Schlemmen für Fortgeschrittene

Das sind die kostbarsten Delikatessen der Welt

Trüffel, Hummer, Kaviar und Kobe-Rind – wir sagen Ihnen, woher diese Delikatessen stammen und worauf es beim Schlemmen in der Luxusliga ankommt.

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gekochter Hummer

Hummer gilt in vielen Ländern als Delikatesse – zu Hause zubereitet ist er nicht mal so teuer.

Manchmal darf es eben doch Kaviar sein. Der Preis spielt bei manchen Gourmets keine Rolle! Gastgeber in Europa und USA, die nicht auf den Cent schauen, servieren zu besonderen Anlässen Meeresfrüchte wie Austern oder Hummer. In Japan gibt es bestes Rindfleisch und besonderen Thunfisch, in China Salamander. Guten Appetit!

Klassiker im Schlemmer-Paradies

Austern, Trüffel, Kaviar – die bei uns bekanntesten Delikatessen sind gar nicht mal so teuer, vergleicht man sie mit einem Wagyu-Rind aus Japan. Dessen Fleisch kostet etwa im Restaurant des Starkochs Nobu Matsuhisa 900 Euro das Kilo. Macht 90 Euro für ein niedliches 100 Gramm Steak. Aber wer sagt, dass Luxus billig ist? Das Besondere am Schlemmen für Fortgeschrittene ist natürlich auch, dass das Essen besonders teuer ist. Wer weiße Trüffel, Foie gras oder einen Hummer auftischt, tut das meist, um eine besondere Gelegenheit besonders zu feiern.

Austern – sie schmecken wie der Ozean

12 Liter Meereswasser fließen pro Stunde durch die Edelmuschel. Dennoch ist ihr zartes Fleisch nicht jedermanns Sache. Mediziner meiden Austern aus Angst vor Hepatitis A. Echte Feinschmecker aber lieben sie und genießen sie zusammen mit einem Glas Pouilly fumé oder (noch besser) fussé. Die Auster gilt übrigens als stimmungsaufhellendes Lebensmittel. Vor allem in Frankreich, aber auch in England und Norwegen verzehren Genießer Austern frisch und lebend. Nur die Amerikaner grillen sie. Achtung: Verschütten Sie nicht das köstliche Meerwasser, das die (am besten professionell) geöffnete Auster umgibt. Es ist die Sauce zum Austernfleisch. Mit um die 70 Euro pro Kilo sind Austern relativ günstig.

Blauflossenthunfisch – selten und kostspielig

Diese Thunfischart sorgte im Jahr 2015 für weltweites Aufsehen, als eine japanische Sushi-Kette ein gigantisches Exemplar von 230 Kilo für umgerechnet rund 52.000 Euro ersteigerte. Im Vorjahr war der Preis sogar noch höher gewesen, „es war ein bisschen teuer“, kommentierte damals der Chef der Sushi-Kette den Preis von 6000 Euro pro Kilogramm. Sein tiefrotes Muskelfleisch, das voller gesunder Fettsäuren ist, ist in Japan besonders beliebt – allerdings ist dieser besondere Thunfisch auch vom Aussterben bedroht, weshalb Naturschützer und Umweltbewusste diese Delikatesse meiden.

Foie gras (Stopfleber) – Delikatesse aus der Antike

Gänseleber ist eine Delikatesse, das wussten schon die alten Römer, die Gänse allein wegen ihrer Leber hielten. Die Gänseleber zu unnatürlicher Größe „aufzufüttern“ ist also kein neuer Brauch, aber er ist und bleibt Tierquälerei. Die Stopf- und Fettlebern entsprechend gemästeter Gänse werden bis zu drei Pfund schwer. Um die 170 Euro zahlt man pro Kilogramm. Die Trüffel gesellt sich gern zur Foie gras. Genießen Sie diese Kombination oder Foie gras allein mit einem edelsüßen Weißwein aus Sauternes.

