Richtig einfrieren

Schonend oder mit Schock, die besten Tipps

Himbeeren sollten Sie einzeln, Brot in Scheiben, Gemüse blanchiert einfrieren. Damit Gefrorenes die gesunden Inhaltsstoffe und den Geschmack bewahrt, gilt es Einiges zu beachten.

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Die Vorteile von Tiefkühlkost: Die Nährstoffe bleiben größtenteils erhalten, der Geschmack fast unverändert und Einfrieren ist unaufwändig.

Seit jeher suchten die Menschen nach Möglichkeiten, um Nahrungsmittel zu konservieren. Sie entwickelten Methoden, sie zu räuchern, zu pökeln, einzukochen, um den Überfluss nach der Ernte oder nach einer erfolgreichen Jagd zu bewahren. Allerdings brachten diese Verfahren eine Geschmacksveränderung und einen Verlust an Nährstoffen. 1955 kam erstmals Tiefkühlware in deutsche Geschäfte. Die Vorteile: Die Nährstoffe bleiben größtenteils erhalten, der Geschmack fast unverändert und Einfrieren ist unaufwändig. Mittlerweile verfügt fast jeder Haushalt zumindest über ein Tiefkühlfach im Eisschrank oder gar über eine extra Gefriertruhe. Und es gibt fast kein Lebensmittel, das sich nicht tiefgefrieren lässt.

Frische – das oberste Gesetz

Als erstes Gebot für alles aber gilt, dass die Lebensmittel, die Sie einfrieren wollen, absolut frisch sind. Denn die enthaltenen Mikroorganismen sterben bei Minusgraden nicht ab. Sie fallen nur in eine Art Kälteschlaf, in dem sie keinen Schaden anrichten können. Taut ein Lebensmittel aber auf, dann erwachen sie auch wieder zum Leben und können es umso schneller verderben.

Backwaren – Brot am Besten in Scheiben

Wenn nach Ladenschluss oder am Wochenende das Brot ausgeht, kann das eine mittlere Katastrophe sein. Zum Glück lassen sich Brot und Brötchen, Kuchen und Torte problemlos einfrieren. Für Brot empfiehlt es sich, es scheibenweise zu frosten. Dann können Sie die gewünschte Menge einfach im Toaster aufbacken. Für Brotlaibe und Brötchen gilt: Bei Zimmertemperatur antauen lassen, dann im Ofen bei 160 Grad ein paar Minuten knusprig backen.
Torte am besten stückweise von Folie getrennt auf einem Blech vorfrieren. Nach ein paar Stunden in eine luftdichte Form umpacken, sonst droht wie für Fleisch Gefrierbrand.
Haltbarkeit: Brot und Brötchen halten sich bis zu einem Jahr, je sahnehaltiger der Kuchen, desto kürzer sollte er im Froster bleiben.

Fisch und Fleisch – Gefrierbrand vermeiden

Für Fleisch und Fisch gilt: Je fettarmer sie sind, desto besser lassen sie sich einfrieren. Geflügel und mageres rotes Fleisch eignen sich am besten. Fett kann auch gefroren ranzig werden, deshalb den Fettrand beispielsweise von Koteletts entfernen. Um zu verhindern, dass Fischfilets oder Steaks zusammenkleben, können Sie sie nebeneinander offen auf ein mit Frischhaltefolie belegtes Blech legen und vorfrieren. Wenn sie hart gefroren sind, die Stücke dann platzsparend in einen Gefrierbeutel oder eine Box umfüllen. Hackfleisch flach drücken, das reduziert die Bakterienbildung.
Um Gefrierbrand an Fleisch oder Fisch zu verhindern, bieten viele Metzger und Fischläden an, ihre Ware zu vakuumieren.
Haltbarkeit: Fetthaltiges Schweinefleisch sollten Sie spätestens nach einem halben Jahr verspeisen, mageres Rindfleisch nach spätestens einem Jahr. Fisch hält sich in der Gefriertruhe maximal vier Monate. Er sollte ganz frisch eingefroren werden und ausgenommen oder filetiert sein.

Galerie: 4 Vakuumiergeräte im Vergleichstest

Milchprodukte – nur Butter hält die Qualität

Je höher der Fettgehalt eines Molkereiprodukts ist, desto besser eignet es sich zum Einfrieren. Butter lässt sich sehr gut auf Vorrat einfrieren. Milch, Joghurt und Käse eignen sich nur bedingt. Auch einige Käsesorten schmecken nach dem Auftauen noch gut. Milch oder Sahne sollten Sie lieber in der H-Version kaufen, wenn Sie sie nicht sofort verbrauchen können.

Obst und Gemüse – hier kommt Schockfrosten zum Zug

Fast jedes Obst eignet sich zum Einfrieren für Kuchenbeläge oder Nachtische. Es aufgetaut direkt zu essen, ist oft keine Option, weil die meisten Obstsorten matschig werden. Das liegt daran, dass sie in Haushaltsgefriergeräten nicht schnell genug gefrieren, es bilden sich langsam wachsende große Eiskristalle. Die Industrie nutzt dagegen die Methode des Schockfrostens. Dabei erreichen Lebensmittel sehr schnell Temperaturen von minus 30 Grad Celsius. Die Zellflüssigkeit bildet bei diesem schnellen Verfahren nur sehr kleine Eiskristalle, die die empfindlichen Zellstrukturen des Obstes nicht beschädigen können. Um Matschigwerden zu vermeiden, hilft es, Beeren und Kirschen offen nebeneinander liegend einzufrieren und sie erst, wenn sie bereits gefroren sind, in einen Behälter zu geben.
Gleich nach der Ernte eingefrorenes Gemüse hat einen sehr guten Ruf: Beispielsweise enthalten grüne Bohnen nach einem Jahr im Kälteschlaf noch 80 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin C-Gehalts. Im Kühlschrank bei 4 Grad Celsius hat sich der Vitamin C-Gehalt bereits nach einer Woche auf knapp 40 Prozent reduziert. Bei Zimmertemperatur sind bereits nach vier Tagen nur noch 20 Prozent Vitamin C in den grünen Bohnen vorhanden. Wenn Sie Gemüse einfrieren wollen, sollten Sie es vorher blanchieren, das hemmt die Aktivität der Enzyme, die auf der Oberfläche siedeln und dafür verantwortlich sind, dass sich Farbe und Geschmack verändern und Vitamine verloren gehen.
Salatgurken, Radieschen und Zwiebeln eignen sich nicht für die Gefriertruhe, weil sie beim Auftauen matschig werden. Tomaten können Sie vor dem Einfrieren kurz in heißes Wasser tauchen, die Haut abziehen und anschließend in Stücke schneiden oder zu Mus verarbeiten. So lassen sie sich als Belag beispielsweise für Pizza verwenden.
Haltbarkeit: Im Froster hält sich Gemüse drei bis zwölf Monate, Obst hält maximal ein Jahr.

Vorgekochte Gerichte – portionsweise vorsorgen

Wer größere Mengen vorkocht und den Rest dann portionsweise einfriert, der spart Zeit und Geld. Gulasch, Braten oder Bologneser Soße füllen Sie gleich nach dem Abkühlen in geeignete Gefrierboxen und frieren sie sofort ein. Am besten die Boxen mit Etiketten bekleben, auf denen der Name des Gerichts und das Gefrierdatum stehen.
Haltbarkeit: Fertiggerichte aus eigener Herstellung halten sich bis zu drei Monaten in der Gefriertruhe. Danach leidet der Geschmack.

Gefrierschränke

Katrin Hoerner

von

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