Vielseitige Knollen

Nicht nur für Vegetarier ein Genuss: Grill-Kartoffeln

Folienkartoffeln aus der Glut, Kartoffelsalat als vegetarische Beilage: So kennen die meisten Grillfreunde die beliebte Knolle. Doch der Erdapfel hat noch viel mehr zu bieten. eKitchen hat sich die Kartoffel genauer angeschaut.

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Folienkartoffel mit Quark auf dem Grill

Folienkartoffeln können nicht nur in der Glut gegrillt werden – auch vom Rost schmecken die Knollen gut.

Sie ist die Universalbeilage zu jedem Fleisch- und Fischgericht. Sie schmeckt geschnitten, gestampft, gekocht, gebraten, frittiert, heiß und kalt. Viele Grillfreunde schlagen Kartoffeln in Alufolie, lassen sie in der Holzkohlenglut garen, servieren sie gegen Ende des Grillens – und belassen es dabei. Das ist schade, denn auch auf dem Rost kann die Knolle ihre Vielseitigkeit beweisen. Dabei ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel: Selbst in schlecht bestückten Supermärkten muss sich der Käufer mindestens zwischen Kartoffeln mit den Eigenschaften „festkochend“, „vorwiegend festkochend“ oder „mehlig“ entscheiden. Zudem lassen sie sich nach der Farbe ihres Fleisches, ihrer Schale, der Keimfreudigkeit und natürlich nach ihrer Größe unterscheiden: Die besonders kleinen Kartoffeln (ideal beispielsweise für Spieße) tragen – unabhängig von der Kartoffelsorte – die Zusatzbezeichnung „Drillinge“. Wie in der Natur üblich, gleicht auch bei Kartoffeln keine Knolle der anderen. Wer also denkt, Kartoffeln seien langweilig und Kartoffelgerichte schmeckten immer gleich, hat ein falsches Bild von der Vielfalt dieser Erdknollenfrucht: Rund 4.000 Sorten gibt es weltweit, immerhin 210 davon sind in Deutschland zugelassen. Lebensmittelhändler bieten oft nur wenige Sorten an und weisen eher deren Kocheigenschaften als die Sortenbezeichnung aus. In unserer Bildergalerie finden Sie drei Vertreter, die einen Bissen wert sind:

Galerie: Knollige Großfamilie – Diese Sorten sollten Sie mal probieren

Kartoffeln sind keine Dickmacher

Die Behauptung, Kartoffeln seien nicht gut für die Figur, ist ein verbreitetes Vorurteil. Das Gegenteil ist der Fall: Eine Kartoffel besteht zu 70 Prozent aus Wasser und nur zu 20 Prozent aus Stärke. Dick macht allenfalls die Stärke in Verbindung mit dem Brat- oder Frittierfett, das bei der Zubereitung oft verwendet wird. Die Kartoffel enthält elf Vitamine und 15 Mineralstoffe. Sie entwässert, beugt Wadenkrämpfen vor, beschleunigt die Wundheilung und stärkt das Nervenkostüm. Die meisten Vitamine stecken dabei in oder direkt unter der Schale. Deshalb empfiehlt es sich, Kartoffeln nur hauchdünn zu schälen oder gleich ganz darauf zu verzichten. Je nach Zubereitungsart schmecken Kartoffeln mit Schale sogar besser.

Welche Sorte für welchen Zweck?

Wofür sich welche Kartoffeln eignen, weiß Landwirt Karsten Ellenberg, der den Biolandhof Ellenberg in Barum bewirtschaftet und sich unter anderem um die Neuzulassung der Kartoffelsorte „Linda“ verdient gemacht hat. „Für Folienkartoffeln eignen sich am besten mehligkochende Sorten“, empfiehlt Ellenberg, „denn sie lassen sich nach dem Garen leicht mit der Gabel zerdrücken und gut mit einem Löffel essen.“ Sie sollten allerdings nicht zerfallen. Besonders geeignet für diese Art der Zubereitung sind die Sorten Adretta, Bintje und Melody. Für Kartoffelspieße und Kartoffelsalat sind festkochende Kartoffelsorten zu empfehlen. Sie können nach dem Garen gut in Scheiben geschnitten werden, haben dabei blanke Schnittstellen und zerfallen nicht so schnell. Hier eignen sich zum Beispiel die Sorten Linda, Cilena und Sieglinde.

