Blutig bis durchgegart

Schlauer Elektrogrill: Tefal OptiGrill Smart im Test

Für viele Hobby-Grillmeister ist es die Königsdisziplin, den gewünschten Garpunkt eines Steaks exakt zu treffen. Der Tefal OptiGrill Smart nimmt Ihnen diese Herausforderung ab.

Datum:
Tefal OptiGrill Smart

So einfach geht es: Die OptiGrill-App liefert Schritt-für-Schritt-Anleitungen für beste Resultate.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der OptiGrill Smart macht vieles richtig: Das Gerät sieht markant aus, ist schnell aufgebaut und leicht zu verstehen. Das grundlegende OptiGrill-Prinzip funktioniert so gut, dass wirklich jedes Steak und jedes Seitan-Filet schnell und ohne großen Aufwand perfekt auf dem Teller landet. Abstriche gibt es bei der App: Der OptiGrill Smart ist zwar der vielseitigste OptiGrill bisher – ein Kauf nur aufgrund der App „Mein OptiGrill” lohnt sich allerdings nicht. Tefal hat die Chance vertan, ein wirklich smartes Gerät zu entwickeln.

Pro

  • Schneller Aufbau
  • Leichte Bedienung
  • Stabiler Stand
  • Flexible Einsatzmöglichkeiten
  • Individuelle Grillprofile
  • Punktgenaue Garung des Grillguts
  • Einfache Reinigung

Kontra

  • App nur eine nette Spielerei
  • Kostspieligster OptiGrill
  • Noch dürftige Programmauswahl
  • Keine Windows-Unterstützung
  • Fehlendes Rezeptbuch

OptiGrill Smart

Der Tefal OptiGrill ist seit seiner Einführung aus den Bestseller-Listen nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, dass das in Frankreich gegründete Unternehmen alles daran setzt, dieses Momentum aufrecht zu erhalten. Mit einer XL-Variante oder optionalen Ausstattungsmöglichkeiten für Pizza und Kuchen hielt Tefal die Begeisterung für den OptiGrill aufrecht. Nun gibt es mit dem OptiGrill Smart eine Variante, die dem aktuellen Trend der Vernetzung folgt. Mit Android- und iOS-Smartphones oder -Tablets aktivieren Sie die bekannten Funktionen des Tischgrills. Windows-Nutzer gucken leider in die Röhre. Im Test muss der Tefal OptiGrill Smart beweisen, wie viel er im Vergleich zu den „unsmarten” Modellen dazugelernt hat – und ob die punktgenaue Garung so zuverlässig funktioniert, wie man es bereits gewohnt ist.

Von der Packung zum Grillen in fünf Minuten

OptiGrill Smart

Schwarz und Metall: Der OptiGrill Smart reiht sich nahtlos in das bestehende Line-up ein.

Der erste Aufbau könnte einfacher nicht sein. Fast vollständig zusammengebaut kommt der stabil verpackte Tischgrill aus dem Karton. Nur die Abtropfwanne für Öl- und Flüssigkeiten des Grillguts ist einzeln anzubringen. Noch schnell die Grillplatten mit einer Klickmechanik lösen und kurz mit warmem Wasser abspülen. Zurück in den Grill damit – fertig! Tatsächlich dauern die initialen Schritte in Summe weniger als fünf Minuten. Wer schon einen OptiGrill kennt, dürfte sich sofort wieder zu Hause fühlen. Das markante Design ist geblieben und angepasst: Der OptiGrill Smart kombiniert einen dunklen Griff mit einem metallenen Gehäuse und fügt sich so nahtlos in das Bild der Reihe ein. Das gelingt den Funktionen in großen Teilen auch. Der OptiGrill Smart wirkt schon bei der Inbetriebname wie eine konsequente Fortführung des bekannten Prinzips.

OptiGrill Smart: Kernfunktionalität auch ohne Smartphone

OptiGrill Smart

Prüfende Blicke sind mit dem OptiGrill Smart eigentlich nicht notwendig. Der Elektrogrill regelt alles von allein.

