Kaffee auf Zuruf

Smarter Coffee 2.0: Smarte Kaffeemaschine im Praxis-Test

Zu fast jedem klassischen Küchengerät gibt es inzwischen auch ein smartes Pendant. Auch Kaffeemaschinen sind jetzt vernetzt. Wir haben die Smarter Coffee 2.0 getestet.

Datum:
Smarter Coffee 2.0

Mit der Kraft des Internets ist scheinbar alles möglich: Hersteller Smarter setzt auf eine App für alle hauseigenen Geräte. Mit dabei: Die Smarter Coffee 2.0.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Smarter Coffee 2.0 macht viel richtig: Sie verbindet ein attraktives Design mit vielen Funktionen, die im echten Leben Anwendung findet. Einrichtung und Reinigung sind vergleichsweise angenehm. Und vor allem: Der Kaffee schmeckt. Kleine Details machen eine bessere Bewertung zunichte: Einstellungen bleiben auf dem Handy: Die Daten des Weckers, beispielsweise, sind ohne Internet nutzlos. Die Frontplatte lässt sich, wenn auch mühsam, austauschen. Alles in allem hat Smarter einen soliden Job gemacht und eine lohnenswerte Option für Kaffeefreunde, die nicht auf eine Smartphone-Steuerung verzichten wollen, ins Spiel gebracht.

Pro

  • Großer Funktionsumfang
  • Intuitive Bedienung
  • Modernes Design
  • Individuelle Anpassung

Kontra

  • Nicht durchgängig gute Verarbeitung
  • Veralteter LCD-Screen
  • App nicht ohne Probleme

Smarter Coffee 2.0

Die Vorstellung ist sehr romantisch: Der Wecker klingelt, doch draussen ist es dunkel und kalt. Doch das Aufstehen fällt gar nicht so schwer, wenn sich bereits der komplexe und harmonische Duft von gutem Kaffee in der Wohnung verbreitet. Die Londoner Firma Smarter hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, dieses Szenario zu realisieren. Denn die Kaffemaschine Coffee 2.0 lässt sich mit dem Smartphone steuern und per Alexa-Spracheingabe aktivieren. Wie gut das funktioniert – und ob der Kaffee schmeckt – verrät dieser Test. Dabei stehen natürlich die smarten Funktionen ebenso im Fokus, wie die eigentliche Leistung als Kaffeemaschine mit Mahlwerk.

Smarter Coffee 2.0: Aufbau und Installation

Smarter Coffee Beans

Für den vollen Genuss in der Smarter Coffee 2.0 braucht es geröstete Kaffeebohnen.

Die Bedienung der neuesten Version der Kaffeemaschine von Smarter geht leicht von der Hand. Das Gerät kommt nahezu einsatzbereit aus der Packung. Die mitgelieferte Glaskanne ins Gerät stellen, Wasser in den 1,5-Liter-Tank füllen (reicht für etwa 12 Tassen) und im Filter-Modus ein paar Mal durchspülen – fertig. Jetzt ist die Maschine zur Zubereitung von Kaffee bereit. Jetzt nur noch die Kaffeebohnen oder bereits gemahlenes Kaffeepulver in die Maschine (bzw. in den integrierten Filter) und ab geht es. Die Maschine lässt über die physischen Knöpfe neben dem etwas altbackenen LCD-Display einige Einstellungen zu:
  1. Wechsel zwischen fertigem Filterkaffee und frisch gemahlenen Bohnen
  2. Anzahl der zu kochenden Tassen (1-12)
  3. Stärke des Kaffees (Schwach/Mittel/Stark)

Physische Knöpfe an der schlauen Kaffeemaschine

Smarter Kaffee

Physische Bedienelemente ermöglichen die Nutzung ohne App. Das niedrigauflösende Display zeigt ergänzende Informationen zur Dauer des Mahlens, Aufwärmens, Brühens und Wamhalten an.

