Fleisch, Fisch, Gemüse tiefgekühlt

Richtig auftauen: Geschmack bewahren, Gesundheitsrisiken vermeiden

Die Deutschen lieben Tiefkühlkost. Bei Zimmertemperatur, im Kühlschrank oder in der Mikrowelle – die besten Tipps, um Fleisch, Fisch oder Gemüse richtig aufzutauen.

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Richtig eingefroren und schonend aufgetaut steht der Geschmack von gefrorenem Fleisch dem von Frischfleisch in nichts nach.

Einfrieren ist die schonendste Methode, Nahrungsmittel länger haltbar zu machen. Wird frisch geerntetes Obst oder Gemüse gleich gefrostet und Fisch gleich nach dem Fang eingefroren, bleibt ein Großteil der Nährstoffe erhalten. Lagert Gefrorenes allerdings zu lange, leidet der Geschmack: Nach vier Monaten haben Obst und Gemüse 15 Prozent der ursprünglich enthaltenen Vitamine verloren, nach einem Jahr beträgt der Verlust mehr als die Hälfte. Fisch und rohes Fleisch halten sich maximal ein Jahr in der Tiefkühltruhe. Als Faustformel gilt: Fettes Fleisch, etwa vom Schwein, bleibt kürzer genießbar als mageres, denn auch gefrorenes Fett kann ranzig werden.

Fleisch, Geflügel, Fisch schonend auftauen

Am verbreitetsten und dabei ganz falsch ist es, Fleisch, Geflügel und Fisch einfach bei Zimmertemperatur auftauen zu lassen. Das mindert nicht nur den Geschmack, sondern birgt auch die Gefahr, dass sich Keime in den Nahrungsmitteln vermehren. Am sichersten und schonendsten ist es, gefrorenes Fleisch und Fisch über Nacht zugedeckt auf einen Teller in den Kühlschrank zu legen. Ganze Hähnchen aus der Verpackung lösen und in ein Gefäß packen, in dem das Tauwasser abfließen kann, damit es nicht mit dem Geflügel in Kontakt kommt. Das Auftauwasser dann in den Ausguss schütten und mit kochendem Wasser nachspülen. Absolut tabu: Lebensmittel zum Auftauen auf die Heizung legen. Dadurch steigt die Keimzahl explosionsartig.

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Kaltes Wasser beschleunigt den Auftauprozess

Wenn es einmal schneller gehen muss, Fleischscheiben und Fischfilets in der Vakuumverpackung oder in einem Gefrierbeutel in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen. Keinesfalls warmes Wasser nehmen! Je nach Verpackung verringert diese Methode die Auftauzeit auf bis zu eine Stunde.

Auftauen in der Mikrowelle

Viele Mikrowellen haben ein spezielles Auftau-Programm, das mit einer deutlich geringeren Wattzahl als klassisches Erwärmungsprogramm funktioniert. Ideal sind Wattbereiche von 180 bis höchstens 240. Höhere Wattzahlen führen möglicherweise dazu, dass die Lebensmittel schon garen. Wer die Mahlzeit gleichzeitig auftauen und garen will, kann allerdings ruhig die Höchststufe der Mikrowelle einstellen.
Wichtig: Lebensmittel während des Auftauprozesses in der Mikrowelle mehrmals umdrehen oder umrühren. Danach ein paar Minuten stehen lassen, damit sich die Temperatur gleichmäßig verteilt.

Sonderfall Hackfleisch auftauen

Hackfleisch gehört zu den empfindlichsten und leicht verderblichsten Lebensmitteln. Das durch den Wolf gedrehte Fleisch verfügt über eine vielfach größere Oberfläche und bietet dadurch Keimen und im Besonderen den gefährlichen Salmonellen mehr Angriffsfläche. Hackfleisch sollte ausschließlich in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank auftauen. Pro 500 Gramm Hack dauert das etwa 24 Stunden.

Auftauen von Obst und Gemüse kann entfallen

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Gefrorene Beeren können für Kuchen, Marmalade oder Desserts genutzt werden, ohne sie aufzutauen.

Obst und Gemüse aus der Tiefkühltruhe ist oft eine gute Wahl, auftauen ist meistens unnötig. Das gefrorene Gemüse einfach direkt in den Topf oder die Pfanne geben und eisiges Obst gleich auf den Teigboden legen. Aus tiefgekühltem Obst gelingen im Winter feine Marmeladen oder fruchtige Desserts.

Tiefgekühlte Backwaren auftauen

Brot und Brötchen einzufrieren ist praktisch fürs Wochenende, oder falls das frische Brot aus ist. Damit tiefgekühlte Backwaren durch das Aufbacken weder matschig werden noch zerbröseln, gibt es ein paar Tricks zu beachten:
TK-Brötchen für einige Sekunden in der Mikrowelle auf höchster Stufe erhitzen. Anschließend auf dem Aufsatz des Toasters rundum fertig erwärmen. Alternativ einfach im Ofen fünf bis acht Minuten bei 120 Grad aufbacken. Vorher mit kaltem Wasser bestreichen.
Brotlaib eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur antauen lassen, dann im Ofen bei 200 Grad für zehn bis 15 Minuten aufbacken. Taut es nur bei Raumtemperatur auf, wird es schnell trocken.
Praktisch ist es, Brot scheibchenweise einzufrieren. Dann lässt es sich ganz einfach im Toaster aufbacken.

Tiefgekühlte Fertiggerichte und Selbstgekochtes erhitzen

Im Fall von Fertiggerichten strikt nach den Angaben auf der Verpackung vorgehen. Selbstgekochtes, beispielsweise Reste von Gulasch oder Braten, entweder im Kühlschrank auftauen und dann erhitzen. Oder, wenn es schnell gehen muss, in einem Topf auf dem Herd unter Zugabe von etwas Wasser bei mittlerer Temperatur erwärmen, dabei immer wieder umrühren.
Generell gilt, aufgetaute Lebensmittel baldmöglichst zu verarbeiten und zu essen. Vor allem aufgetautes rohes Fleisch und rohen Fisch nicht noch länger lagern.

Gefrierschränke

Katrin Hoerner

von

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