Auch die grundlegende Funktionsweise hat sich nicht verändert. Bevor der OptiGrill Smart seine Intelligenz unter Beweis stellen darf, steht aber erst einmal der Test der Grillleistung auf dem Programm. Das Gerät ist mit seinen knapp 600 Quadratzentimetern Grillfläche auf die Zubereitung von Mahlzeiten für zwei bis vier Personen ausgelegt. Der OptiGrill bietet sechs spezialisierte Programme, die dank angepasster Grillzyklen und 2000 Watt Leistung eine perfekte Garung des jeweils ausgewählten Grillguts garantieren sollen.
  1. Burger
  2. Geflügel
  3. Sandwiches
  4. Würste
  5. Steak
  6. Fisch
OptiGrill Smart Grillstreifen

Appetitliche Grillstreifen: Ob auf Grillgemüse, Fleisch oder Tofu – der OptiGrill Smart sorgt für eine tolle Röstung.

6 Minuten Vorheizen

Optional ist auch das Auftauen von gefrorenem Grillgut oder das manuelle Garen möglich. Nach der Auswahl und einer etwa sechsminütigen Aufwärmphase ist das Gerät startklar. Der Grill ist hochwertig verarbeitet, lediglich die flexible oberen Grillplatte dürfte etwas stabiler sein. Der Griff selbst ist extrem griffig und bleibt stets kühl um eine problemlose Handhabung zu gewährleisten. Dann kann es also losgehen: den OptiGrill Smart öffnen, das Grillgut reinlegen und fertig. Dann kommt die markante LED-Anzeige am Griff zum Tragen: Fließend verändert der hell leuchtende Punkt seine Farbe und fungiert so als Indikator für den Fortschritt des Grillprozesses. Die Farben markieren jeweils einen bestimmten Garpunkt.

OptiGrill Smart: Farbindikator

Gelb

Blutig

Orange

Medium

Rot

Gut durch

OptiGrill Smart Anzeige

Dieser farbenfrohe Indikator gibt Auskunft über den aktuellen Garpunkt der Zutaten im OptiGrill Smart.

Automatische Erkennung

Sobald das gewünschte Produkt im OptiGrill Smart liegt, erkennt der Tischgrill die Dicke und Menge des Grillguts und passt die Grillleistung entsprechend an. Sobald alles an seinem Platz liegt und der Grill zugeklappt ist, geht es erstaunlich schnell: Der Indikator wechselt die Farbe fließend mit dem Prozess. Sie sollten der Anzeige vertrauen und den Grill während des Garvorgangs nicht unnötig öffnen. Jede Unterbrechung hat einen negativen Einfluss auf das Resultat. Das fällt schwer: Schnell macht sich ein angenehmer Duft in der Küche breit, das leise Brutzeln der leicht mit Öl eingeriebenen Grillplatten macht Lust auf prüfende Blicke. Aber das Warten lohnt sich tatsächlich – nicht nur, weil Sie so auch mögliche Fettspritzer vermeiden. Das Gerät piept nach wenigen Minuten als Signal, dass die erste Garstufe erreicht wurde – die Anzeige leuchtet Gelb, das Steak müsste jetzt blutig sein. Das zweite Piepen folgt kurz darauf. Die Leuchte erstrahlt in sattem Orange. Medium – Zeit die heißen Leckereien herauszunehmen. Der Vorgang verlief schnell und einfach – Zeit für den Geschmackstest.*

Auf den Punkt gebracht

Steak Optigrill Smart

Dank abgestimmter Programme und Analyse der Produktdicke: Im OptiGrill Smart gart das Grillgut auf den Punkt.

Wie bereits angedeutet: Es lohnt sich, dem OptiGrill zu vertrauen. Schon optisch können sich die zubereiteten Speisen sehen lassen. Eine sanfte Bräune ergänzt die teils kräftigen Grillstreifen – so soll es sein. Auch das Anschneiden macht Spaß, die Konsistenz stimmt. Alles ist zart und saftig – und entsprechend schmeckt es auch. Der OptiGrill liefert also auch in der neuesten Variante tadellose Ergebnisse, selbst wenn kein Smartphone in greifbarer Nähe ist. Welchen Mehrwert liefert also die Bluetooth-Verbindung zur App?

Wie „Smart” ist der OptiGrill wirklich?

OptiGrill Smart App

Angenehmes Design aber kein technisches Wunderwerk: Die „Mein OptiGrill”-App ist nur bedingt hilfreich.

