Höllenfeuer für Grillexperten

800°C-Steaks mit Traumkruste aus dem Beefer!

Der Beefer ist kein herkömmlicher Grill: In diesem coolen Apparat wird nur mit gewaltiger Oberhitze gearbeitet – das soll die perfekte Kruste aufs Fleisch zaubern. eKitchen-Autor Gerald Sinschek hat das Höllenfeuer entfacht.

Datum:
Beefer Fleisch Kräuter Gewürze

Die Fleischablage im Beefer ist höhenverstellbar – und lässt sich so an die Dicke des Steaks genau anpassen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Beefer ist ein Traumgerät für ambitionierte Grillfreunde. Selbst Billigfleisch hat durch die Wahnsinns-Hitze keine Chance auszutrocknen. Gute Stücke veredelt er zum Hochgenuss. Mit etwas Übung gelingen auch sehr dicke und damit anspruchsvolle Stücke perfekt, die technische Handhabung des Gerätes überfordert niemanden. Ok – der Preis ist echte Oberklasse, aber die Ausführung sieht so aus, als würde der Apparat viele Einsätze klaglos überstehen. Nach den intensiven Grillversuchen ist der Innenraum des Beefers mächtig fettverspritzt und die extreme Hitze hat alles schön fest eingebacken. Die Reinigung ist eine Qual. Abnehmbare und spülmaschinenfeste Seitenteile wären der Hit!

Pro

  • Überragendes Grillergebnis durch extreme Hitze
  • Präzise Höhenverstellung
  • Solide Verarbeitung

Kontra

  • Teurer Spaß
  • Schwierige Reinigung
  • Kein Gas-Ausschalter am Beefer
Die Idee kommt mal wieder aus den USA: In den Steakhäusern wird dort schon länger mit gewaltiger Oberhitze gearbeitet, in wenigen Sekunden verwandelt sich die Oberfläche der Steaks in eine knusprige Kruste, Fleischsaft hat keine Chance auszutreten. So bleibt das Innere schön saftig. Der gasbetriebene Beefer (ab 700 Euro, www.beefer.de ) greift diese Methode erfolgreich auf, wie wir in einem ausführlichen Test festgestellt haben.

Höllenfeuer im Stahlofen

Während ein normaler Grill nur mühsam über 300°C heizen kann, feuert der Gasbrenner im Edelstahl-Beefer eine vielfach gelochte Keramikplatte auf bis zu 800°C. Unter dieser Hitzequelle befindet sich eine höhenverstellbare Ablage für den Grillrost, die Burgerform oder Grillschalen für zum Beispiel Salat oder andere Zutaten. Das kleine Handrad hierfür ragt gut vor Hitze und spritzendem Fett geschützt, am rechten unteren Rand der Gerätevorderseite hervor. Der Gasanschluss mit Regler für die Propanflasche (11 kg für knapp 20 Euro) lässt sich von kleiner bis zu großer Flamme regulieren, eine Aus-Position, die den Gasstrom komplett unterbindet, gibt es leider nicht. Hier muss etwas aufwendig die Gasflasche unter dem Tisch verschlossen werden.

Galerie: 800°C - Steaks mit Traumkruste aus dem Beefer!

Vorheizen und los!

Fünf Minuten Vorheizzeit empfiehlt der Hersteller, da bleibt noch Luft, um die Steaks bereit zu legen: Mit vier Stücken von dünn bis dick, vom 1-Euro-Penny-Nacken bis zum gewaltigen 40-Euro-dry-aged-Roastbeef vom Spezialversender Otto-Gourmet ist die Steak-Range komplett abgedeckt. Schließlich müssen wir uns vor dem 800-Gramm-Meisterstück mit Technik und Methode vertraut machen und wollen zudem wissen, ob der Beefer auch Billigfleisch mit einer Super-Kruste verzaubern kann.
Nachdem das grobe Meersalz kurz einwirken konnte, schieben wir ein ordentlich fettdurchsetzes Stück mit Knochen vom Livar-Schwein (auch von Otto-Gourmet) dicht unter die heiße Platte. Der Abstand zum Geräterahmen beträgt vielleicht knapp zwei Zentimeter. Nach je einer Minute pro Seite unter lautem Bruzzeln und mit viel Fettspritzerei (Beefer nur open-air verwenden!) lege ich das Stück zum Ruhen auf die Beefer-Oberseite. Obwohl die Temperatur weitest möglich herunter geregelt ist, gart das Fleisch zu stark weiter: Hier ist nicht der richtige Platz zum Ruhen! Den Penny-Nacken lege ich für die Ruhephase besser bei Minimalhitze vor das Gerät – jetzt stimmt der Garzustand nach wenigen Minuten Ruhezeit. Für den dicken Nacken des Haselauer Schweins schraube ich die Rosthalterung einige Zentimeter herunter und feuere aber auch hier nur einmal pro Seite. Köstlich nach vier Minuten Ruhe.

Das Meisterstück

Oh je – jetzt ist das riesige Roastbeef von Otto-Gourmet an der Reihe. Hoffentlich versemmele ich das gute Stück nicht. Nach Anleitung bestreiche ich die Seiten nach jedem Wenden mit Öl und röste den Brocken insgesamt drei Mal für je 90 Sekunden pro Seite. Der von dem großen Stück nahezu vollständig bedeckte Rost ist dabei bis fast ganz nach unten gekurbelt. Die neun Minuten sind rum, jetzt lege ich das wunderbar krosse Fleisch auf die Ablage vor die Höllenöffnung und bereite den gegrillten Salat und die ausgebratene Chorizo zu. Als die Beilagen nach etwa 6 Minuten fertig sind, schneide ich das Roastbeef an. Sieht gut aus. Und schmeckt noch besser!
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.