Nicht nur für Vase und Garten geeignet

Lupine: Schöne und gesunde Alternative zu Fleisch

Blumen gehören nicht nur in die Vase, sie sind auch aus der kreativen Küche nicht mehr wegzudenken. Doch sie können mehr als Deko. Die Lupine etwa ist sowohl Fleisch- als auch Sojaersatz.

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Lupinen

Die Lupine ist nicht nur wunderschön, sondern lässt sich auch ausgezeichnet als Fleischersatz nutzen.

Schon die Ägypter nutzten die Lupine als Grabbeigabe, etwa zur selben Zeit verbreitete sie sich im Mittelmeerraum. Früh entdeckte man die Eigenschaften der Samen. Sie dienten in Notzeiten als Eiweißquelle oder geröstet als Kaffeeersatz. Auch als Futtermittel für Tiere und zum Düngen der Felder nutzt man die Lupine schon seit Jahrhunderten. Doch die falschen oder von Pilzen befallenen Samen und der oft hohe Anteil an Giftstoffen (Alkaloiden) sorgten bei Mensch und Tier für schwere Krankheiten oder auch Missbildungen des Nachwuchses.
Dank Kultivierung und Neuzüchtung der Süßlupine ist es heute jedoch möglich, die Samen der Pflanze weit vielfältiger einzusetzen. Den Beinamen „Süß“ hat die Lupine nicht aufgrund ihres Geschmackes bekommen, sondern wegen der nahezu vollständig fehlenden Bitterstoffe.

Was macht die Süßlupine als Nahrungsmittel so besonders?

Die weiße, gelbe und blaue Süßlupine sowie die Andenlupine finden heutzutage Verwendung. Allein die positiven Eigenschaften der Lupinensamen sprechen für die Verwendung in der Naturkost. Vor allem der hohe Eiweißgehalt von 36 bis 48 Prozent macht sie besonders gehaltvoll und empfehlenswert, denn hier sind im Gegensatz zu den meisten gängigen Getreidesorten alle wichtigen Aminosäuren enthalten. Im Gegensatz zu Sojabohnen ist die Lupine auch deutlich fettärmer. Nur vier bis sieben Prozent Fett, das sich zum Großteil aus den wichtigen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzt, sind enthalten. Süßlupinensamen sind außerdem gluten-, laktose- und cholesterinfrei und enthalten keine Stärke. Sie sind eine Quelle für Spurenelemente und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen oder Calcium und können so einen wichtigen Beitrag für Immunsystem, Stoffwechsel und Kreislauf leisten.

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Lupinen: In Deutschland immer Bio?

Da die Süßlupine auf heimischem Boden wächst und alle in Deutschland hergestellten Lupinenprodukte aus ökologischem Anbau stammen, sinkt auch die Sorge um Gentechnik, die beim Anbau von Sojabohnen immer wieder aufkommt. In der EU ist der Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen zwar verboten, jedoch sind weltweit mehr als 70 Prozent der Flächen mit Gen-Soja bepflanzt. Diese Bohnen gelangen durch Nutzung als Tierfutter auf Umwegen in die eigene Küche oder durch den internationalen Handel direkt in die Produkte.
Da die Nachfrage okölogischer Produkte ungebrochen ist, scheint die Süßlupine nicht nur ein hochwertiger Ersatz für andere Lebensmittel zu sein, sondern auch eine Bereicherung. Doch wo kann man sie kaufen und welche Produkte gibt es?

Welche Artikel gibt es?

Leider geht der Siegeszug der überaus gesunden Süßlupine in den Biomärkten nur schleppend voran. Das am weitesten verbreitete Produkt ist das Lupinenmehl (von Piowald 14,90 Euro/kg). Das Mehl kann man ganz klassisch zu Brot, Gebäck und Teigwaren verarbeiten. Es zeichnet sich durch hohe Bindefähigkeit und eine lange Haltbarkeit aus. Es sollte übliches Mehl aber keinesfalls ersetzen, da es sehr geschmacksintensiv ist. Wenn man jedoch einen Maximalanteil von 15 Prozent einhält, bekommen die Backwaren eine leckere nussige Note.
Ein weiteres Produkt ist der Lupinen-Tofu. So bietet Alberts eine reichhaltige Palette an Fleischersatzprodukten, beispielsweise Schnitzel (3,85 Euro/200 g), Filet (3,85 Euro/200 g), Burger (3,85 Euro/200 g) oder Cocktailwürstchen (3,85 Euro/250 g). Bratlinge bekommt man von Hiel für 2,99 Euro/2 Stück. Auch das tägliche Frühstück lässt sich gut mit Lupinen Crunchys (Piowald 9,90 Euro/kg) und Lupinen-Kaffee vom Bioland Hof Klein (7,40 Euro/500 g) ergänzen. Der Lupi Love Brotaufstrich von Zwergenwiese ist mittlerweile in vier Geschmacksrichtungen erhältlich: Paprika-Pfeffer (7,43 Euro/165g), Zwiebel-Knoblauch (2,19 Euro/165g), Tomate (2,19 Euro/165g) und Curry (7,43 Euro/165 g, alle Angaben Amazon, Stand 12. Juni 2015). Wer die gesunden Eigenschaften der puren Samen nutzen möchte, kann sie zu einem Preis von etwa 6 Euro/kg erwerben und in der eigenen Küche experimentieren.
Es zeigt sich also, dass die Lupine nicht nur im Garten schön anzuschauen, sondern auch für die gesundheitsbewusste, abwechslungsreiche und fleischlose Ernährung eine sehr gute Alternative ist. Das klingt nach leckerem Umtopfen in die heimische Küche.

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