Ein Rad auf der Oberseite des Geräts hilft bei der Feinjustierung: Hier entscheiden Sie über den Mahlgrad der eingefüllten Bohnen. Etwas getrübt ist der Wechsel der Frontverkleidung: an sich sind die mitgelieferten Plastikabdeckungen eine gute Sache und ermöglichen die persönliche Anpassung des Geräts. Die Blenden sind in Rot, Schwarz und Creme dabei und lassen sich mit einer Mechanik und etwas Kraft an der Frontseite der Maschine anbringen. Die Knöpfe zum Lösen der Frontplatten sind teils gut versteckt und es bedarf etwas Fingerfertigkeit, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Das tut der Bedienung aber keinen Abbruch – die Handhabung der Maschine funktioniert auch ohne die angepriesenen smarten Eigenschaften. Um zusätzliche Funktionen zu aktivieren, nutzen Sie die Smarter-App (verfügbar auf iOS und Android). Hier sind die ersten Schritte denkbar einfach. Benutzerkonto anlegen, Gerät aus dem Smarter-Portfolio auswählen, mit dem WLAN verbinden und Daten per optischem Sensor und einem morseartig leuchtenden Handy-Display auf die Maschine übertragen. Das ist in der Praxis unkompliziert, geht im Test leicht von der Hand und ist nahezu selbsterklärend.

Schlau dank App: So smart ist die Smarter Coffee 2.0 wirklich

Smarter Coffee Apps

Die Smarter App liefert zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten: von der Stärke des Kaffees bis zur Dauer der Warmhaltefunktion.

Diese Klarheit spiegelt sich auch in der Gestaltung der App wieder. Alle wichtigen Einstellungen sind in wenigen Schritten auf dem Smartphone zu erreichen. Nichts wirkt überladen oder unübersichtlich. Das ist wichtig für Kaffee-Enthusiasten, denn tatsächlich bietet die App eine Menge Optionen und Funktionen, die es zu aktivieren gilt. Hier eine Übersicht:
  • Aktivierung des Geräts (inkl. Stärke / Tassenanzahl / Filter oder Bohnen)
  • Anzeige des aktuellen Wasserstands (in Tassen oder hoch / mittel / niedrig / leer)
  • Aktivierung per GPS in einem festgelegten Zeitrahmen (z.B. bei der Anfahrt zum Büro)
  • Warmhaltefunktion (bis 40 Minuten)
  • Wecker mit automatischem Start
Bei der Funktionalität der App hat Smarter nicht gekleckert: In großen Teilen erfüllt Coffee 2.0 seine Versprechen ohne nennenswerte Probleme. Selbst die Erkennung des Füllstandes funktioniert – anders als beim iKettle der dritten Generation – wie versprochen. Schade, den Füllstand der Bohnen bzw. des Kaffeepulvers verrät die App nicht. Kleine Probleme macht die Verbindung zum Smartphone: Ist keine Verbindung zum Internet vorhanden, startet beispielsweise der Wecker nicht. Das Handy in der Nacht auszuschalten und sich vom Rattern der Mühle wecken zu lassen, ist also nicht möglich. Hier wäre wünschenswert, wenn gespeicherte Daten in der Maschine bleiben würden – unabhängig von einer Internetverbindung. Ist eine Verbindung vorhanden, macht das Gerät aber jeden Spaß mit. Sie sind auf dem Weg nach Hause und haben noch Lust auf eine heiße Tasse Kaffee? Kein Problem: Mussten das Vorgängermodell und das Smartphone noch im selben WLAN-Netzwerk angeschlossen sein, reicht beim Smarter Coffee 2.0 eine aktive Verbindung des Telefons über das mobile Datennetz. Eine sinnvolle Weiterentwicklung.

