Geizig oder genial?

Freegan gibt 5 Euro für Lebensmittel aus – im Jahr!

Günstig ist das Leben in Singapur ganz sicherlich nicht. Als Freegan schafft es Daniel Tay dennoch, mit rund 5 Euro im Jahr für Lebensmittel auszukommen. Wie er das schafft, verriet er nun in einem Interview.

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Freegans unterwegs

Kostenloses Food Sharing: für Freegans eine Selbstverständlichkeit.

Wenn Daniel Tay Einkaufen geht, sieht das ein bisschen anders aus als üblich. Daniel ist Freegan, also jemand der versucht, alles umsonst zu bekommen. Und damit kommt er ziemlich erfolgreich durchs Leben. Im letzten Jahr gab er lediglich rund fünf Euro für Lebensmittel aus. Wie er das schafft, erzählte er nun der singapurer Ausgabe von „Cleo”.

Als Freegan durchs Leben

Daniel ist Freegan aus Überzeugung. Wie der 38-jährige Singapurer berichtet, wollte er anfangs nur etwas Geld sparen und traf bei seinen Recherchen auf einen Freegan, der bereits seit einem Jahr kaum Ausgaben hatte. Laut Daniel gibt es drei Gründe, warum Menschen zum Freegan werden:
  • Sie wollen Geld sparen.
  • Sie wollen andere mit Spenden retten.
  • Sie wollen die Erde retten.

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Während sich Daniels neu gefundener Mentor der Charity verschrieb, fing Daniels Leben als Freegan ganz simpel mit dem Wunsch nach reduzierten Kosten an. Der Finanzplaner wollte sich im teurem Singapur eine zweijährige Auszeit von der Arbeit gönnen, um sich selbst zu finden. Als Freegan hat er lediglich minimale Kosten, die für Rechnungen und das Nötigste anfallen.

Konsum und Verzicht

Inzwischen ist Geld kein Problem mehr für Daniel. Daher macht er sich vermehrt Gedanken darüber, was die Menschen alles so wegschmeißen und wie man Müll vermeidet. Von der Prada-Handtasche bis zu frischen Lebensmitteln ist da alles mit dabei. Wer als Freegan alles mitnimmt, was noch in Ordnung ist, wird schnell zum Horder. Besonders ärgerlich: Müllcontainer sind voll mit Lebensmitteln, die jemand anderes noch essen kann und würde. Auch bei uns hat sich eine kleine Bewegung inzwischen dem „Mülltauchen” (‘Dumpster Diving‘) verschrieben.

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Dekadenter Lifestyle

Daniel selbst geht nur noch selten auf die Pirsch, um Lebensmittel aus Müllcontainern herauszufischen. In Singapur ist er mit seinem Blog „Freegan in Singapore” bekannt geworden und hat regelmäßig Lebensmittel an der Tür hängen – von den Nachbarn, die ihm auch mal Fleisch spendieren. Denn das, so Daniel, sei in der Tat „tricky” zu bekommen. Bei einem TEDx-Event machte der Freegan die Bewegung noch bekannter. Er selbst empfindet seinen Lebensstil fast schon etwas lächerlich. Denn es kommt durchaus vor, dass er ein Marken-T-Shirt, das er aus dem Müll gefischt hat, zum Putzen nutzt. Was da ist, wird halt genutzt.

Freegan mit Zukunft?

Die Bewegung wächst und inzwischen stiften viele Freegans ihre zu viel gesammelten Sachen an gemeinnützige Organisationen. Den eigentlichen Vorteil im Leben als Freegan sieht Daniel darin, nicht arbeiten gehen zu müssen. Zeit haben. Dinge machen, die man wirklich machen möchte. Gänzlich von seinem Job verabschieden möchte sich Daniel jedoch nicht und betreut immer noch Kunden in Teilzeit. Denn ob man mit 60 Jahren noch immer in Müllcontainern wühlen möchte, ist eine andere Frage ...