Andere Länder, andere Sitten – aber immer auch Süßes

Was andere Länder an Weihnachten backen

Hierzulande lieben wir Christstollen, Zimtsterne und Lebkuchen. Doch wer einmal über den Rand des eigenen Plätzchentellers blickt, entdeckt in anderen Ländern mindestens genauso schmackhafte Köstlichkeiten.

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Weihnachtsplätzchen

Wer es in der weihnachtlichen Backstube nicht jedes Jahr traditionell haben möchte, der schaut sich einfach mal an, was Nachbarländer so zaubern.

Nicht nur wir Deutschen lieben Weihnachtsgebäck: Auch die Bewohner anderer Länder greifen im Winter sehr gern zu Keksen und Küchlein. Wir haben uns einmal umgesehen und spannende Backtraditionen entdeckt, die sich hierzulande hervorragend nachmachen lassen. Experimentierfreude vorausgesetzt!

Galerie: Königskuchen, Jul-Plätzchen und mehr

Der süße Süden – Weihnachtsgebäck in Italien und Frankreich

In Italien verzehrt man in den Wintermonaten häufig den sogenannten „Panettone“. Optisch kommt er unserem Christstollen nah. Es ist ein Kuchen und besteht aus unvollständig gebackenem und dadurch sehr weichem Teig. Durch die oft beigefügten Fruchtstückchen und Rosinen besitzt er eine süße Note und Italiener genießen ihn in der Adventszeit gern mit lieblichem Wein. Auch in Peru ist der Panettone eine beliebte Weihnachtsspeise – hier nennt man ihn allerdings Panetón. Noch ein wenig süßer geht es an Heiligabend in Frankreich zu: Franzosen reichen nach dem Weihnachtsessen traditionell die Bûche de Noël (zu Deutsch: „Weihnachtsbaumstamm“) als Dessert. Dabei handelt es sich um eine Biskuitrolle, die man mit Schokoladen-Buttercreme bestreicht, anschließend zusammenrollt und schließlich außen so verziert, dass sie wie ein Baumstamm aussieht.
Spekulatius

In Belgien und den Niederlanden sind Spekulatius das ganze Jahr erhältlich, nicht nur an Weihnachten wie hier.

Königskuchen und Quittenbrot – Weihnachten mal exotisch

In Spanien und Portugal ist es an Weihnachten so richtig exotisch, dafür aber bei Weitem nicht so süß wie in den anderen Ländern. Vor allem das Quittenbrot, „Dulce de membrillo“ genannt, ist hier ein fester Bestandteil der Adventszeit. Dafür dörrt man gesüßtes Quittenbrot auf einem Backblech, schneidet es anschließend in Rauten und wendet es in Zucker. In Katalonien gibt es noch eine weitere Weihnachtsgebäck-Tradition: der „Königskuchen“ (Tortell de Reis). Hierfür füllt man ringförmiges Gebäck mit Marzipan und belegt es anschließend mit glasierten Früchten. Den Königskuchen essen die Katalanen allerdings nicht zu Weihnachten, sondern traditionell am Dreikönigstag, dem 6. Januar. Zudem backen sie in den Königskuchen eine kleine Figur sowie eine Ackerbohne ein. Der, in dessen Stück die Figur steckt, darf sich eine kleine Papierkrone aufsetzen und hat dem Aberglauben nach Glück im neuen Jahr; derjenige, der die Ackerbohne findet, muss den Kuchen bezahlen.

Skandinavische Weihnachtsbäckerei

Vor allem die Schweden backen in der Adventszeit liebend gern, in erster Linie Kekse. Die sogenannten „Jul-Plätzchen“ („Jul“ bedeutet auf Deutsch „Weihnachten“) gibt es in diversen Ausführungen, die – ähnlich wie in Deutschland – mit klassischen Wintergewürzen veredelt sind. Hierzu gehören vor allem Zimt und Vanille, aber auch Karamell. Gerade in der schwedischen Weihnachtsbäckerei greift man zudem gern auf Safran zurück, um die Kekse geschmacklich aufzupeppen. Die wohl bekanntesten Jul-Plätzchen sind die Haferflockenkekse oder „Havreflarn“. Als Basis für die Kekse dienen, wie der Name schon sagt, Haferflocken. Je nach Geschmack verwenden die Bäcker aber auch gern knuspriges Müli als Grundlage. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich in Schweden die sogenannten „Drömmar“ (schwedisch für „Träume“). Sie schmecken nach Vanille und Kardamom und werden zusätzlich mit gehackten Pistazien und kandierten Kirschen dekoriert. Auch Lebkuchen ist in den nordischen Ländern heiß begehrt. In Schweden heißt er Pepparkakor, nach dem deutschen Begriff „Pfefferkuchen“. Die Norweger servieren neben Plätzchen übrigens auch Waffeln mit Zimt und Kardamom („Goro“), während sich Isländer auf das Laubbrot freuen: dünne, in Fett frittierte Teigfladen.
Antje Wessels

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Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.