(Alb-)Traum für Veganer

Impossible Burger: Dieser vegane Burger blutet!

Vegan klingt für viele erst einmal nach Öko, Vollkorn und Rohkost. Also: langweilig. Wer nicht auf den Geschmack von saftigem Fleisch, dafür aber auf das Essen von Tieren verzichten möchte, findet mit dem „Impossible Burger” eine Alternative.

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Dieser vegane Burger blutet

Blutig – aber ohne Blut: Der Impossible Burger kommt ganz ohne Tier aus.

Er sieht aus wie Fleisch, er riecht wie Fleisch, er blutet sogar wie Fleisch – ist aber vegan. Klingt unmöglich und heißt auch so: Der Impossible Burger. Statt Tier findet man Weizen, Kokosnussöl und Kartoffeln zwischen den Brötchen. Dazu kommen noch Gewürze, Soja, Hefeextrakte und natürliche Verdickungsmittel. Allein mit diesen Zutaten, die zum Teil auch in herkömmlichen Fleischersatzprodukten stecken, entsteht aber kein blutendes Pattie. Das tierische Geheimnis des Start-up-Unternehmens Impossible Foods ist ein Stoff mit dem unscheinbaren Namen Häm – und dieses Alleinstellungsmerkmal soll selbst die hartgesottensten Fleischesser mit Optik und Geschmack überzeugen. Da kann sogar die Jackfruit einpacken.
Nur in Amerika: Der Impossible Burger

Wer zubeißen möchte, muss über den Teich: Den Impossible Burger gibt es derzeit nur in ausgewählten Restaurants in den Vereinigten Staaten.

Fünf Jahre Forschung für das blutende Pattie

80 Forscher entwickelten innerhalb von fünf Jahren das Rezept für den veganen Burger, der Veganer und überzeugte Fleischesser gleichermaßen glücklich machen soll. Die Wissenschaftler nutzen ein Verfahren, um Häm durch Fermentation zu gewinnen. Dahinter verbirgt sich ein Stoff, den man in seiner Ursprungsform in Soja-Wurzeln findet. Diese Kernzutat ist vergleichbar mit dem Muskelprotein Myoglobin, das Fleisch seine charakteristischen Aromen und Färbungen verleiht. Ein tierisch teures Projekt: 80 Millionen Dollar sind geflossen, um den Bratling zu entwickeln.
Vegan macht Spaß: Mit dem Impossible Burger

Veganes Essen kann richtig Spaß machen: Mit dem blutenden Burger von Impossible Foods.

Wer braucht denn sowas?

Der Gedanke ist einfach: Nur weil man auf tierische Produkte verzichten möchte, heißt es nicht, dass man sie nicht mag. Ob aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen: Auf Fleisch zu verzichten, kann viele Vorteile haben. Auch für die Umwelt: Mit dem globalen Appetit auf Fleisch steigt auch die Belastung der Natur. Tierhaltung ist ressourcenintensiv und einer der Hauptgründe für Klimawandel und Regenwaldabholzung. Impossible Foods rechnet vor: Mit ihrem Burger, anstelle der geschlachteten Variante, spare man jeweils das Wasser einer zehnminütigen Dusche, 7 Quadratmeter Fläche für die Tierhaltung und die Treibhausgase einer knapp 30 kilometerlangen Autofahrt.

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Probieren geht über Studieren

Eine 80-Millionen-Dollar-Investition lohnt sich nur, wenn das Resultat auch vom Kunden angenommen wird. Allzuviele Möglichkeiten, den blutenden Veggieburger zu kosten, gibt es aber nicht. Lediglich elf Restaurants in amerikanischen Städten wie New York, San Francisco und Las Vegas bieten den Impossible Burger derzeit an. Standorte in Deutschland oder Internetversand? Fehlanzeige. Das liegt am vergleichsweise hohen Aufwand zur Herstellung der Burger. Mit einem Ausbau der Produktionsstätten sei aber eine zukünftige Expansion, auch auf internationale Märkte geplant. Gleichzeitig stehen weitere „unmögliche” Produkte in den Startlöchern: Die Wissenschaftler bei Impossible Foods arbeiten bereits an Imitationen von Geflügel- und Rindfleisch, Fisch oder auch Yoghurt. Wann diese Produkte den Markt erreichen ist aber unklar.

Fleischersatz

Erik J. Schulze

von

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