Der bessere Beefer?

Heißer Test: Der zerlegbare Oberhitzegrill „Young“ von WeGrill

Die Zubereitung von superkrossen Steaks mit höllischer Oberhitze wird immer beliebter – zumindest bei echten Grillfans! Mit dem gasbefeuerten Modell „Young“ von WeGrill konnte eKitchen-Autor Gerald Sinschek bereits den zweiten derartigen Grill testen.

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Oberhitzegrill WeGrill Young faltbar

Das Modell „Young“ von Hersteller WeGrill lässt sich zerlegen und somit gut reinigen. Der gasbetriebene Oberhitzegrill bringt sehr gute Ergebnisse.

Puh – bis von den vielen glänzenden Edelstahlteilen des Oberhitze-Gasgrills „Young” (UVP 299 Euro, www.santosgrills.de, www.wegrill.eu) vom italienischen Hersteller WeGrill alle Schutzfolien abgezogen sind, vergeht ein knappes halbes Stündchen. Dafür liegen die Platten, Roste und Bleche jetzt in makellosem Zustand vor mir. Schwerstes Teil ist der Deckel samt Gasanschluss und dem integrierten keramischen Infrarot-Brenner, der über 2,4 kW Heizleistung verfügt und maximal 180g Gas pro Stunde verbrauchen soll. Dabei entsteht laut Hersteller eine gewaltige Hitze von fast 850°C! Die anderen Bausatzstücke sind leicht und handlich. Stecken tut alles in einer sehr robust wirkenden Tasche aus Segeltuch mit ordentlichen Handschlaufen.

Aufbau des WeGrill „Young”

Auch ohne die etwas knapp gehaltene und recht dunkel fotokopierte Anleitung ist der Grillapparat nach wenigen Minuten intuitiv zusammengesteckt. Bis auf zwei Knebelschrauben, die den Deckel rechts und links auf den Seitenteilen fixieren, ist alles gesteckt – praktisch. Denn wo keine Schrauben sind, kann auch nichts verloren gehen! Die mit 1,5 Metern sehr lange (gut!) Gasleitung samt Druckminderer wird rechts am Deckel angeschraubt. Ein Schraubventil reguliert an dieser Stelle den Gasfluss. Von hier aus strömt das Gas zu dem etwa 12,5 x 17,5 Zentimeter großen Infrarot-Brenner. Im Verhältnis zur Gesamtfläche des querformatigen Grills von etwa 40 x 30 Zentimetern scheint das recht klein geraten zu sein. Doch dazu später mehr.

Galerie: Heißer Test: Der zerlegbare Oberhitzegrill WeGrill „Young“

Einschubhöhen des Rosts

Ok – stufenlos ist anders. Aber der große Rost, dessen abnehmbarer Handgriff zugleich als Grillgabel fungiert, lässt sich in vier verschiedenen Positionen unter dem Brenner einschieben. Der Abstand zur Hitzequelle reicht dann von etwa 6 bis 20 Zentimeter. Das genügt völlig, um dünne wie dicke Steaks korrekt zu positionieren. Mit viel Abstand lassen sich auch dicke Brocken wie Huhn oder Bratwurst grillen, die „durch“ sein müssen. Unten im Grill liegt eine Fettschublade, davor ein ebenso großer Spritzschutz, der Tisch oder Tischdecke vor heißen Fettspritzern schützen soll.

Das Probegrillen

Vier Stücke muss der WeGrill „Young“ uns jetzt perfekt zubereiten: Einen riesigen 800g Dry-aged-Roastbeef-Brocken für 40 Euro von Versender Otto-Gourmet, ein gutes Nackenkotelett vom Haselauer Landschwein, das die Fachfleischerei zugeschnitten hat, ein Discounter-Kotelett und eine dicke, grobe Bratwurst. Nach knapp 10 Minuten ist der Brenner auf Temperatur – es kann losgehen: Beide Koteletts gare ich nacheinander in 2,5 bzw. drei Minuten auf obersten Einschubstufe. Das Ergebnis gefällt: Sie sind außen kross und innen saftig-zart. Auch das Riesen-Roastbeef lässt sich unter regelmäßigem Wenden und Ölen in rund 10 Minuten plus Ruhezeit auf den Punkt garen. Sehr gut! Und sogar die Bratwurst gelingt mit etwas reduzierter Hitze im untersten Einschub in knapp 15 Minuten. Auf den großen, quer eingebauten Rost passen 10 Stück davon. Wenn man regelmäßig wendet und die Positionen durchtauscht, ließe sich auch eine große Runde verpflegen. Ansonsten passen entweder ein Riesensteak, zwei normal große Steaks oder vier kleine Koteletts direkt unter den Brenner. So viel gut überschaubare Nutzfläche hat der Konkurrent Beefer nicht geboten.

Fazit

Zerlegbar und damit einfacher zu reinigen, größere, besser nutzbare Fläche, knapp halber Preis im Vergleich zu dem edler anmutenden Mitbewerber: Der WeGrill „Young“ ist der bessere Beefer. Und in der robusten Tasche aus Segeltuch lässt sich der Oberhitzegrill gut tragen und verstauen.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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