Teppanyaki-Style

Braten und Garen auf Glaskeramik: Der Elag LeMax Grill II im Test

Teppanyaki für zu Hause? Mit der Glaskeramik-Heizplatte des LeMax Grill II von Elag soll das ein Kinderspiel sein! eKitchen-Autor Gerald Sinschek hat den Regler aufgedreht.

Datum:
Elag Teppanyaki

Gemüse, Fleisch, Eierspeisen: Auf dem Elag LeMax Grill II lassen sich vielfältige Gerichte zubereiten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Mit etwas Übung und Erfahrung lassen sich auf dem LeMax Grill II von Elag tatsächlich sehr viele unterschiedliche Gerichte zubereiten: Braten, Dünsten, Schmoren, „Backen“ – der große Hitzebereich bietet eine Menge Möglichkeiten. Auch verschiedene Lebensmittel gleichzeitig lassen sich passabel timen, einfach ist die Zubereitung einer Lebensmittelart. Ideal wären zwei getrennt regelbare Heizzonen, das würde die Koordination auch Einsteigern erleichtern. Die Reinigung bei starkem Verschmutzungsgrad ist recht aufwendig, auch wenn mit Fett nicht gespart wurde. Steaks lassen sich mit dem Gerät besser outdoor oder unter einer sehr guten Abzugshaube zubereiten. Das große Gerät braucht viel Platz und Stauraum, erweitert für ambitionierte Köche das Erfahrungsspektrum aber sehr.

Pro

  • Vielseitig
  • Robust
  • Interessantes Küchengerät

Kontra

  • Teilweise mühsam zu reinigen
  • Viel Erfahrung erforderlich
  • Groß und schwer

Teppanyaki-Platten

Eine große Bratfläche, auf der alle Zutaten eines vielseitigen Gerichts gleichzeitig zubereitet werden könnten, wäre wirklich praktisch! In der japanischen Küche sind beheizte Stahlplatten, auf denen gebraten, gegart und geschmort wird, weit verbreitet. „Plancha“ ist ähnlich. Der deutsche Hersteller Elag hat das Prinzip übernommen und mit dem LeMax Grill II (UVP 459 Euro) auf besondere Weise umgesetzt: Bei diesem Gerät wird nicht auf einer Stahlfläche, sondern auf einer Glaskeramikplatte gebraten.

So ist der Elag LeMax Grill II aufgebaut

Basis ist ein acht Zentimeter hohes Edelstahlgehäuse mit zwei stabilen Handgriffen, in das eine Glaskeramikplatte eingelassen ist. Die gleichmäßig beheizbare Fläche ist 33,5x33,5 Zentimeter groß und lässt sich laut Hersteller mit maximal 2.300 Watt auf bis zu 380 °C erhitzen. Das würde auch für Steaks genügen. Im Vergleich zum Rahmen ist die Bratplatte leicht abgesenkt, sodass Wasser aus dem Gargut nicht über den Rand laufen kann. Vorne rechts am Gehäuse befinden sich lediglich eine kleine Betriebsleuchte und der Drehschalter mit Stufen von 1-12. Über ein extra dickes und 185 Zentimeter langes Kabel wird der neun Kilogramm schwere Apparat mit Strom versorgt, ein kleiner Glasschaber soll die Reinigung erleichtern.

Der Praxistest

Die Fotos von Katalog, Karton und Homepage zeigen interessante Motive: Unter anderem finden sich dort Englisches Frühstück, Pfannkuchen, Steak und sogar eine Pizza! Genau in der Reihenfolge muss der LeMax Grill II zeigen, was er kann. Insbesondere bei der Pizza bin ich sehr skeptisch. Ohne Oberhitze oder einen geschlossenen Garraum kann das doch nichts werden, oder?! Und ein komplettes Englisches Frühstück braucht erfahrungsgemäß sehr unterschiedliche Temperaturen und Garzeiten.

