Mehr als nur heiße Luft!

Heißluftfritteuse Philips Airfryer Avance HD 9641 im Test

Eine Heißluftfritteuse soll den Fettverbrauch beim Kochen reduzieren und eine Vielzahl von Garmethoden beherrschen. ekitchen-Autor Gerald Sinschek hat den neuen schlanken Airfryer Avance HD 9641 von Philips in der Küche getestet.

Datum:
Philips Heißluftfritteuse mit Pommes

Pommes Frites, Hühnerteile, Gemüse, Gratin: Die Heißluftfritteuse Airfryer Avance HD 9641 von Philips gart fast jedes Gericht.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der kompakte und schicke Airfryer HD 9641 von Philips lässt sich gut bedienen und gart die ausprobierten Speisen mit wenig Fett oder Öl zuverlässig, recht schnell und lecker. Allerdings mit deutlichem Arbeitsgeräusch. Die Konstruktion ist praxisgerecht, was die Handhabung einfach macht. Die große Einschubkassette mit dem eingeklickten Garkorb lässt sich einfach reinigen und ist zudem spülmaschinenfest. Eine Handvoll Rezepte im beigelegten Mini-Heftchen ist allerdings sehr dürftig und auch die App mit ca. 180 Gerichten (teils ohne Bilder) ist ausbaufähig. Der Lieferumfang mit nur dem Standard-Garkorb ist sparsam. Ohne das Doppelstock-Rack und die Backform lassen sich viele Speisen nicht zubereiten. Vier Personen können nur mit sehr wenig Hunger satt werden, zumal der Airfryer, wie auch alle anderen derartigen Geräte, meistens kein vollständiges Gericht in einem Rutsch bereiten kann. Hähnchen mit Pommes gibt es also nicht, sondern nur Hähnchen nach Pommes – oder umgekehrt.

Pro

  • Kompaktes Design
  • Einfach zu bedienen
  • Gute Ergebnisse

Kontra

  • Kleiner Lieferumfang
  • Etwas kurzes Kabel
  • Recht lautes Betriebsgeräusch

Philips Airfryer Avance HD 9641

Heißluftfritteusen sind in Mode gekommen. Es gibt günstige Geräte wie die Rosenstein & Söhne HF-290 für knapp 100 Euro und natürlich die ActiFry-Serie von Tefal, die es etwa als Tefal ActiFry smart XL mit Bluetooth oder als vielseitige Tefal Actifry 2in1 für etwa das Doppelte gibt. Das Hauptargument für die Nutzung dieser Geräte ist der vergleichsweise geringe Fettverbrauch bei der Zubereitung. Für eine große Portion knuspriger und leckerer Pommes aus selbstgeschnittenen Kartoffeln soll bereits ein Esslöffel Öl genügen, Hühnerbeine oder -Wings lassen sich sogar ohne Zugabe von Fett knusprig bräunen. Auf die herkömmliche Art und Weise in siedendem Öl jedoch sind Fritten ganz schnell mal vollgesogen wenn die Temperatur versehentlich zu gering eingestellt wurde. Ein Graus für die schlanke Linie. Mit dem Airfryer HD 9641 von Philips (UVP 279,99 Euro) steht jetzt also wieder einmal ein solches Heißluft-Gerät in meiner Küche.

Ausstattung und Funktion des Philips Airfryer HD 9641

Mein erster Eindruck: Super kompakt! Verglichen mit der Tefal Actifry 2in1 ist der Airfryer von Philips ein wirklich schlanker Apparat. Gegen das extrem platzfordernde, linsenförmige Hutschachtel-Design anderer Hersteller setzen die Designer hier auf einen Turm mit etwa 26 x 28 Zentimeter Grundfläche bei circa 27 Zentimeter Höhe. Da lässt sich im Küchenschrank bestimmt noch ein Plätzchen finden! Allerdings fehlt hier der Rührarm, der in anderen Geräten für die Umwälzung des Gargutes sorgt. Trotzdem sollen sich Gerichte für vier Personen gleichzeitig zubereiten lassen. Im sehr schmalen Lieferumfang finde ich im Karton nur einen Garkorb für Pommes, Hühnerteile oder Fleisch. Viele der im beigelegten Mini-Rezeptbuch (mehr Anregungen bietet die Rezepte-App, die allerdings teilweise mit Bildlosigkeit aufwartet) aufgeführten Gerichte lassen sich mit dieser Minimalausstattung nicht zubereiten.

