Wurst-Toaster

Der Wurster von Severin im Test: Grillen so einfach wie toasten?

Die Idee ist der Hit: Temperatur wählen, vorheizen, Wurst einstecken, Hebel absenken, kurz warten. In wenigen Minuten soll der Wurster WT 5000 von Severin eine schön gebräunte Grillwurst rösten. ekitchen-Autor Gerald Sinschek hat es getestet.

Datum:
Severin Wurster

So einfach und schnell wie ein Toaster: Im Severin Wurster MT 5000 grillen Würste in Rekordzeit.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Wurster WT 5000 von Severin bekommt für die Idee und den Showeffekt eine glatte 1. Auch die schnelle Einsatzbereitschaft und die schön kurze und praktisch halbierte Garzeit im Vergleich zur Wenderei auf dem Grillrost ist klasse. Das Auge isst aber immer mit und hier zeigt der Apparat bei unterschiedlichen Befüllungen sehr ähnliche Schwächen: Die Bräunung ist oft ungleichmäßig und das Verhältnis von Innentemperatur zum Pellenzustand passt nicht so recht zusammen. Das ist nicht besser als ausreichend. Vielleicht feuert der Wurster zu stark und eine etwas reduzierte Leistung würde den Garvorgang zwar ein wenig verlangsamen aber zu ausgewogeneren Ergebnissen führen. Als Resultat steht auf meinem Notizblock 2-3, was ich wegen der spitzenmäßigen und mutigen Produktidee zu einer schwachen 2 aufrunde.

Pro

  • Tolle Idee
  • Schnell einsatzklar
  • Super Show-Effekt
  • Einfache Bedienung
  • Cooles Design

Kontra

  • Durchwachsene Ergebnisse
  • Recht teuer
  • Nicht für hohes Wurstaufkommen geeignet

Severin Wurster MT 5000

Manchmal wäre es einfach schön, von jetzt auf gleich eine leckere Bratwurst auf dem Teller zu haben. Doch wie so oft heißt es auch hier: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen! Kohle anfachen, wenden, warten. Bis mit herkömmlicher Kohlemethode die Wurscht knackig gebräunt und zum Verzehr bereit ist, vergeht unter Idealbedingungen bestimmt eine dreiviertel Stunde. In geselliger Runde mit reichlich kaltem Pivo lässt sich die Wartezeit gut überbrücken, aber manchmal ... Für die Eiligen hat Severin mit dem WT 5000 (UVP 399,95 Euro) jetzt das ultimative Wurst-Grill-Tool erfunden: Den Wurst-Toaster.

So funktioniert der Wursttoaster WT 5000 von Severin

In einer robust zusammengezimmert wirkenden, aber doch recht filigranen Holzkiste steckt der etwa schukartongroße Wursttoaster. Das weitgehend schwarz lackierte Metallgehäuse hat an der Oberseite zwei Wurstschächte aus denen je eine Metallspirale zur Aufnahme des Toast- oder Grillgutes lugt, die je nach Wunsch und Montage auch komplett unter dem Rösteinsatz verschwinden (dazu später mehr). Auf der Vorderseite ist die Bedienung mit einem Absenkhebel und einem kleinen Display mit fünf Bedienknöpfen übersichtlich. Die sind für die Funktionen Dicke Wurst/Dünne Wurst/Stopp/Zeitanpassung/Warmhalten da. Unter dem Steuerfeld befindet sich eine herausziehbare Tropfenschale, die Fett und Bratensaft auffängt.

Galerie: Der Wurster in der Praxis

Wird der Hebel nach Einstellen der gewünschten Toastdauer (dick: 5,0 Minuten, dünn: 4,5 Minuten) abgesenkt, verschwinden die beiden Wurstkäfige bzw. die Würste im Gehäuse und werden hier von je einer eng gewickelten Heizspirale mit Metallreflektoren umfasst, die dem Würstchen mit bis zu 2000 Watt auf die Pelle brennt. Die Toastdauer kann individuell auf maximal 10 Minuten programmiert werden. Mehr als 3 Zentimeter Durchmesser sollte die Wurst laut Hersteller aber nicht haben, dann würde sie außen verbrennen und innen noch nicht gar sein.
An der Hinterseite des Gerätes befindet sich eine Reinigungsluke, der Rösteinsatz, die Reflektoren, die Federn und die Auffangschale lassen sich im Geschirrspüler säubern. Der rund 6 Kilogramm schwere Wursttoaster ist mit einem etwas knapp bemessenen, rund 100 Zentimeter langen Stromkabel ausgerüstet.

