Kann die mal jemand wegmachen?

Diese 5 Food-Trends gehen mir gehörig auf die Nerven!

Jeder Trend hat irgendwann einmal seine Grenzen. Spätestens, wenn einem in der Buchhandlung ein Kochbuch mit 20 Rezepten für Süßkartoffel-Pommes begegnet, sollte Schluss sein – meint eKitchen-Autor Alexander Scherb.

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Diese 5 Food-Trends gehen mir gehörig auf die Nerven!

Essen könnte so einfach und lecker sein – über manche Trends könnte man sich aber nur noch aufregen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin ein großer Fan von neuen Food-Trends. Ich liebe es, neue Sachen auszuprobieren und immer neue Rezepte und Lebensmittel zu entdecken. Wie langweilig war die deutsche Küche noch vor 20 Jahren? Mit Einzug der internationalen Speisen explodierte auch die Vielfalt der Rezepte. Heute kocht man italienisch, chinesisch, mexikanisch und unzählige andere Richtungen. Das ist super. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Allerdings gibt es auch den ein oder anderen Trend, der mir mittlerweile den letzten Nerv raubt. Verdammt, ich will meinen Kaffee mit normaler Milch! Das kann doch nicht so schwer sein. Hier meine Top 5 der nervtötendsten Food-Trends.

1. Food Trucks: Bitte fahrt wieder nach Hause!

So schön dieser Trend am Anfang war, mittlerweile vergeht kein Wochenende mehr, an dem es kein Food-Truck-Festival gibt. Trotzdem rennen die Menschen zu dieser Ansammlung von stinkenden Mercedes-Bussen, als gäbe es den Heiligen Gral zu gewinnen. Und so kämpft man sich durch die Massen und steht für ein sündhaft teures Mini-Essen eine Stunde und länger an.
Das wäre ja noch alles halbwegs ertragbar, wenn mit der steigenden Anzahl von Food Trucks auch die Anzahl der exotischen Gerichte wachsen würde. Allerdings ist das schon lange wieder vorbei. Mittlerweile ist ein Gros der Food-Trucks zu stinknormalen Imbissbuden verkommen, die höchstens noch mit exotischen Namen glänzen. "Lembacher Kräuterwurst mit Curry-Mango Dip" ist dann auch nur der verschnörkelte Name für eine etwas süßere Currywurst.
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Am Anfang gut, mittlerweile nur noch überlaufen und langweilig: Food-Trucks!

2. Wenn ich noch einmal Pulled Pork höre

Ja, es ist lecker. Und ja, es ist ganz toll zart: Pulled Pork. Das Fleisch kommt vom Schwein (daher der Name) und ist meist aus der Schulter oder dem Nacken. Und schon bin ich direkt bei dem, was mich wahnsinnig macht. Es sind wohl die – qualitativ – minderwertigsten Bereiche des Tieres. Früher wurden daraus Schnitzel gemacht. Oder der Sonntagsbraten. Damit dieses Fleisch die Zartheit von Filet oder Koteletts bekam, muss man es entweder ordentlich
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Pulled Pork ist der Versuch, günstiges Fleisch teuer zu verkaufen. Nicht mit mir!

weich klopfen oder, im Falle eines Bratens, mehrere Stunden in einem Topf schmoren lassen.
So ähnlich ist auch die Herangehensweise bei Pulled Pork. Nur, dass das Fleisch hier mehrere Stunden auf dem Grill gegart wird. Natürlich habe ich nichts gegen dieses Fleisch. Im Gegenteil. Wenn man mir allerdings weismachen will, es handle sich hier um eine einzigartige Deluxe-Mahlzeit und mir horrende Summen aufs Auge drückt, hört mein Verständnis auf. Und an alle Restaurant-, Burger-Restaurant- und Imbissbuden-Besitzer, die das hier lesen: Hört auf, mir dieses Standard-Fleisch anzupreisen, als käme es direkt aus dem Himmel!