Leistung und Bedienung

Der innen umlaufende Heizstab feuert mit bis zu 1.425 Watt, maximal 800 Gramm Lebensmittel finden Platz im Garkorb. Das ausreichend große Display zeigt die gewählte Gardauer, die Temperatur (40 - 200°C) sowie eventuell gewählte Programmsymbole für gängige Gerichte wie Pommes, Hühnerteile, Fleisch oder Fisch. Bedient wird der Apparat über nur fünf Knöpfe und ein Drehwahlrad. Das Stromkabel ist mit 80 Zentimeter Länge recht kurz bemessen.

Galerie: Heißluftfritteuse Philips Airfryer Avance HD 9641 im Test

So gart der Airfryer von Philips

Da die Auswahl der Gerichte mangels Zubehör etwas gering ausfällt muss ich mich auf sechs Rezepte beschränken bzw. ein wenig improvisieren: Auf dem Plan stehen Muffins (für die eigentlich spezielle Silikonförmchen sowie eine Backform vorgesehen sind), frisch geschnittene und Tiefkühlpommes, Chickenwings und Kotelett Natur sowie paniert.

Rosinen-Muffins im Airfryer

Nach dem Rezept aus der App rühre ich Muffinteig für acht Stück zusammen, meine herkömmlichen Papierförmchen sollten auch funktionieren. Da jedoch nur vier zeitgleich im Garkorb Platz finden, muss ich die doppelte Zeit aufwenden und den Apparat zweimal laufen lassen. Das ist etwas unpraktisch wie ich finde. Im Backofen dauert es nicht länger, dafür kann ich die achtfache Menge backen. Muffinbäckerei ist also nicht die Paradedisziplin des Airfryers. Außerdem ist der Lüfter recht laut, in einer offenen oder Wohnküche stört der Betrieb. Die Rosinen-Muffins garen gleichmäßig und schmecken!
Tefal Actifry 2in1 Heißluftfritteuse Video abspielen

Heißluftfritteusen gelten als Antwort auf Öl-Fritteusen. Wir haben uns die Tefal Actifry 2in1 genauer angeschaut. Wie sie funktioniert und ob unser Testgericht geschmeckt hat? Testvideo anschauen!

Selbst geschnitzte Fritten

Jetzt die selbst geschnippelten Fritten: Nach gründlichem Wässern und Trocknen mixe ich die knapp 400 Gramm Kartoffelstifte (bis zu 800 Gramm sollen in den Korb passen) mit einem halben Esslöffel Olivenöl und stelle den Korb für 16 Minuten bei 160°C in das kurz vorgeheizte Gerät. Als der Signalton „fertig“ piept, erhöhe ich die Temperatur auf 180°C und warte weitere 12 Minuten: Die Pommes sind außen knusprig, innen weich und heiß und schmecken top! Zwischen den beiden Heizstufen musste ich die Kartoffelstäbchen allerdings kräftig schütteln, damit kein zusammengeklebtes Pommes-Mikado entsteht.

Fertig-Pommes

In der tiefgekühlten Version (mit dem entsprechenden Programm: 500 Gramm, 18 Min., 180°C) schmecken meine favorisierten Golden Longs ebenfalls sehr gut und sehen appetitlich aus. Da können die Mikrowellen-Pommes einpacken.

Chicken Wings

Chicken Wings gehen immer, die asiatische Variante aus dem Mini-Rezeptheft klingt gut: Allerdings passen nur fünf Teile in den Garkorb, das reicht nicht für vier Personen. Mit dem Doppeletagen-Rack aus dem Zubehör wäre vielleicht Platz für zehn Stück! Das interne Programm (180°C, 20 Min) ist eher für dicke Schenkel und passt nicht so gut, ich wähle also eines aus der App. Nach 13 Minuten sollen hier die Flügel fertig sein. Da sie nach der angegebenen Zeit aber noch deutlich zu blass sind, addiere ich fünf Minuten. Jetzt stimmt die Bräunung und am Knochen ist das Fleisch gar. Kross, saftig. Lecker!

Kotelett

Das Kotelett Natur wird nur etwas mit Öl bepinselt und gart dann 10 Minuten bei 190°C gut, besser wird es in der Pfanne auch nicht. Gespannt bin ich jetzt auf das panierte Gegenstück: Wie soll das in der heißen Luft kross werden? Der Trick ist, das Paniermehl mit etwas Öl zu mischen. Das Ergebnis ist ok, die Panade nach 15 Minuten bei 190°C knusprig, das Fleisch gar. Allerdings ist keine so geschlossene Bräunung entstanden wie in der Pfanne. Hier und da sind noch einzelne Körner des Paniermehls gut zu erkennen. Maximal zwei Koteletts hätte ich gleichzeitig garen können, für vier Personen rechnet sich das nicht!

Philips Airfryer Avance HD 9641

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.