Vorsicht vor Campylobacter!

Infektionsgefahr: Darum sollten Sie rohes Geflügel nie waschen

Viele waschen Geflügelfleisch bevor sie mit der Zubereitung beginnen, um so einer möglichen Lebensmittelvergiftung vorzubeugen. Doch das ist ein riesiger Fehler.

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Geflügel waschen

Waschen Sie Geflügelfleisch auch bevor Sie es zubereiten?

Um ihr Geflügelfleisch von Bakterien und anderen Krankheitserregern zu befreien, halten viele die rohen Hähnchenschenkel oder die ganze, rohe Ente unter fließendes Wasser um das Fleisch zu waschen. Das ist nicht nur mehr als unnötig, sondern bewirkt genau das Gegenteil. Der britischen nationale Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) warnt: Waschen von rohem Geflügel erhöht die Gefahr einer Infektion drastisch.

Darum sollten Sie Geflügelfleisch nicht waschen

Wenn Sie rohes Geflügelfleisch waschen machen Sie einen großen Fehler. So sorgen Sie dafür, dass sich unter anderem Campylobacter, die sich auf dem Fleisch befinden, durch umherfliegende Tropfen verteilen – auf Flächen in einem Umkreis voneinem halben Meter. Die belasteten Tropfen fliegen auf Arbeitsflächen, Böden um im schlimmsten Fall sogar auf andere Lebensmittel und schaffen dort neue Infektionsherde. Jetzt befinden sich vielleicht etwas weniger Keime auf dem rohen Fleisch, dafür aber überall in Ihrer Küche. Das Waschen des Fleisches ist zudem unnötig, weil die Hitze beim Garen die Keime sowieso abtötet. Dafür muss das Innere des Fleisches mindestens eine Temperatur von circa 70 Grad Celsius erreichen. Nehmen Sie sich ein Fleischthermometer zur Hand, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen.

So reinigen Sie Ihr Geflügelfleisch

Wer auf keinen Fall darauf verzichten will, das Fleisch vor der Zubereitung zu reinigen, aus welchen Gründen auch immer, kann sich etwas Küchenkrepp zur Hand nehmen und das Fleisch vorsichtig abtupfen. Das verwendete Küchenkrepp sollte danach sofort im Müll landen und die Hände gewaschen werden. Denn klar ist: Eine Infektion mit Campylobacter wollen Sie um jeden Preis vermeiden. Campylobacter verursachen die häufigsten Lebensmittelvergiftungen und können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Erst drei bis vier Tage nach Übertragung der Keime setzen die Beschwerden ein. Da infizierte Personen die Bakterien bis zu vier Wochen lang im Körper tragen und ausscheiden, wird bei einer Erkrankung dazu geraten im Zweifel zu Hause zu bleiben. Zudem handelt es sich bei der Infektion um eine Erkrankung, die der behandelnde Arzt den Behörden melden muss. Auch wenn es sich bei der Infektion eigentlich um eine klassische Lebensmittelvergiftung handelt, kann sie bei Schwangeren, Kleinkindern, älteren und immunschwachen Menschen im schlimmsten Fall tödlich enden.
Sabine Stanek

von

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