Warmer Hauch statt Feuerglut

Indirektes Grillen: sanft zum Fleisch

Eine der Lieblingshandbewegungen des Sommers? Ein saftiges Stück Fleisch auf den Grillrost zu legen und es über der Glut zu garen. Diese klassische Zubereitungsform – das sogenannte direkte Grillen – bekommt jedoch Konkurrenz.

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Indirektes Grillen

Indirektes Grillen gart das Fleisch besonders sanft.

Der neue Stern am Himmel der Grilltechniken nennt sich die "indirekte Methode". Echte Grillmeister wissen: Damit erreicht Fleisch einen neuen Gipfel an Saftigkeit und noch mehr kulinarische Genüsse auf dem Grill sind möglich. Wenn Sie Räucherhölzer einsetzen, eignet sich das indirekte Grillen besonders gut zum Geschmacksräuchern ("smoken").
Diese Methode arbeitet weniger mit der ganzen Kraft von Glut und Feuer als mit der Wärmeentwicklung auf einem Grill. Durch die indirekte Hitze gart das Grillgut langsamer und nimmt Aromen sanfter auf. Darum ist diese Variante für alle dickeren Fleischarten gedacht und für Grillgut, das besonders empfindlich auf Hitze reagiert.


Indirektes Grillen: Grundlagen

Grundsätzlich ist wichtig, dass das Grillgut nicht direkt über, sondern seitlich versetzt auf dem Rost oder direkt neben der Wärmequelle liegt. Zweites relevantes Element ist ein Deckel. Dieser sorgt auf dem Grill dafür, dass die Wärme zirkuliert und sich im ganzen Innenraum gleichmäßig verteilt. Damit ist indirektes Grillen sozusagen die Freiluftversion eines Umluftofens. Die Hitze ist weitaus geringer als beim direkten Grillen und schonender zum Grillgut. Damit bereiten Sie sogar Braten oder einen ganzen Geflügelleib im Grill zu und geben dem Sonntagsbraten eine herrlich rauchige Note.


Indirektes Grillen auf dem Holzkohlegrill

Bei einem Holzkohlegrill entsteht die Hitze durch durchgeglühte Kohlenstücke. Bevor Sie mit dem indirekten Grillen beginnen, stellen Sie zunächst sicher, dass die Kohle die richtige Temperatur erreicht hat. Das erkennen Sie an den durchgeglühten Stückchen und der feinen Ascheschicht. Mit einem Schürhaken kehren Sie die Kohle zu einem kleinen Haufen zusammen, den Sie an die Seite des Grills legen. Setzen Sie den Grillrost auf und platzieren das Grillgut auf der Seite des Rostes, unter der sich keine Kohle befindet. Eine Auffangschale nimmt tropfendes Fett auf. Befüllen Sie sie mit ein wenig Wasser, um das Fett zu binden. Legen Sie nun den Deckel auf und halten Sie ihn unbedingt geschlossen – außer, um die Temperatur und den Garfortschritt zu prüfen oder das Grillgut zu wenden.
Zwischendurch kontrollieren Sie mit einem Thermometer, ob die Hitze im Inneren bei ungefähr 180 bis 200 Grad liegt. Alles darüber ist zu heiß, alles darunter sorgt für trockenes Fleisch. Sie können das Grillgut auch neben die Wärmequelle setzen oder die Kohle links und rechts arrangieren. Dies hängt vom Gargut, der benötigten Zeit und der Größe des Bratens ab.

Indirektes Grillen mit dem Gasgrill
Bei einem Gasgrill haben Sie natürlich keine Möglichkeit, einen Kohlehaufen zu bauen. Hier müssen Sie die Brenner klug einsetzen. Folglich ist ein großer Grill mit mindestens drei Brennern sinnvoll, um gute Ergebnisse beim indirekten Grillen zu erzielen. Schalten Sie einen oder beide Seitenbrenner ein und legen Sie das Grillgut in die Mitte. Auch hier muss der Deckel während des gesamten Garvorgangs geschlossen bleiben. Wenn Sie die Experimentierlust packt, können Sie durch indirektes Grillen auch Pizza zubereiten oder sogar außergewöhnliche Kekse backen.

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