Galerie: Garen auf Glaskeramik: Der Elag LeMax Grill II im Test

Englisches Frühstück

Eier, Bacon, Pilze, Tomaten und Baked Beans – die gebackenen Bohnen in Tomatensauce – gehören mindestens zu der vollständigen Spezialität. Oft finden sich auch noch kleine Würstchen und natürlich der Weißbrot-Toast auf dem Teller. Die Bohnen erwärme ich lieber in der Mikrowelle und das Brot im Toaster. Der Rest kommt auf die Platte. Was für erste Überlegungen sorgt: Laut mitgeliefertem Rezeptheftchen benötigen Eier die Hitzestufe 7, Gemüse hingegen Stufe 8 und Fleisch/Bacon mehr Temperatur in Richtung 10. Das wird tricky! Für Tomaten und Pilze heize ich die Platte erst mal auf Stufe 8 vor, fette sie etwas mit dem empfohlenen Flüssigprodukt von Rama und lege die Gemüse nach sechs Minuten auf. Kein Bruzzeln oder Zischen signalisiert den Garvorgang. Das hatte ich anders erwartet. Nach fünf Minuten schalte ich die Temperatur eine Stufe höher und gebe nach weiteren drei Minuten den Bacon hinzu. Viel passiert nicht, ich erhöhe auf Stufe 10. Jetzt kommt der Speck in Wallung, nach kurzer Zeit kommen die Eier auf die Platte, ich reduziere die Hitze wieder auf 9 und warte, schiebe, wende. Alles ist gleichzeitig fertig, das Ergebnis schmeckt. An der Stelle, an der der Bacon auf der Platte lag, hat sich allerdings eine hartnäckige Kruste auf der Platte gebildet.
Das war nichts für Anfänger – so verschiedene Zutaten erfordern gutes Timing und etwas Übung.

Pfannkuchen

Nach fünf Minuten ist die Platte auf der empfohlenen Stufe 8 heiß, ich fette sie nicht zu sparsam ein (schmeckt einfach besser als knochentrockene, Fladenbrot-ähnliche Eierkuchen) und gebe vier kleine Teigkleckse von etwa 15 Zentimeter Durchmesser auf die Glasfläche. Stufe 8 dauert ewig, 9 ist besser. Nach ein paar Minuten, ähnlich wie in der Pfanne, sind die Pfannkuchen fertig und schmecken!

Steak mit Zwiebeln

380 °C wird die Platte heiß – das sollte für ein Steak genügen. Zu dem irischen Rumpsteak vom Black Angus schmecken gebratene Zwiebeln. Mal sehen, ob das gleichzeitig klappt. Das Fleisch braucht kurze Zeit viel Hitze, die Zwiebeln eigentlich über einen langen Zeitraum mittelviel Power. Nach Herstellerangaben erhitze ich die Platte 10 Minuten lang auf Stufe 12, das wird auch für den Koch richtig warm! Jetzt etwas Fett und die Zwiebeln drauf – das qualmt schon ordentlich. Und bräunt sehr, sehr schnell. Nach drei Minuten kommt das Stück Fleisch auf einen ebenfalls gefetteten Bereich, die Qualm-Entwicklung steigt stark an und gibt dem Rauchmelder im anschließenden Esszimmer eindeutige Signale. Mist! Nach jeweils einer Minute pro Seite reduziere ich die Hitze auf Stufe 5. Die Zwiebeln sind hin und in meinen Ohren fiept es nachhaltig. 5 Minuten später ist das Steak gut medium, die schwarzen Zwiebeln wandern in den Müll. So geht es also nicht – war zu erwarten. Die Platte ist jetzt stark verkrustet, die Reinigung mit Schaber, viel Wasser und etwas Spezialreinigungsmittel mühsam.

Das Finale: Pizza

Vorheizen auf Stufe 10, dann etwas fetten, Teig drauf: So „brät“ der Pizzateig laut Anleitung von einer Seite für etwa vier Minuten, die entstehenden Teigblasen müssen dabei mit einer Gabel zerstochen werden. Jetzt wende ich den (schön punktuell gebräunten) Fladen, reduziere die Hitze auf Stufe 5, belege die Pizza und warte ab: Knapp 20 Minuten später ist die Hitze komplett durch die Pizza gezogen, der Käse geschmolzen und heiß. Das sieht mit dem blasig-gebräunten Rand nicht schlecht aus, auch wenn eine Oberflächenbräunung natürlich fehlt. Beim ersten Biss in die Pizza denke ich Oh! und Ah!: So ein dünner, krosser und schön blasiger Teig gelingt mir im Backofen auf dem Standard-Blech nicht wirklich. Hut ab!

Teppanyaki-Platten

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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