Der Wursttoast-Test

Vier verschieden lange und dicke Würste soll mir der WT 5000 zubereiten, dabei habe ich bei dem Metzger sowohl zu rohen als auch gebrühten also praktisch gegarten Varianten gegriffen. Mit diesem sehr gemischten Sortiment sollte ich den Wurster gründlich durchchecken können.
Für die eher dicken Schinken-Krakauer wähle ich den Knopf mit dem Programm „Dicke Wurst“ für Stopfdärme über 25 Millimeter Durchmesser. Hier will das Gerät nach fünf Minuten liefern. Beim Einstecken in den Wurstschacht hakelt es etwas, die recht stark gebogene Wurst bleibt in den Windungen der Feder stecken und ich muss sie mit Nachdruck einfädeln, bis sie am Boden des Schachtes ankommt. Hebel runter, warten. Nach dem Aufwärmen in der eigentlichen Heizphase fängt es ordentlich an zu qualmen, was den Einsatzort des Wursttoasters definitiv ins Freie diktiert. Nach fünf Minuten springt der Hebel hoch, die Wurst kommt wieder zum Vorschein und … ist innen gut warm und außen allerdings schon etwas schrumpelig mit harter und stellenweise leicht aufgeplatzter Pelle die auch nicht so richtig gleichmäßig gebräunt ist. Der Innentemperatur nach würde ich die Toastzeit etwas verlängern, dann aber würde die Wurst außen noch ramponierter auf dem Teller liegen.
Jetzt kommt die ebenfalls dicke, aber recht kurze Thüringer in den Schacht und zeigt nach Ende der Toastphase ein bekanntes Bild: Innen gerade warm genug, außen schon zu weit mit harter, ledriger und geplatzter Haut. Hm.
Noch `ne dicke - und roh obendrein. Das wird nicht einfacher für den Wurster. Die fünf Minuten der Standardeinstellung sind definitiv zu kurz, die grobe Dicke ist noch roh im Inneren. Ich addiere also zwei Minuten, jetzt ist sie zwar gar und heiß und zur Abwechslung nicht geplatzt, außen dafür sehr ungleichmäßig gebräunt.
Letzter Versuch: Eine dünne kurze Nürnberger soll im Schacht mit dem Programm „Dünne Wurst“ ordentlich garen und bräunen. Als das Gerät fertig sein will, bekomme ich mit der mitgelieferten, sehr kurzen hölzernen Wurstzange die kleine Nürnberger nicht zu fassen. Die Wurstfeder lasse ich im nächsten Versuch mit dem gleichen Produkt also besser aus dem Rösteinsatz herausragen. Ist die Wurst fertig und Schnellt der Hebel in die Höhe, kann ich die Feder samt Füllung aus dem Gerät heben und bequem entnehmen oder sogar direkt auf den Teller kippen. Die Bräunung der Nürnberger ist nach 4,5 Minuten nicht sehr ansehnlich bei korrekter Innentemperatur. Mehr Garzeit würde das arme kleine Würstchen austrocknen.
Bei einer Verkostung innerhalb der Redaktion zeigte sich der Wurster dem Ansturm nicht gewachsen. Wenn viele hungrige Mäuler auf eine Wurst warten, können fünf Minuten ziemlich lang werden, wenn immer nur 2 Würste fertig werden.
Passend zur getoasteten Wurst bietet Severin ein 5er-Sortiment Grillsaucen an: Der „Bullenritt“, eine lecker würzige Currysoße, die „Heulsoße“, eine echt scharfer Chili-Curry-Ketchup, den sehr süßen Orange-Karamell-Senf „Gaumenkitzler“, den pikanten Chili-Senf „Der Burner“ und den sehr eigenartigen „Ladykiller“. Dieser „aromatisch-rauchige BBQ Kaviar-Senf“, der aussieht, wie mit Fischeiern bestückt überzeugt mich allerdings weder mit seinem Geschmack, noch mit seinen Zutaten: Neben Senf (klar) und Tintenfischtinte (für die Farbe) finde ich in der aufgedruckten Liste auch „Weichtiere“ wie „Fisch“ und „Mollusken“. Severin hat hier also nicht näher benannte Weichtiere wie Schnecken, Muscheln oder Kopffüßer untergeschreddert. Hm. So undefiniert ist das nicht mein Fall.
Nach der Bruzzelei ist die Reinigung der Teile selbst in der Spülmaschine nicht so ganz einfach. Insbesondere die Reflektoren brauchen innen Nacharbeit per Hand.

Severin Wurster MT 5000

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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