3. Wer kocht da im Fernseher?

Alles fing mit dir an, lieber Jamie Oliver. Du zeigtest uns, dass Kochen Spaß macht und mit wenigen Tricks auch ganz einfach ist. Vielen Dank dafür. Ich muss dich im Anschluss aber auch direkt wieder rüffeln, weil du einen unendlichen Rattenschwanz von Köchen, Panschern und Pfuschern hinter dir hergezogen hast. Natürlich gibt es immer noch Ausnahmen, allerdings kann man heute den Fernseher nicht anmachen, ohne dass einem nicht irgendwo ein weiß gekleideter Clown entgegen lächelt.
In den Sendungen wird filetiert, frittiert und flambiert, was das Zeug hält und irgendwann fragt man sich: "Wie soll ich das eigentlich nachkochen?" Für Ausrüstung und Lebensmittel muss man nämlich inzwischen (gefühlt) einen Kleinkredit aufnehmen. Zudem werden die Gerichte immer komplizierter. So kompliziert, dass der berühmte Satz "Ich hab da was vorbereitet" mittlerweile zum Running Gag geworden ist. Heutige Kochshows machen dem Laien-Koch so viel Spaß wie einem Hobby-Musiker die Analyse einer Verdi-Oper.

4. Bitte keine Süßkartoffel-Pommes mehr

Bin ich eigentlich der Einzige, der Pommes aus der Süßkartoffel nichts abgewinnen kann? Und bitte denken Sie jetzt nicht, ich hätte etwas gegen die Süßkartoffel. Man kann aus ihr wunderbare Sachen wie Suppe, Kartoffel-Ecken oder Curry machen. In Stifte geschnitten, als Beilage zum Burger (Burger sind auch noch so ein Thema) allerdings, schmecken
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Langweilig und labberig: Süßkartoffel-Pommes können mir gestohlen bleiben!

sie mir einfach nicht. Zu labberig, zu fade, schlicht langweilig.
Das Schlimme ist ja, dass mittlerweile so manch völlig trendiges Burger-Restaurant gar keine Alternativen mehr anbietet. Und wenn man dann gesteht, dass man diese Dinger nicht mag, wird man angeschaut, als habe man den Papst persönlich beleidigt. Ich fordere eine Renaissance der normalen Kartoffel-Pommes! Kross, würzig und mit Ketchup. Und bleibt mir weg mit fancy Avocado-Sesam-Basilikum-Dip!

5. Mir kommen Burger zu den Ohren raus

Noch vor ein paar Jahren hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich diesen Satz einmal sagen werde, aber ich kann Burger nicht mehr sehen. Ich kann gar nicht sagen, wie viele so genannte Burger-Restaurants im letzten Jahr alleine in meinem Stadtteil aufgemacht haben. Der Burger scheint die Allzweckwaffe eines jeden Hobby-Kochs zu sein, der unbedingt sein eigenes Restaurant aufmachen will. Leider schmeckt er dann meist auch so.
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Man findet sie mittlerweile wirklich überall und in allen, auch haarsträubenden Variationen: Burger.

Richtig schlimm wird es, wenn die verschiedenen Burger auch noch völlig frei erfundene Namen bekommen, die einen dazu zwingen die ellenlange Zutatenliste zu lesen. Nur um zu erfahren, was da überhaupt alles so drin ist in dem Burger. Ich will keinen Kartoffel-Paddy (früher hieß das mal Kartoffelpuffer) unter meinem Fleisch. Und was soll ich mit Banane und Honig auf einem Burger? Auf einen Burger gehören Fleisch, Käse, Zwiebeln, Gurke und maximal noch Bacon. Das wars!
Und zum Schluss noch eine Frage: Kennen Sie noch ein gutes Restaurant, in dem man Jägerschnitzel bekommt? Nein? Ich auch nicht.
Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

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