Mood Food: Was steckt dahinter?

Diese Lebensmittel verbessern die Stimmung

Mit bestimmten Lebensmitteln verbinden wir Emotionen. Schokolade macht glücklich, eine Hühnersuppe wirkt wohltuend und Austern regen unsere Libido an. Und es gibt noch viel mehr Mood Food!

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Schokolade

Wir wissen, dass Schokolade glücklich macht. Doch sogenanntes „Mood Food” kann noch viel mehr, als nur unsere Stimmung zu verbessern!

Wenn uns unsere Mutter in Kindheitstagen eine warme Milch mit Honig gemacht hat, ging es uns automatisch ein wenig besser. Genau so verhält es sich auch bei einigen anderen Lebensmitteln, mit denen wir eine bestimmte Gefühlsregung verbinden. Liebeskummer lässt sich also nicht nur deshalb gut mit Schokolade bekämpfen, weil die darin enthaltenen Stoffe tatsächlich Glückshormone freisetzen, sondern auch, weil wir einfach wollen, dass es uns durch ihren Genuss besser geht. Dasselbe gilt für Hausmittel bei Erkältungen wie bestimmte Tees oder Hühnersuppe. Wollen wir dagegen unsere Liebsten mit Erdbeeren und Austern verführen, geschieht das in der Regel in ohnehin gelöster, erotischer Atmosphäre, in der die geschmackvollen Zutaten nur das Tüpfelchen auf dem i darstellen. Doch was ist dran am Mythos Mood Food? Welche Inhaltsstoffe setzen in uns welche Emotion frei und mit welcher Speise können wir es uns so richtig gut gehen lassen?

Galerie: Mood Food: Was Körper und Geist gut tut

Mood Food, das glücklich macht

Auch wenn ein Großteil der Zusammenhänge zwischen Nahrungsaufnahme und emotionaler Befindlichkeit noch nicht erforscht ist, gibt schon die Zusammensetzung bestimmter Lebensmittel darüber Aufschluss, inwiefern sie Auswirkungen auf unsere Gefühlswelt haben können. Unser körpereigenes Glückshormon, das sogenannte Serotonin, versetzt unser Gehirn in eine positive Stimmung. Lebensmittel, welche die Serotonin-Produktion ankurbeln, sorgen also automatisch dafür, dass mehr davon in unser Gehirn gelangt. Die Folge: Wir sind besser drauf. Leider kann Serotonin nicht einfach so über die Nahrung aufgenommen werden, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht von allein durchqueren kann. Wenn wir die serotoninbildenden Lebensmittel aufnehmen, sorgt das Eiweiß-Baustein Tryptophan dafür, dass das Glückshormon auch unser Gehirn erreicht. Dies geschieht, indem das die Blut-Hirn-Schranke durchquerende Tryptophan später in Serotonin umgewandelt wird. Tryptophan ist vor allem in Käse, Nüssen, Fleisch, Pilzen und Eiern enthalten, während verschiedene Beerenarten, Bananen, Kakao und bestimmte Gewürze besonders geeignet sind, um die Serotoninbildung anzuheizen.
Chili

Das in der Chilischote enthaltene Capsaicin regt durch seinen Hitze- und Schärfereiz die Durchblutung an und setzt sogenannte Neuropeptide frei, die im menschlichen Körper unter anderem den Blutdruck regulieren, die Hormonproduktion in der Schilddrüse stimulieren und den Wasserhaushalt im Gleichgewicht halten.

Mood Food, das Lust macht

Sogenannte Aphrodisiaka sind keine Wundermittel, sondern funktionieren nach einem ganz einfachen Prinzip. Zum Einen setzen sie ähnlich der „Gute-Laune-Nahrung“ die so wichtigen Glückshormone im Gehirn frei. Zum Anderen regen sie den Kreislauf und die Durchblutung an, was – im wahrsten Sinne des Wortes – das Blut in Wallung bringt und die Stimmung lockert. Gewürze wie Chili durchbluten die Schleimhäute, Austern und andere Meeresfrüchte lassen den Testosteronspiegel ansteigen, was die Standfestigkeit des Mannes erhöht. Das bedeutet im Klartext: Beim Geschlechtsverkehr kann er länger. Wer also vor dem Beischlaf ein Dinner aus Fisch und Muscheln für seine/n Liebste/n zaubert, profitiert davon auch im Bett. Lebensmittel wie Schokolade oder Trüffel haben obendrein den Vorteil, dass schon der Genuss, Geschmack und Duft absolutes Wohlbefinden auslöst, was zu einer sinnlichen Atmosphäre beiträgt. Doch Achtung: Beim kulinarischen Vorspiel ist weniger mehr. Wer sich vor dem Sex mit allerlei aphrodisierenden Köstlichkeiten vollstopft, der hat anschließend eventuell gar keine Lust mehr, sich körperlich zu betätigen.

Mood Food, das die Konzentration steigert

Neben Gute-Laune-Essen und solches, das unsere Sinne benebelt, gibt es aber auch Nahrungsmittel, die nachweislich dazu beitragen, dass unsere Konzentration gestärkt wird. In erster Linie ist eine ausgewogene Ernährung die richtige Basis für die größtmögliche Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Die Grundlage dafür sollte Wasser bilden. Wer regelmäßig und viel trinkt, sorgt dafür, dass die Synapsen zwischen den Gehirnzellen von ausreichend Flüssigkeit umgeben sind. Auch Fett ist wichtig für unsere Schaltzentrale, wobei hier zwischen guten und schlechten Fetten unterschieden wird. Ungesättigte Fettsäuren sind lebensnotwendig und vor allem in Nüssen, Fisch sowie Lein- und Rapsöl enthalten. In Hülsenfrüchten stecken wertvolle Aminosäuren, die das Gehirn mit ausreichend Eiweiß versorgen. Da das Organ obendrein viel Energie benötigt, sollte auch ein gesundes Maß an Zucker nicht fehlen. Dafür empfehlen sich langkettige kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Vollkornprodukte, die anders als kurzkettige Lebensmittel zu schnell verarbeitet werden und den Insulinspiegel ansteigen lassen. Zu guter Letzt benötigt unser Gehirn Vitamine, die es vor freien Radikalen schützen, die die Zellen schädigen. Vor allem Rohkost und ein Großteil der Obst- und Gemüsesorten sind ein idealer Snack für Zwischendurch, der den extra Vitaminkick liefert.

Galerie: 10 Lebensmittel für die clevere Küche

Antje Wessels

von

Schreiben ist seit jeher meine große Leidenschaft. Es ermöglicht mir, mein Wissen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen mit dem Leser zu teilen und ihm so regelmäßig neue, faszinierende Erkenntnisse mit auf den Weg zu geben.

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