Kochfeld für Energiesparfüchse

Schneller zubereiten mit dem Induktionsherd

Ein Induktionsherd hat mancherlei Vorzüge, ist aber nicht ganz günstig. Lesen Sie hier, worauf Sie beim Kauf achten.

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Induktionsherd von Neff

Ein Induktionsherd wird schnell heiß und spart Strom. Was beim Kauf wichtig ist.

Induktionsherde unterscheiden sich im Erscheinungsbild nicht wesentlich von anderen Herden, sie besitzen unten einen Elektro-Backofen, oben eine Glaskeramikplatte und sind sowohl als freistehender als auch als Einbauherd erhältlich – mit ihrem futuristischen Kochfeld und einer individuellen Front fügen sie sich optisch bestens in jede Küche ein. Den Unterschied macht das, was unter dem Ceran steckt: Die eingebaute Induktionstechnik und ihre Sicherungsmechanismen. Wer sich ein klein wenig mit Elektrotechnik befasst, investiert seine 500 bis 2000 Euro für das Gerät sicher klug. Induktion, Gas oder Glaskeramik? Lesen Sie hier, welcher Herd zu Ihnen passt.

Cool bleiben mit Induktionstechnik

Für gewöhnlich arbeiten Herde mit Wärmeleitung. Gasherde erhitzen die Töpfe mit einer Flamme, Elektroherde durch eine heiße Platte. Ein Induktionsherd dagegen funktioniert per Elektromagnetismus: Hochfrequenzstrom durchfließt eine unter dem Kochfeld liegende Kupferspule, worauf diese ein magnetisches Wechselfeld erzeugt. Dieses Wechselfeld setzt sich durch das Ceranfeld hindurch in den metallischen Topf- oder Pfannenboden fort. Warum dabei Hitze entsteht? Da die Kupferspule einen geringen, der Topf jedoch einen hohen elektrischen Widerstand hat, erwärmt ihn der elektromagnetische Wirbel. Die Ceranplatte bleibt dabei kalt, weil sie nicht aus Metall ist. Nur die thermische Wärme des heißen Topfs erwärmt sie zeitweiße ein bisschen. Mehr zum Thema Induktionstechnik erfahren Sie in unserem Ratgeber Siemens Induktionskochfelder: Was die neue Technik kann.

Zeit und Energie sparen

Wer Induktionsherde vergleicht, tut gut daran, die Größe der Kochfelder zu betrachten. Im Idealfall stimmt die Kochfläche mit dem Durchmesser des Kochgeschirrs überein. Denn nur so kommt der große Vorteil des Induktionsherds zum Tragen: schnelles Erhitzen ohne Energieverlust. Rund ein Drittel sparsamer bekommen Induktionsplatten das Kochgut heiß, ergaben Studien, weil sie ihre Energie direkt ans Geschirr, ohne den Umweg der heißen Kochplatte, weitergeben. Das freut den Geldbeutel! Schätzungen zufolge spart ein Induktionsherd Stromkosten von 10 Euro pro Person pro Jahr. Induktionsherde haben grundsätzlich Energieeffizienzklasse A oder A+. Sind Topf oder Pfanne kleiner als das Induktionsfeld, geht jedoch Energie verloren. Deshalb besitzen viele Induktionsherde eine Zweikreis-Kochzone, die sich großen oder kleinen Topfböden anpasst. Manche Herde bieten auch eine längliche Bräterzone. Sogar spezielle Töpfe, die der Platte melden, welche Temperatur gerade ausreicht, gibt es. Solche Funktionen sind ein klarer Vorteil – auch wenn es darum geht, schnell ein Essen auf den Tisch zu stellen. Denn das gezielte Erwärmen erhitzt die Speisen auch viel schneller. Lesen Sie hier, wie Sie in Ihrer Küche Energie sparen: So senken Sie den Stromverbrauch.

Gesunde Hände, saubere Küche

Es liegt auf der Hand: Kalte Kochplatten senken die Verletzungsgefahr in der Küche erheblich. Zwar sind die Töpfe und Pfannen heiß, doch ein versehentlicher Finger auf dem Kochfeld erleidet keine Blase mehr. Auch das Reinigen des Induktionsherds macht Spaß, denn hier brennt nichts ein. Kocht einmal die Soße über, verschwinden die Flecken mit einem Wisch! Ein guter Induktionsherd verfügt übrigens über eine Abschaltautomatik. Steht über einen gewissen Zeitraum kein Topf auf dem Feld, stellt die Induktionsspule automatisch ihre Arbeit ein. So ist gesichert, dass nicht etwa das Handy in seiner Metallhülle erhitzt, falls es auf einer versehentlich nicht ausgeschalteten Platte landet. Die meisten Induktionsherde steuert der Besitzer per Touch-Display. Testen Sie beim Kauf ruhig aus, welche Sicherheitsmöglichkeiten die Nutzeroberfläche bietet.

Kochgeschirr aus Heavy Metal

Nur ferromagnetisches Kochgeschirr – also Geschirr aus Metall, an dem ein Magnet haftet – bündelt das magnetische Wechselfeld des Induktionsfelds. Deshalb ist induktionsgeeignetes Geschirr mit einem besonderen Zeichen gekennzeichnet: einem Rechteck mit vier Spiralen. Stahl, Emaille und Gusseisen sind geeignete Materialien für einen Induktionsherd, Edelstahl, Kupfer und Aluminium weniger. Eine Ausnahme bilden speziell für Induktionsplatten hergestellte Edelstahltöpfe. Das Chefkriterium für Töpfe und Pfannen ist jedenfalls ihr Widerstand: ein dicker Boden aus Eisenlegierung, der nicht besonders gut leitet, macht den idealen Topf aus. Induktionsgeeignet ist beispielsweise die Bratpfanne Tefal My Cooking Guide mit Sensor, die wir für Sie getestet haben. Anders sieht es beim Kochbesteck aus. Kochlöffel, Bratwender und Co., die nicht aus Metall sind, eignen sich besser, weil durch sie kein Ableitstrom aus dem Topf an die Hände des Kochs gerät. Solche Ströme gibt es nämlich in seltenen Fällen, und auch wenn sie ungefährlich sind, sorgt das Kribbeln für eine Schrecksekunde.

Induktion und Strahlung

Elektromagnetismus ist mit Strahlung verbunden, und so ist es auch beim Induktionsherd. Wer sich davor schützen will, achtet am besten bereits beim Kauf darauf, dass die Emissionen des Kochfelds nicht die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder überschreitet. Feldstärken von mehr als 27,5 Volt pro Meter sind verboten, ebenso wie Strahlungsfrequenzen außerhalb des Bereichs von 10 bis 400 Megahertz. Letzterer Wert ist freilich weit gefasst. Normalerweise bewegen sich Herde im Bereich von 50 Megahertz, Induktionsherde liegen idealerweise darunter. Für Träger von Herzschrittmachern empfehlen die Hersteller 40 Zentimeter Abstand zum Induktionsherd, da das sensible Gerät die Induktionsstrahlung mit Herzimpulsen verwechseln könnte. Für diese Personengruppe sind Induktionsherde also nicht wirklich gut geeignet. Testen Sie beim Kauf auch die Geräusche, die der Herd aussendet! Induktionsherde geben nämlich ein leises Zirpen und Brummen von sich. Für Katzen und Hunde mag das unangenehm sein – für den Besitzer hört es sich aber vielleicht genauso schön modern und „küchig“ an wie die Kaffeemaschine morgens um halb acht.

Induktionsherde

Isabel Winklbauer

von

Kochen als Lieblingswissenschaft

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