Ab auf den Grillrost

Wer die leckeren Erdäpfel nun am liebsten gleich auf dem Grill sehen will, kann sich bei den folgenden zwei Rezepten ein paar schmackhafte Anregungen holen. Noch leichter haben es Fans von Süßkartoffeln: Schneiden Sie circa ein Exemplar pro Person in grobe Stifte und garen Sie diese für 5 Minuten in Salzwasser vor. Nach dem Abgießen und Abtropfen bestreichen Sie die Süßkartoffelstifte mit Olivenöl und würzen sie mit Salz und Pfeffer. In einer Aluschale geht es dann auf den Grillrost, wo sie für 20 bis 30 Minuten bei indirekter Hitze unter geschlossenem Deckel garen – fertig!

Einfaches Grillrezept: Folienkartoffeln mit Käsefüllung (für 4 Portionen)

4

große mehligkochende Kartoffel/n

100

Gramm

Kräuterfrischkäse

100

Gramm

Feta

1

Kugel/n

Mozzarella

1

Prise/n

Salz

1

Prise/n

Pfeffer

Waschen Sie die Kartoffeln und kochen Sie sie für etwa 15 Minuten. Währenddessen schneiden Sie den Feta und den Mozzarella in kleine Würfel und vermischen diese in einer Schale mit dem Kräuterfrischkäse. Schrecken Sie die Kartoffeln in kaltem Wasser ab und lassen sie einen Moment abkühlen. Nun halbieren Sie die Kartoffeln der Länge nach und höhlen sie mit einem Teelöffel aus, sodass Schälchen mit einer Wanddicke von 5 bis 7 Millimetern entstehen. Die bis knapp unter den Rand mit der Käsemischung füllen und Salz und Pfeffer obendrauf streuen. Schlagen Sie die gefüllten Kartoffeln nun einzeln locker so in Alufolie ein, dass man erkennt, wo oben und unten ist. Die Alufolie sollte dabei den Käse nicht direkt berühren. Legen Sie die Alu-Päckchen für 10 bis 15 Minuten in die Glut Ihres Grills. Danach sind die Kartoffeln komplett gegart und der Käse ist schön zerlaufen.
Kartoffel-Grillspieße

Wem Folienkartoffeln zu langweilig sind, dem könnte diese würzige Geschmackskombination gefallen.

Etwas raffinierter – und nicht mehr vegetarisch – ist unser zweites Grillrezept für die leckeren Knollen:

Würzige Kartoffel-Grillspieße mit Speck (für 4 Portionen)

1

Kilogramm

festkochende Kartoffeln

200

Gramm

Frühstücksspeck in Scheiben

1

Bund/e

Frühlingszwiebeln

1

Prise/n

Salz

1

Prise/n

Pfeffer

Schaschlik-Spieße aus Holz

Legen Sie die Holzspieße etwa eine Stunde in eine Schale mit Wasser, um diese zu wässern. Kochen Sie die Kartoffeln zunächst in Salzwasser etwa 20 Minuten gar. Ob Sie die Kartoffeln vorher schälen, bleibt Ihnen überlassen. Schrecken Sie sie dann mit kaltem Wasser ab und schneiden sie in Viertel. Die Speckscheiben halbieren und die Frühlingszwiebeln nach dem Putzen in Stücke von 4 bis 5 Zentimetern Länge schneiden. Stecken Sie nun immer abwechselnd Kartoffeln, Frühlingszwiebeln und Speck auf die Holzspieße. Geben Sie die Spieße für zehn Minuten auf den Grill, wo Sie sie ein- bis zweimal wenden sollten. Achtung: Damit kein Fett aus dem Bacon in die Glut tropft, verwenden Sie eine Grillschale. Alternativ grillen Sie die Spieße bei indirekter Hitze, also nicht direkt über der Glut, sondern schräg darüber, und unter geschlossenem Deckel. Salzen und pfeffern Sie die Spieße vor dem Servieren.
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