Gesund mit Fleisch und Co – ja oder nein?

Ist tierisches Eiweiß schädlich – Fragen über Fragen

Was ist Wahres dran am Gerücht vom schädlichen tierischen Eiweiß? eKitchen geht auf Spurensuchen und erklärt Ihnen, was richtig und was falsch ist.

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Sind Vegetarier doch auf dem richtigen Weg?

Spätestens seit dem Low-Carb-Trend liegt tierisches Eiweiß voll im Trend. Es macht schnell satt, liefert die lebensnotwendigen Proteine und lässt sich auch noch besonders vielfältig zubereiten. Doch stimmt das alles auch wirklich?
Rotem Fleisch sagt man gewisse ungesunde Eigenschaften nach und Schweinefleisch gilt als Dickmacher – und das stimmt! Schuld ist beim Schweinefleisch jedoch nicht das enthaltene tierische Eiweiß, das schädlich wäre, sondern das Fett. Rotes Fleisch erhöht das Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, und fördert nachweislich Krebszellen. Eine bessere Variante ist hier mageres Puten- oder Hähnchenfleisch, die einen wesentlich niedrigeren Fettanteil aufweisen.

Tierisches Eiweiß – notwendig für den Körper?

Eiweiße bzw. Proteine sind unverzichtbar für den menschlichen Organismus. Proteine gelten als die Bausteine des Körpers, aus dem er seine Zellen bildet. Knochen, Muskeln und Organe könnten ohne Proteine nicht bestehen. Darum ist eine Zufuhr mit Eiweiß lebenswichtig. Die Frage ist nur, ob es sich dabei unbedingt um tierisches Eiweiß handeln muss. Auch in Pflanzen stecken viele Proteine, die allgemeinhin als gesünder gelten. Am besten ist eine Kombination aus beidem. Der Klassiker Pellkartoffeln mit Kräuterquark fällt beispielsweise darunter. Das steigert die "biologische Wertigkeit"!

Biologische Wertigkeit – was soll das sein?

Die biologische Wertigkeit steht für die Eiweißqualität des jeweiligen Nahrungsmittels. Sie gibt an, wie viel Gramm Körperprotein der Organismus aus 100 Gramm Nahrungsprotein produzieren kann. Ist die biologische Wertigkeit eines Nahrungsmittels besonders hoch, kann der Körper das Protein gut verarbeiten. Bestimmte Lebensmittel erfüllen diese Bedingungen, und diese sind durchaus tierisch. Darunter fallen vor allem Eier, fettarme Milchprodukte, Fleisch mit geringem Fettanteil (also vor allem Puten- oder Hähnchenfleisch) und Fisch. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Reis oder Kartoffeln weisen ebenfalls eine hohe biologische Wertigkeit auf. Werden sie mit Fleisch oder anderem tierischen Eiweiß kombiniert, kann der Körper besonders viele Proteine verwerten – und das ist nicht schädlich, sondern sehr gesund.

Ist tierisches Eiweiß schädlich? Genießen Sie es in Maßen!

Grundsätzlich gilt: Im Prinzip kann man mit tierischem Eiweiß gar nicht so viel falsch machen, die richtige Menge ist ausschlaggebend für einen gesunden Körper. Etwa 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht sollten Sie am Tag zu sich nehmen, um Ihren Körper gut zu versorgen. Wer also 70 kg wiegt, muss etwa 56 g Proteine aufnehmen. Tatsächlich wird dieser Richtwert mit einer normalen, fleischhaltigen Kost fast immer überschritten. Empfohlen sind maximal 140 g Eiweiß pro Tag. Wenn Sie mehr Eiweiß täglich aufnehmen, kann das negative Folgen für Ihren Körper haben.

Gibt es bessere Alternativen?

Kurz und knapp: ja. Tierisches Eiweiß kann in zu großen Mengen schädlich sein. Vor allem ungesättigte Fettsäuren, die sich in Käse oder Wurst verstecken, können den Körper nachhaltig negativ beeinträchtigen. Pflanzliche Eiweißlieferanten enthalten keine ungesättigten Fettsäuren, können aber mit vielen Kohlenhydraten belastet sein, also mit Zucker. Zucker stört die Fettverbrennung und erhöht den Blutzuckerspiegel. Vollkornvarianten gehen diesem Problem aus dem Weg.
Ob tierisches Eiweiß schädlich ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Es kommt immer auf die Sorte und Menge an. Als Faustregel gilt: Finger weg von rotem Fleisch und verarbeiteten Wurstwaren. Dafür dürfen Sie aber gern mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte, Fisch und Eier konsumieren. Wichtig ist vor allem das Zusammenspiel von tierischem und pflanzlichem Eiweiß, das dem Körper alle lebensnotwendigen Proteine liefert.