinigen. Der Kaffee wird etwas zu heiß und das Aufschäumen der Milch geht nicht so leicht von der Hand. Die Handhabung der Maschine ist unkompliziert, auch wenn sich im Lieferumfang nur eine Kurzanleitung mit Bildern befindet. Mit einem Preis von 270 Euro ist sie das günstigste Gerät im Test.
Ausstattung: 1,90 (gut)
Funktion: 2,20 (gut)
Bedienung: 2,80 (befriedigend)
Technik und Sicherheit: 2,80 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,90 (befriedigend)

Platz 6: De’Longhi Kaffeevollautomat ECAM 22.110.B – Testurteil: 2,43 (gut)

Delonghi ECAM Kaffeevollautomat

Delonghi ECAM Kaffeevollautomat im Test.

Die ECAM 22.110.B von De’Longhi ist der Preis-Leistungs-Sieger im Test. Sie braucht zwar etwas länger zum Aufheizen als einige ihrer Konkurrenten und auch der Milchschaum könnte schaumiger sein. Sonst funktioniert sie unkompliziert und ist ihren Preis von knapp 300 Euro wert.
Ausstattung: 2,40 (gut)
Funktion: 2,60 (befriedigend)
Bedienung: 2,40 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,30 (gut)
Sensorische Prüfung: 2,50 (befriedigend)
Testurteil: 2,43 (gut)

Platz 5: Jura Kaffeevollautomat ENA Micro 90 – Testurteil: 2,41 (gut)

Jura Kaffeevollautomat

Jura Kaffeevollautomat im Test.

Der Kaffeevollautomat von Jura ist das teuerste Gerät im Test. Er ist schnell einsatzbereit, seine Handhabung simpel und die Lautstärke beim Mahlen in Ordnung. Kaffee und Milchschaum könnten etwas heißer sein. Mit 870 Euro ist es leider ein wenig teuer.
Ausstattung: 3,30 (befriedigend)
Funktion: 2,00 (gut)
Bedienung: 2,30 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,60 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,00 (gut)

Platz 4: Saeco Kaffeevollautomat Moltio HD8769 – Testurteil: 2,40 (gut)

Saeco Moltio Kaffeevollautomat

Saeco Moltio Kaffeevollautomat im Test.

Im Lieferumfang der Saeco Moltio befindet sich eine verständliche Anleitung, die die Handhabung der Maschine vereinfacht. Der Milchschaum ist gut, wenn auch nicht perfekt, und die Reinigung ist unkompliziert. Nur das Saubermachen des Milchbehälters ist etwas umständlich.
Ausstattung: 2,30 (gut)
Funktion: 2,40 (gut)
Bedienung: 2,50 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,30 (gut)
Sensorische Prüfung: 2,40 (gut)

Platz 3: De’Longhi Kaffeevollautomat ESAM 5500 – Testurteil: 2,28 (gut)

Delonghi ESAM Kaffeevollautomat

Preis-Leistungs-Sieger: Delonghi ESAM Kaffeevollautomat im Test.

Zum Aufheizen braucht der ESAM 5500 von De’Longhi im Vergleich zu seinen Konkurrenten relativ lange und ist etwas laut während er die Kaffeebohnen mahlt. Dafür hat er ein Reinigungsprogramm für das Milchsystem und als einziger Kandidat eine Vorwärmfläche.
Ausstattung: 2,40 (gut)
Funktion: 2,20 (gut)
Bedienung: 1,90 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,90 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,20 (gut)

Platz 2: Melitta Kaffeevollautomat Caffeo CI E970 – Testurteil: 2,13 (gut)

Melitta Kaffeevollautomat

Melitta Kaffeevollautomat im Test.

Auf dem zweiten Platz landet der Vollautomat von Melitta, der mit einer knappen Anleitung auskommt und den man leicht handhaben kann. Auch die Reinigung des Gerätes und das Aufschäumen der Milch ist simpel. Er könnte aber etwas leiser sein.
Ausstattung: 2,80 (befriedigend)
Funktion: 1,80 (gut)
Bedienung: 1,60 (gut)
Technik und Sicherheit: 2,60 (befriedigend)
Sensorische Prüfung: 2,20 (gut)

Platz 1: Siemens Kaffeevollautomat EQ.6 series 300 – TESTSIEGER: 1,94 (gut)

Testsieger Kaffeevollautomat Siemens

Testsieger: Kaffeevollautomat von Siemens im Test.

Mehrere Punkte verhelfen dem Kaffeevollautomaten von Siemens zum Sieg: Er ist in nur 38 Sekunden betriebsbereit, bietet eine einfache Handhabung, ist das leiseste Gerät im Test und liefert von allen Kandidaten den besten Milchschaum. Der Preis von über 630 Euro ist zwar happig aber angemessen für die Leistung.
Ausstattung: 3,20 (befriedigend)
Funktion: 1,80 (gut)
Bedienung: 1,30 (sehr gut)
Technik und Sicherheit: 1,70 (gut)
Sensorische Prüfung: 2,30 (gut)

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Fazit: Kaffeevollautomat: Das bedeuten die Ergebnisse und der Testsieger

Nein, ungenießbaren Kaffee produzierte kein Testkandidat. Aber in Ausstattung, Funktion und Bedienung unterscheiden sich die Maschinen teilweise sehr deutlich. Den Testsieg holte nicht einer der italienischen Traditionshersteller, sondern Siemens mit der EQ.6 series 300. Wer nicht über 600 Euro ausgeben will, greift zum Preis-Leistungs-Sieger De’Longhi ESAM 5500.M und zahlt nur 300 Euro.

Kaffeevollautomaten