Hummer – Riesenkrebs aus dem Meer

Der zehnfüßige Krebs gedeiht in den Meeren Europas und trägt vorne zwei mächtige Scheren vor sich her, die ihm zum Fassen und Zerkleinern seiner Beute dienen. Er wird bis zu 10 Kilogramm schwer, noch gewichtiger ist sein amerikanischer Kollege mit bis zu 17 kg. Hummer verschicken die Händler lebend in die Fisch- und Feinkostgeshäfte, zur Zubereitung gibt man sie kopfüber in kochendes Wasser. Kenner verzehren zuerst den Schwanz und dann die Scheren, bevor sie sich an den Rumpf und die weiteren Beine machen. Dafür brauchen Sie ein Hummerbesteck und einige Geschicklichkeit. Aber der köstliche Geschmack lohnt die Mühe. Kosten: um die 80 Euro pro Kilogramm, im Restaurant mehr.

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Kaviar – Beluga ist besonders teuer

Die kleinen Perlen sind der Rogen verschiedener Störarten des Schwarzen und Kaspischen Meeres. Weibliche Störe liefern den Kaviar, wenn sie sich im Herbst in die Flüsse begeben, um zu laichen. Faustregel: Je behutsamer der Rogen gesalzen ist, desto feiner ist der Geschmack des Kaviar. Der edelste Kaviar der Welt heißt Beluga, er stammt vom Hausen ab, dessen schwarzgraue Eier besonders groß und köstlich sind. Wie alle Eier ist der Rogen des Störs besonders nahrhaft und gesund – und wird wie das Frühstücksei nie mit einem Metalllöffel gegessen. Kosten: beim Beluga-Kaviar bis zu 4500 Euro pro Kilogramm. Welches Getränk am besten passt? Darüber streiten sich die Kenner, ein Wein mit einer scharfen Note ist empfehlenswert.

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Wagyu – Rinder aus dem japanischen Kobe

Kobe-Rind ist eine Herkunftsbezeichnung wie das Terroir beim Wein und steht für die Region Kobe, aus der das berühmte japanische Rind stammt. Die Rasse heißt Wagyu. Wagyu-Rinder, die man auch außerhalb Japans züchtet, liefern das teuerste Rindfleisch der Welt. Das japanische Schwarzvieh gilt als besonders ursprünglich, weil Züchter es nie in seiner Geschichte mit anderen Rassen gekreuzt haben. Die Tiere wachsen ohne Hormone artgerecht auf und bekommen keinerlei Antibiotika, dafür aber spezielles Futter sowie gelegentllich eine der berühmt gewordenen Massagen. Ihre fein marmorierten Steaks zergehen auf der Zunge, und ihr Fett verfügt über ein besonders gesundes Verhältnis von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren. Kosten: bis zu 300 Euro pro Kilo, im Restaurant mehr. Dazu passt ein DOC-Rotwein aus dem Bordelais.

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Salamander – chinesische Spezialität

Vor allem die Riesensalamander mit einer Größe bis zu 1,80 Metern gelten in China als Delikatesse, die man sich nur zu besonderen Gelegenheiten gönnt. Auch Schlangen, Frösche und Schildkröten preisen Händler im Zug des Wirtschaftsbooms in Chinas Großstädten an. Meist sind diese Tiere aber geschützt und ihr Verzehr ist verboten. Das gilt auch für den Riesensalamander. Kosten: bis zu umgerechnet 60.000 Euro für ein Exemplar.

Trüffel – kostbarste Pilze der Welt

Trüffel sind legendär. Sie schmücken berühmte Gerichte wie Tournedos Rossini,oder Feinschmecker hobeln sie einfach über Spaghetti. Sie schauen aus wie verschrumpelte Minikartoffeln, schmecken aber unvergleichlich würzig. Berühmt ist die Périgord-Trüffel, die wie der Name schon sagt, aus dem Périgord sowie der nördlichen Provence kommt. Die schwarze Trüffelsorte verleiht gekochten Gerichten ihre unverwechselbare Würze. Weiße Trüffel oder auch Alba-Trüffel kommen aus dem norditalienischen Piemont und man hobelt sie ungekocht über das fertige Gericht. Sie kosten je nach Ernte 7000 bis 9000 Euro pro Kilogramm. Manchmal sind sie aber auch schon deutlich teurer. Dieser Preis relativiert sich allerdings, wenn man bedenkt, dass man pro Person etwa 5 bis 10 Gramm Trüffel auf die Speisen hobelt. Als Begleiter eignet sich Champagner.

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