Will alles können

Die Heißluftfritteuse Multifry Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi im Test

Grillen, Braten, Kochen, Backen und Frittieren: Die Heißluftfritteuse Multifry Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi deklariert nicht weniger für sich, als all das mit Bravour leisten zu können. Und wenn sie das im Test wirklich schafft, ziehen wir die imaginäre Kochmütze.

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Als wahres Küchen-Multitalent präsentiert sich die Multifry Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Heißluftfritteuse/Multicooker Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi ist in der Tat sehr vielseitig und das ist ihr großes Plus: Backen klappt sehr gut, Frittieren mit wirklich wenig Öl auch (bei etwas Hilfestellung). Beim Braten und Grillen allerdings hätten wir in unserem Test ungewohnt dicke Stücke in die Pfanne oder auf den Rost legen müssen, damit keine Enttäuschung aufkommt. Manche Gerichte sind perfekt, andere lassen etwas zu wünschen übrig. Die Geräuschentwicklung des Gerätes ist bei kurzer Nutzung erträglich, wer aber viele Speisen hintereinander zubereitet, sehnt sich nach himmlischer Ruhe im Anschluss der Kochorgie. Auch eine Beleuchtung des Garraumes wäre wünschenswert, damit die Prozesse sich noch besser überwachen lassen.

Pro

  • Vielseitig einsetzbar
  • Teilweise perfekte Ergebnisse
  • Einfache Bedienung
  • Gut zu reinigen

Kontra

  • Manche Programme funktionieren weniger gut
  • Auf Dauer hoher Geräuschpegel

DeLonghi Extra Chef Plus FH 1396

Heißluft-Multifunktions-Küchenapparate gehören zu den jüngsten Erfindungen der Gerätehersteller. Einer der oft zitierten Vorteile: „Mit einem Minimum an Fett können sie knusprige Pommes zubereiten und je nach Ausführung allerlei weitere Zubereitungsaufgaben erledigen.“ Das klingt gut! Allerdings sollte jeder potenzielle Fan im Hinterkopf behalten, dass ein Gerät wie die Multifry Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi (UVP 329 Euro) die standardmäßige Küchenausstattung nicht grundsätzlich überflüssig macht und immer als zusätzlicher Apparat Platz in der Küche benötigt.

Multifry Extra Chef Plus FH 1396 von DeLonghi: Ausstattung

Der vom Hersteller sogenannte Multicooker kommt mit üppigen Abmessungen daher: Knapp 40 cm hoch, und 33 cm breit ist er bei immerhin 29 cm Tiefe. Die großen Maße haben den Vorteil, dass die zwei im Set enthaltenen, mit Keramik antihaftversiegelten Behälter viel Volumen zur Verfügung stellen. Bis zu 1,7 Kilo frisch geschnittener Kartoffelstifte können sie laut Hersteller fassen. In einer der beiden spülmaschinenfesten Schalen rotiert ein Rührelement, das für stetige und gleichmäßige Umwälzung des Gargutes (wie etwa Pommes, Fleisch oder Gemüse) sorgen soll. Der andere Behälter hat einen planen Boden und ist zum Beispiel zum Backen oder Grillen vorgesehen. Ein niedriger Grillrost gehört zum Set wie auch ein kleiner Messbecher und ein knappes Rezeptbuch. Zudem gibt es einen Link zu mehr als 300 Rezepten online.
Zwei Heizelemente im Deckel (1400 Watt) und im Boden (1000 Watt) sollen die erforderliche Hitze erzeugen. Die wird durch ein Gebläse im Deckel als Umluft gleichmäßig im Garraum verteilt. An der Gerätevorderseite finden sich die übersichtlichen Bedienelemente: Ein Drehwahlschalter zur Programmwahl mit Start/Stopp-Funktion sowie ein Timer und eine Taste für die vier Leistungsstufen.
Fünf vorinstallierte Programme stehen zur Verfügung: Pommes, Pizza, Kuchen, Eintopf, Grill. Die Parameter lassen sich jeweils individuell anpassen. Außerdem gibt es drei Halbautomatik-Programme mit den Bezeichnungen Backofen, Airgrill und Pfanne. Der abnehm- und klappbare Kunststoffdeckel ist größtenteils transparent. Das Stromkabel ist mit 100 cm lang genug, das Gerät verfügt über einen separaten On-/Off-Schalter und steht dank Gummifüßchen sicher auf glatten Flächen.

Jetzt werfen wir die Maschine an!

DeLonghi Extra Chef Plus Apfelkuchen

Der sehr süße Apfel-Joghurt-Kuchen gelingt sehr gut!

