Leckerer Foodtrend

Kumpir: Türkische Backkartoffel erobert die Welt

Wir Deutschen gehören zu den größten Kartoffelliebhabern der Welt. In kaum einem anderen Land ist der Konsum der Knolle höher als bei uns. Nun haben unsere türkischen Nachbarn mit Kumpir einen neuen Trend auf den Weg gebracht, der auch deutsche Gaumen begeistert.

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Kumpir

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Das Kartoffelgericht Kumpir kann mit so ziemlich allem aufgepeppt werden, was einem schmeckt.

Die Kartoffel ist ungeheuer vielseitig und kann mehr als nur tolle Beilage sein. Pommes oder Grillkartoffel haben Sie sicher schon gehört, aber kennen Sie Kumpir? Ob in Russland, Australien oder den USA – das vielfältig mit schmackhaften Zutaten kombinierbare Kumpir hat sich zu einem der größten Foodtrends der Welt entwickelt. Das Kartoffelgericht ist sowohl mit fleischhaltiger, als auch mit vegetarischer oder veganer Beilage zu genießen und eignet sich damit ideal ein für zwischendurch. Interessant: Obwohl Foodexperten und -Blogger die Kumpir erst im Laufe des letzten Jahres so richtig für sich entdeckt haben, findet sie in ihrem Ursprungsland Türkei schon seit dem Ende der Achtzigerjahre den Weg auf den Speiseplan. Am Balkan gehört Kumpir zu den beliebtesten Fast-Food-Gerichten. Hierzulande bahnt sich sie langsam ihren Weg auf Streetfood-Wagen und in vegetarische Schnellrestaurants.

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Die Geschichte der Kumpir

Die klassische Backkartoffel ist in unserer Küche schon lange bekannt. Sie und damit auch das Kartoffelgericht Kumpir haben ihren Ursprung in Peru. Von hier aus wurde die Kartoffel vor rund 450 Jahren nach Europa gebracht, wo man begann, sie, in Alufolie verpackt, über dem Feuer zu rösten. Der Begriff „Kumpir“ stammt vom Balkan. Hier bedeutet er schlicht Ofen-, oder Folienkartoffel. Auch der Begriff Kumpir-ci taucht hierzulande immer wieder auf. Er bezeichnet einen türkischen Imbiss, der sich auf Kartoffelgerichte spezialisiert hat. Laut Überlieferung wurde die Idee für das Kartoffelgericht von Bulgarien in die Türkei gebracht, wo die Kumpir-Idee Ende der Achtzigerjahre weiter verfeinert wurde. Bis heute gehört Anatolien zu den Kumpir-Hochburgen dieser Welt. Hier reichte man Kumpir zunächst hauptsächlich als kleine Vorspeisen zu Salaten und anderen Snacks, eh man sie auch als eigenständige Mahlzeit anerkannte.
Kumpir

Als Fast Food wird Kumpir meist in einer transportablen Alu-Schale serviert.

Kumpir – Ein traditionelles Gericht neu entdeckt

Heutzutage hauptsächlich als Snack auf der Hand konsumiert, steckt hinter der Zubereitung des Kartoffelgerichts eine lange Tradition. In einem speziellen, dreistöckigen Ofen wird Kumpir zunächst gegart und anschließend bis zum Verzehr warmgehalten. Kurz vor dem Verzehr wird das Gericht nach Belieben mit verschiedenen Zutaten garniert, indem die fertigen Kartoffeln in der Mitte aufgeschnitten und das Kartoffelinnere mit einer Gabel sanft aufgelockert wird. Anschließend wird es mit Butter und Käse vermengt und danach mit entsprechenden Toppings garniert. Hierzu gehören vor allem Tzatziki oder Joghurt, verschiedenes Gemüse, Fleisch wie Hühnchenbrust oder Würstchen sowie scharfe Zutaten wie etwa Pepperonis. Der Fantasie sind beim Genuss von Kumpir keine Grenzen gesetzt. Je nach Beilage kann das Gericht sowohl eine vollwertige Mahlzeit, als auch ein leichter Zwischensnack sein. Und das Beste: Mit der Kartoffel als Basis ist Kumpir auch noch richtig gesund, sättigt ausreichend und versorgt uns mit wichtigen Nährstoffen. Anders als Burger, Döner oder Currywurst. Übrigens: Für ein nahrhaftes Kumpir verwenden Sie große Kartoffeln, die zwischen 400 und 450 Gramm auf die Waage bringen.

Kumpir: Wird sich der Trend lange halten?

Mit Food-Trends ist das wie bei allen Trends so eine Sache. Mit der Kartoffel als gesunde Grundzutat passt Kumpir jedoch perfekt in die heutige Zeit. Konsumenten verlangen verstärkt nach gesunden, gern fleischfreien Produkten, während die klassische Fast-Food-Industrie vermehrt von der gesunden Konkurrenz geschwächt wird. Gegen die fettigen, zuckerhaltigen Gerichte vom Imbiss wie Burger, Pommes Frites oder Currywurst macht der Erdapfel eine gute Figur. Durch die vielfältigen Toppingmöglichkeiten ist außerdem für jeden Geschmack etwas dabei. Kumpir macht satt und enthält im Vergleich zur Konkurrenz weitaus weniger Kalorien. 100 Gramm Kartoffeln haben im Durchschnitt 77 Kalorien. Wer es doch mal etwas deftiger mag, kann sich sein Kumpirgericht mit Nachos, Chili con Carne oder Fleisch belegen. Gemüsebeilagen sind dagegen zusätzliche Energielieferanten und bieten Nährstoffe und Vitamine. Durch das große Angebot an Kumpir-Gerichten und die schnelle Zubereitungszeit, steht das kartoffelige Fast Food der großen Konkurrenz in nichts nach.

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Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.