Smarter Coffee 2.0: Kaffee auf Zuruf

Die aktuellen Geräte von Smarter unterstützen den sogenannten IFTTT-Standard. Das bedeutet im Klartext: auch mit anderen vernetzten System ist der Coffee 2.0 kompatibel. Natürlich ist damit auch die Integration der beliebten Sprachassistentin Amazon Alexa möglich. Hier wünschen wir uns aber ein paar weitere Optionen: Viel mehr als die Kommandos zum Starten und Stoppen der Maschine versteht unser Amazon Echo Show (hier bei Amazon bestellen) leider noch nicht. Da geht noch mehr. Dennoch: Die Sprachbefehle ersparen Ihnen den nervigen Gang zur Kaffeemaschine, um diese zu aktivieren. Vorausgesetzt, dass genug Wasser und Bohnen bzw. Kaffeepulver im Gerät sind.

Handhabung und Verarbeitung des Smarter Coffee 2.0

Smarter Coffee Wechselcover

Das Plastik dürfte etwas hochwertiger sein, sonst sind die farbigen Wechselcover eine feine Idee. Die Installation ist allerdings für Menschen mit großen Händen kein Spaß.

Gute Idee: Die Frontplatten lassen sich wechseln – allerdings ist das eine ziemlich fummelige Angelegenheit. Zum Glück gehört das nicht zum täglichen Handling. Das war es aber auch schon Kritikpunkten bei der Bedienung. Lose Teile, wie der integrierte Filter, lassen sich leicht reinigen und ein Gros der Materialien sind hochwertig verarbeitet – nur beim Plastik knarzt und quietscht es hier und da etwas. Die Edelstahlwände sehen gut aus, sind aber ein Magnet für Fingerabdrücke – Schwamm drüber. Schade nur, dass die 1,5 Liter fassende Kanne aus Glas ist. Zwar hält die Warmhaltefunktion das Heißgetränk für bis zu 40 Minuten auf Temperatur, eine natürliche Thermoeigenschaft hätte aber nicht geschadet. Sonst kann man an dieser Stelle kaum meckern: Die Kanne steht stabil auf der Warmhalteplatte, die Maschine erkennt, sobald sie an der richtigen Stelle steht. Dass der Kaffee also ins Leere läuft, ist durch den Tropfschutz ausgeschlossen. Wo es bei minderwertigeren Kannen kleckert und tropft, bleibt hier alles sauber. Beim Vorgang des Kaffeekochens sprudelt nichts daneben und das Ausgießen mit dieser Kanne geht leicht von der Hand. Hier hat Smarter Vieles richtig gemacht.

Wie gut schmeckt der Kaffee aus der Smarter Coffee 2.0?

Smarter Kaffeekanne

Die 1,5-Liter-Kanne aus dem Smarter Coffee 2.0 ist schnell so gut wie leer. Der Kaffee schmeckt.

Am Ende des Tages zählt aber nicht nur der Komfort und der Funktionsumfang einer Maschine. Die Frage der Fragen: Wie gut schmeckt denn nun der Kaffee aus der Maschine? Und hier lässt sich nicht viel kritisieren: frisch gemahlene Bohnen gibt es sonst fast ausschließlich aus dem Vollautomaten oder nach mühlseliger Handarbeit, bzw. mit externen Gerätschaften. Unabhängig von der Vernetzung des Produkts gilt also schon prinzipiell: Dank der integrierten Mühle, die immer die optimale Menge an Kaffeebohnen mahlt, ist diese Maschine ein gelungener Mittelweg für Menschen, die das Aroma frisch gemahlen lieben, aber keine immense Summen für Profi-Maschinen ausgeben möchten. Ein Innovation ist dieses Prinzip aber nicht. Die Philips HD7765/00 Grind&Brew beispielsweise gibt es schon länger – nur ist sie halt nicht vernetzt. Dafür kostet sie rund 100 Euro weniger.

Galerie: Kaffeevollautomaten im Test

Smarter Coffee 2.0: Preis und Verfügbarkeit

Nach Angaben des Herstellers erscheint die Smarter Coffee 2.0 Ende November zu einer UVP von 239,99 Euro. Wenn Sie nicht warten möchten, bestellen Sie die erste Generation des Geräts auf Amazon!

Smarter Coffee 2.0

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.