Burger frei Haus

Wo und wie McDonald’s schon liefert und was sich noch ändert

McDonald‘s muss sich neu erfinden. Gesundes Essen wollten die Leute nicht, sie wollen es bequem. Darum liefert McDonald‘s seine Produkte nun auch frei Haus. Und es ändert sich noch mehr ...

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McDonald‘s

In vielen deutschen Städten gibt es jetzt einen Lieferservice, der Big Mac & Co. zu Ihnen nach Hause bringt.

Gesunde Ernährung und Superfood – das ist nichts, was man mit McDonalds's assoziiert. Dennoch hat sich der Weltkonzern in der Vergangenheit darum bemüht, neue Kundenkreise zu erschließen. Obst, Salate, Gesundheits-Shakes und Haferschleim sollten es richten. Doch wer auf gesunde Ernährung achtet, geht einfach nicht zu McDonald's. Schlimmer noch: Anstatt eine neue Klientel ins Fastfood-Restaurant zu locken, wanderten die alten Kunden in andere Burger-Schuppen ab oder wichen auf Lieferdienste aus. Das ergab eine groß angelegte Studie zum Kundenverhalten.

Lieferung nach Hause

Eine erste Maßnahme ist, dass McDonald‘s selbst auf den Liefertrend aufspringt. Noch in diesem Jahr soll der Lieferservice auf 200 Filialen in 20 Städten ausgebaut werden und schon seit März ist der Service in vielen Städten verfügbar. McDonald‘s kooperiert mit dem Berliner Startup Foodora. Unter McDelivery können Sie prüfen, ob Ihre Adresse zum Liefergebiet gehört. Mal eben einen Hamburger können Sie aber nicht über Foodora bestellen. Der Mindestbestellwert liegt bei 15 Euro, eine extra Liefergebühr gibt es nicht. Dafür stehen besondere Menüs für Gruppen zur Auswahl, die es so nicht im Restaurant gibt.

In diesen Städten liefert McDonald‘s:

  • Berlin
  • Bonn
  • Bremen
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Frankfurt
  • Hamburg
  • Hannover
  • Köln
  • Mainz
  • Mannheim
  • München
  • Nürnberg
  • Offenbach
  • Wiesbaden

500.000.000 Bestellungen weniger!

Allein in den USA hatte McDonald's in den letzten fünf Jahren eine halbe Milliarde weniger Bestellungen! In einer Zeit, in der alles auf Wachstum gepolt ist, ist ein weltweiter Umsatzrückgang von 3 Prozent im letzten Quartal alarmierend. Neben der Einführung von Bringdiensten stehen noch andere Änderungen auf dem Schlachtplan von McDonald‘s.

Galerie: Die fettesten Produkte bei McDonald’s

Back to Burger

McDonald‘s besinnt sich auf alte Stärken. Die Leute wollen Burger? Dann geben wir ihnen Burger! Das Kernangebot an günstigen Burgern soll wachsen, während gesundes Essen, das keiner bestellt, von der Karte fliegt. In einigen Restaurants gibt es bereits Big Macs in Normal, Groß und Größer. In den Filialen soll es angenehmer werden. Über eine Milliarde Dollar will McDonald‘s investieren. Mit Apps zur Bestellung und Bezahlung per Handy will McDonald‘s moderner werden. Sogar die Bedienung an den Tischen wie in „richtigen” Restaurants ist im Gespräch. Einige Produkte, vornehmlich Getränke sollen zur Abwechslung mal günstiger werden.

Keine tiefgefrorenen Fleisch-Patties mehr!

Anstatt tiefgefrorener Fleischpatties soll künftig frisches Fleisch gebraten werden. Der Quarter-Pounder (entspricht hierzulande dem Hamburger Royal TS) wird in den USA schon in 400 Filialen aus nicht gefrorenem Fleisch hergestellt. Die Resonanz sei überwältigend. Angeblich sollen die gefrorenen Fleisch-Patties bis Mitte 2018 verschwinden. Eine Revolution.
Wann und ob alle Maßnahmen für die rund 1.500 Filialen in Deutschland umgesetzt werden, ist noch nicht klar. Mit der Einführung des Bringdienstes zeigt McDonald‘s aber, dass der Konzern es durchaus eilig hat.

Galerie: Die magersten Produkte bei McDonald’s

Verantwortungslos?

Wie kann McDonald’s es nur wagen, Salate aus dem Programm zu nehmen? Sind unsere Kinder und die Leute nicht schon fett genug? Die Wahlurne der Kunden ist die Kasse. Wenn das gesündere Essen der Umsatzheilsbringer wäre, würde McDonald‘s zweifellos aufstocken. Aber wenn die Leute nun mal klassisches Fastfood verlangen, liefert der Konzern eben. McDonald‘s ist schließlich kein allgemeinnütziger Verein, sondern ein gewinnorientierter Konzern. Es ist ja nicht so, dass die Nährwertangaben ein Geheimnis wären. Die liegen überall aus. Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Käufer. Natürlich lockt McDonald‘s die Kinder mit Spielzeug und Zucker in die Restaurants. Das ist nicht gerade vorbildlich, aber es sind die (Groß-)Eltern, die den Kids die Juniortüte spendieren. Dass man nachhaltig produzieren sollte und die Angestellten vernünftig behandelt, steht außer Frage. Wenn McDonald’s nur noch gesunde, vegane Fairtrade-Bioprodukte anböte, wären Kritiker selig, nicht aber die Zahlenwächter des Konzerns.
Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.

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