Ein Schluck gutes Gewissen?

UTZ Certified Kaffee: Das bedeuten die verschiedenen Labels

Ein Aufdruck mit dem Text „Fair Trade“ oder „Bio“ auf der Kaffeepackung klingt super – aber was bedeutet das konkret? ekitchen bringt Licht in den Dschungel des UTZ Certified Kaffees.

Datum:
Geröstete Kaffeebohnen

Unter welchen Bedingungen die Bohnen gewachsen sind und verarbeitet wurden, lässt sich an den jeweiligen Labels von UTZ Certified Kaffee ablesen.

Beim alltäglichen Kaffeegenuss möchte niemand ein schlechtes Gewissen haben. Doch bei der Herstellung und Produktion von Kaffeebohnen in weit entfernen Ländern kann manches schief laufen: Einsatz von Pestiziden? Urwaldrodung und Umweltzerstörung? Schlechte Sozialstandards und Minimallöhne für die Arbeiter? Vielleicht sogar Kinderarbeit auf den Plantagen? All das sind Faktoren, die einem das Kaffeetrinken gründlich vergällen können. Sicherheit soll zertifizierter Kaffee bringen, der all das oder zumindest Teilaspekte der aufgezählten möglichen Missstände ausschließt.

Sicherheit durch zertifizierten Kaffee?

Die vielen verschiedenen Siegel, Label und Zertifikate auf den Kaffeeverpackungen können einen ganz schön irritieren. Mit dem „Biosiegel nach EG-Öko-Verordnung“ und dem „EU-Bio-Logo“, „Fairtrade“, „UTZ“, „Rainforest Alliance“, „GEPA“, „Pro Planet“ und anderen Labels wollen zahlreiche Aufdrucke auf den Kaffeepackungen das Gewissen beruhigen. Aber mal ehrlich: Wer weiß schon, was diese Zertifikate tatsächlich bedeuten?

Galerie: Zertifizierter Kaffee: Das bedeuten die Labels

Welche Label und Zertifizierungen gibt es?

Der Deutsche Kaffeeverband listet fünf Label auf, an denen man sich seiner Meinung nach orientieren kann und benennt Voraussetzungen für den Erhalt der Siegel:
Bio nach EG-Öko-Verordnung
Wenn ein Produzent mit diesem Siegel werben will muss er zum Beispiel folgende Punkte garantieren:
- Verbot von Gentechnik,
- Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln,
- Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger sowie
- Schutz von Boden, Wasser und Luft.
Weiter gehen die Anforderungen teilweise für das Siegel
FairTrade/Transfair
Hier stehen unter anderem zusätzlich soziale Standards auf der Anforderungsliste:
- einen festen Fairtrade-Mindestpreis,
- einen Aufschlag für biologisch angebaute Produkte,
- eine Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte,
- das Verbot von illegaler Kinder- und Zwangsarbeit,
- das Verbot von Diskriminierung sowie
- Umweltstandards
In eine ähnliche Richtung gehen die Vorgaben der
Rainforest Alliance
Hier muss zum Beispiel folgendes eingehalten werden:
- Erhalt der Ökosysteme und Wiederaufforstung mit einheimischen Arten
- Schutz von Tier- und Pflanzenarten,
- Gewässerschutz,
- faire Behandlung von Angestellten und angemessene Arbeitsbedingungen (einschließlich Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie von Diskriminierung und Missbrauch)
- Gesundheitsvorsorge und Sicherheit am Arbeitsplatz
- integrierter Pflanzenschutz und Reduzierung der Nutzung von Chemikalien
- Bodenschutz und Verbesserung der Bodenqualität
- Reduzierung, Wiederverwendung und Wiederaufbereitung von Abfall.
Und auch die private Stiftung
UTZ
macht konkrete Vorgaben, die allerdings den Einsatz von künstlichem Dünger oder Pflanzenschutzmitteln nicht komplett untersagen (Auszug):
- Schulung der Arbeiter,
- Einhaltung nationaler Arbeitsgesetze und bestimmter Arbeitsnormen,
- Gesundheitsversorgung für Arbeiter und ihre Familien,
- Maßnahmen gegen Bodenerosion,
- Minimierung des Einsatzes von Dünger und Pflanzenschutzmitteln,
- Artenschutz
Außerdem gibt es noch zahlreiche Label von Unternehmen wie etwa den Eigenlabel der REWE-Gruppe „Pro Planet“ oder „GEPA-The Fair Trade Company“, „Demeter“, „Bioland“ und andere.
Bei zertifiziertem Kaffee gibt es also durchaus unterschiedliche Ansätze und nicht alle Label garantieren ein reines Bio-Produkt. Hier muss jeder Kaffeefreund seine eigenen Schwerpunkte setzen.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.