Von smarten Küchengeräten darf man spätestens seit der letzten IFA einiges erwarten. Die Sprachsteuerung mit Alexa, Siri oder Cortana gehört inzwischen zum guten Ton. Auch eine geräteübergreifende Kommunikation, beispielsweise mit HomeConnect, ist heute keine Seltenheit mehr. Beim Lesen der gut verständlichen Anleitung ist aber klar: Tefal meint mit dem namensgebenden Begriff „Smart” lediglich die Möglichkeit, das Gerät mit der passenden Smartphone- oder Tablet-App zu verbinden. Tiefergreifende Spielereien und Vernetzungen sind nicht vorgesehen. Die App „Mein OptiGrill” ist gratis in den jeweiligen Stores herunterzuladen. Der Hersteller spart dank der Smartphone-Anwendung außerdem Materialkosten: Liegen allen anderen OptiGrills physische Rezeptbücher zum Stöbern bei, reduziert sich der Rezeptanteil hier auf eine eigene Rubrik in der App. Schade: Die OptiGrill-App zeigt auch Rezepte an, für die man optionales Zubehör erwerben soll. Eine Option zum Filtern wäre hier praktisch.

Guten App-etit!

OptiGrill Smart Brot

Nicht nur für Fleisch: Der OptiGrill hat gesonderte Modi für Sandwiches oder Panini.

Optisch präsentiert sich die Anwendung schlicht aber nicht unästhetisch. Die dunklen Grautöne bieten einen angenehmen Kontrast zu den knalligen Farben des auch hier intensiv leuchtenden Indikators, der mit der Anzeige des Geräts abgestimmt ist. Auch sonst orientiert sich die Handhabe am physischen Vorbild: Auch die sechs bekannten Programme tauchen hier auf. Der erste Eindruck täuscht aber etwas: Nicht sofort wirken alle Aktionen schlüssig, es bedarf etwas Einarbeitungszeit. Letztendlich sind die gewünschten Einstellungen aber nur wenige Klicks entfernt. Die Bedienungen per App gleicht bei einem normalen Durchgang der klassischen Bedienung. Wechselnde Farben und Signaltöne halten Sie auf dem Laufenden. Allerdings zeigt der Bildschirm ergänzende Informationen wie die verbleibende Zeit des Vorheizens an. Eine weitere Besonderheit der App: Mit Nutzerprofilen lassen sich die individuellen Vorlieben mit eigenen Hinweissignalen verbinden. Das erste Steak soll nur kurz anbräunen und schon auf den Teller, während das andere vollends durchgegart gewünscht ist? „Mein OptiGrill” gibt mit dem vorher festgelegten Signal bekannt, welches Stück wann vom Gerät runter sollte. Ärgerlich: Zur Freischaltung aller Funktionen ist die Anmeldung für ein kostenloses Benutzerkonto notwendig – ein schneller und komfortabler Start sieht anders aus. Auch sonst erleichtert einem die App die Arbeit kaum: oftmals ist die Anwendung mehr als digitale Anleitung zu werten: zu oft zeigt das Smartphone lediglich Anweisungen an, wie das Gerät zu bedienen ist.

Galerie: Smarte Küchen-Apps

Für wen ist der OptiGrill Smart?

OptiGrillSmart

Senf und Paprikasauce: Ein Fleisch-Enthusiast schüttelt bei diesem Anblick sicherlich den Kopf.

Der OptiGrill Smart ist für Menschen, die am liebsten alles mit dem Smartphone koppeln würden. Die kleinen Anleitungen und Step-by-Step-Rezepte sind sicherlich eine nette Idee für den vernetzten Hobby-Griller. Wenn Sie nicht viel von diesen Zusatzfunktionen halten, ist eines der älteren Modelle die bessere Wahl. Auch das Upgrade lohnt sich kaum – zu klein ist der gewonnene Nutzen durch die smarte Funktionalität. Das Komplettpaket mit den meisten Einstellungsmöglichkeiten gibt es dennoch nur mit dem OptiGrill Smart.
* Der Autor dieses Artikels lebt vegetarisch und testet das Gerät mit veganen Produkten. Die Bewertung von Fleisch überlässt er lieber „erfahreneren” Fleischesser*innen.

OptiGrill Smart

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.