Kaufberatung

Kapsel-Kaffeemaschinen: Tipps für guten und schnellen Kaffee

Was trinkt der Deutsche sogar lieber als Bier? Kaffee! Und mit den modernen Kapselmaschinen ist die Zubereitung ein Klacks. Aber welches System macht den besten Kaffee?

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Kaffeebohnen und  Kapseln

Kaffee aus der Kapsel ist in Deutschland zu einem echten Trend geworden.

Der Stoff fürs anregende Heißgetränk kommt immer öfter nicht aus Mühlen, Dosen und Tüten, sondern aus der kleinen Kapsel. Für das Jahr 2013 schätzte der Deutsche Kaffeeverband den Kauf von Kapselmaschinen auf eine Anzahl von etwa zwei Milliarden Stück. Den Gesamtkonsum von Kaffeekapseln bemisst die Organisation für 2005 noch auf etwa 800 Tonnen, vor zwei Jahren waren es bereits rund 45.000 Tonnen. Dieses rasante Wachstum zeigt den Hype um Kaffee aus der Kapsel – und man kann davon ausgehen, dass der Konsum weiter ansteigt. Doch warum ist der Kapselkaffee so stark im Kommen?

Teuer und trotzdem beliebt

Die Frage ist berechtigt, denn Kaffee aus Kapseln ist vergleichsweise teuer. Eine Kapsel enthält rund fünf Gramm Kaffee und kostet zwischen rund 19 Cent (Aldi) und 47 Cent (Illy). Das entspricht Kilo-Preisen von 38 bis rund 90 Euro! Ein herkömmlicher Röstkaffee von Jacobs kostet nur rund 13 Euro, ein guter Espresso um die 22 Euro. Den hohen Preis der Kapseln rechtfertigt Guido Civati, Marketing Director bei der Luigi Lavazza Deutschland GmbH, mit dem aufwendigen Herstellungsprozess: Das abgewogene Kaffeepulver müsse mit einem Druck von 200 Kilogramm in die Kapsel gepresst und anschließend vakuumversiegelt werden. So soll der Kaffee bis zu drei Jahre frisch bleiben. Zudem kaufen die Kunden die teuren Kapseln, weil die Zubereitung damit so „schnell und einfach“ geht, meint Guido Cavati.
Qualitätsprüfung am Band

Den hohen Preis der Kapseln begründen die Hersteller mit dem aufwendigen Herstellungsprozess.

Eine wichtige Rolle spielt aber auch der günstige Preis der Maschinen – ähnlich wie bei Tintendruckern, für die der Kunde oft viel weniger zahlen muss als für einen Satz Patronen. So gibt es Kapselmaschinen bereits ab 70 Euro, zum Beispiel Aldi Expressi oder Bosch Suny (120 Euro). Kaffee-Vollautomaten, die frische Bohnen mahlen, sind mit Einsteigerpreisen von rund 250 Euro deutlich teurer und vor allem schwerer zu reinigen. Zudem kann ein Vollautomat nur eine Sorte Kaffee zubereiten, während die Kapsel-Kollegen Tassen mit verschiedenen Sorten befüllen können.

Welches System ist das beste?

Wer eine Kapselmaschine kaufen will, sollte sich vorher ein wenig mit den verschiedenen Systemen vertraut machen. Denn die Kapseln passen meist nur in Maschinen des jeweiligen Anbieters. Wer sich zum Beispiel für die Aldi Expressi entscheidet, legt sich auch auf ein bestimmtes Repertoire an Kapseln fest: Während Aldi Süd dreizehn Getränke für seine Maschine anbietet, sind’s beim Tassimo-System über 40 Sorten und bei Nespresso sogar über 100, wenn man die Drittanbieter mitzählt.
Auch die Auswahl an Kapselmaschinen variiert je nach System: Aldi Süd bietet eine Maschine, für Nestlé Dolce Gusto gibt es über 50 Modelle in verschiedenen Ausführungen. Für die Dolce Gusto gibt es allerdings einen Adapter, womit Sie auch andere Kapseln nutzen können.
Auch die Preise der Kapseln sind je nach System unterschiedlich. Nespresso-Kapseln kosten zwischen 35 und 45 Cent, Illy verlangt pro Kapsel sogar bis zu 49 Cent. Günstiger sind die Cafissimo-Kapseln für das Tchibo-System, die zwischen 27 und 30 Cent kosten.
Wer die hohen Preise nicht zahlen möchte und stattdessen auf günstigere Kapseln von Drittanbietern setzt, wird meist enttäuscht. Eine wirklich große Auswahl von Fremdkapseln gibt's nur für das Nespresso-System. Richtige Schnäppchen sind aber auch mit den Alternativen nicht drin: Selbst renommierte Drittanbieter wie Senseo oder Dallmayr verlangen im Schnitt 30 Cent pro Kapsel, was eine Ersparnis von von gerade mal 25 Prozent gegenüber den Originalen bringt. Deutlich günstiger gibt es No-Name-Produkte aus dem Supermarkt, wie die Billigmarke Ja! von der Kette Rewe: Hier schlägt eine Kapsel durchschnittlich nur mit 18 Cent zu Buche.

Galerie: Kaffeekapseln: Günstige Nespresso-Alternativen

Große Auswahl an Maschinen

Bevor Sie sich für ein System entscheiden, sollten Sie neben der Getränkeauswahl auch auf die Technik des jeweiligen Kapselsystems und der Maschinen achten: Wer in seinem Kaffee zum Beispiel auf Frischmilch steht, um eine zarte Crema zu bekommen, der wird mit der Expressi-Maschine, der Melody 3 oder der Bosch Suny für Tassimo nicht glücklich. Diese Maschinen setzen auf Trockenmilchkapseln.
Frischmilchcrema ermöglicht hingegen die Cafissimo Latte, die sogar eine abnehmbare 0,5-Liter-Milchkaraffe zur Aufbereitung im Kühlschrank bietet. Weitere Alternativen sind die Illy X7.1 sowie die Cafissimo Classic, die beide über einen Milchaufschäumer verfügen. Die One-Touch-Frischmilchfunktion der Lattissima Pro verspricht sogar eine automatische Reinigungsfunktion der Milchdüsen. Das kann sehr praktisch sein, denn die Reinigung der Frischmilch-Geräte ist generell aufwendiger als die Pflege von Geräten, die mit Trockenmilchkapseln arbeiten.
Wer auf Energieeffizienz setzt, ist bei Lavazza gut aufgehoben: Die A Modo mio Espria schaltet sich laut Hersteller nach neun Minuten Standby-Modus automatisch aus. Schon zwei Minuten früher meldet sich die Cafissimo Classic ab, abermals 120 Sekunden davor geht die Dolce Gusto Melody 3 in den stromsparenden Ruhestand.

Das Fazit

Ganz klar: Für Kaffee-Vieltrinker lohnen sich Kapselmaschinen nicht. Wer mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag trinkt, wird mittelfristig eine weniger kostspielige Variante wählen. Für den maßvollen Genuss und einen guten Kaffee ohne viel Aufwand sind die Maschinen dagegen gut geeignet.
Wer darüber hinaus eine möglichst große Auswahl an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen will, sollte zu Nespresso greifen. Das Sortiment von Drittanbietern ist hier schlicht riesig. Aber auch Tassimo bietet Kaffee-Liebhabern eine große Auswahl. Und preisbewusste Genießer können sich beruhigt für das beliebte Expressi-System von Aldi entscheiden.

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