Als erstes versuchen wir uns an der Funktion „Backen“. Im Rezeptbuch findet sich auf Seite 102/103 ein lecker aussehender Joghurt-Apfel-Kuchen. Dessen Hauptzutat ist jedoch Zucker. Egal. Wir rühren nach Angabe Eier und Zucker mit dem Handmixer schaumig, geben die restlichen Zutaten in die Schüssel und füllen die Masse dann in den Standardbehälter, aus dem wir das Rührelement entfernt haben. Besser geeignet wäre laut Hersteller die andere Schüssel, aber hiermit soll es ebenfalls funktionieren. Programmwahlschalter auf „Kuchen“ in Kombination mit der Leistungsstufe 2 und 35 Minuten im Timer. Das Gerät beginnt mäßig laut zu surren und zu Rauschen, die Geräuschentwicklung ist noch erträglich.
Nach der angegebenen Zeit signalisiert ein Piepton das Ende der Garzeit: Die Bräunung auf der Oberseite ist gut wenn auch nicht ganz gleichmäßig und nach einer kurzen Abkühlzeit kommt der spannende Moment: Der Kuchen muss aus der immerhin mehr als 10 Zentimeter tiefen Form gestürzt werden. Klappt. Der Kuchen ist komplett gar und schmeckt. Wenn auch reichlich süß.

Tiefkühlpizza-Test

DeLonghi Extra Chef Plus Tiefkühlpizza

Auch die TK-Pizza sieht so aus und schmeckt, wie sie soll.

Manchmal fehlt einfach die Zeit, um eine Pizza selbst herzustellen. Der Teig und die Vorbereitung dauern einfach zu lange. Zum Glück gibt es heute erstaunlich schmackhafte Tiefkühlprodukte! Das entsprechende Programm ist gewählt, auf Stufe 2 soll die Pizza in 30 Minuten heiß und knusprig sein. Im Backofen benötigt sie nur halb so lange, dafür kommt dort die Aufheizphase dazu. Trotzdem erscheinen mir 30 Minuten sehr lang, ich korrigiere manuell auf 25. Als es piept sieht die Pizza sehr gut aus. Kross und gleichmäßig gebräunt. Doch wie kommt das Ding aus der Form raus? Stürzen ist hier keine Alternative. Ginge zwar theoretisch, sähe auf dem Teller nicht gut aus. Mit einem langen, schmalen und flexiblen Kunststoffspatel kommt man unter den Pizzaboden, um den Teig damit herauszuheben. Ganz ohne eine gewisse Fingerfertigkeit funktioniert das aber nicht unfallfrei. Die Pizza ist sehr gut gegart.

Pommes frisch und TK

DeLonghi Extra Chef Plus Pommesfrites

Selbst geschnittene Pommes werden mit etwas manueller Hilfe ganz ordentlich.

Selbst geschnittene Fritten sind eine Herausforderung, die nicht immer gelingt. Hier spielt nicht nur Kartoffelsorte eine große Rolle, sondern auch die Zubereitung, das Fett und der Garprozess. Viele Parameter also, bei denen etwas schief gehen kann. Wir versuchen es mit einer festkochenden italienischen Frühkartoffel mit schöner, länglicher Ausgangsform. Die Pommes schneidet man in möglichst gleichmäßig große Stifte, spült und trocknet sie. Mit nur 20 ml Öl sollen aus den rund 600 Gramm Kartoffelstiften in 32 Minuten auf Stufe 3 im Kartoffelprogramm schmackhafte Pommes entstehen, gründlich umgewälzt vom Rührelement. Der Apparat rauscht vor sich hin, die Frittenstifte allerdings schiebt der Rührarm meistens einfach vor sich her, anstatt sie zu durchmengen. Liegt das an der Form der Pommes oder am Öl? Jedenfalls öffne ich den Deckel mehrfach, um die Kartoffelstifte mit einem Holzspatel zu wenden, was für eine gleichmäßige Bräunung unerlässlich ist. Nach etlichen Handwendungen piept das Signal „fertig“ und in der Tat sieht das Ergebnis jetzt passabel aus. Teilweise sind die Kartoffeln zwar noch etwas weich, aber das kann viele Gründe haben.
Meine favorisierten TK-Pommes sehen aus dieser Maschine deutlich besser aus, als aus dem Backofen. Und sie schmecken besser. Allerdings zeigte sich auch hier der Schiebe-Effekt des Rührarmes und ich musste für ein gutes Ergebnis manuell nachhelfen.

Huhn mit Ananas

DeLonghi Extra Chef Plus Hühnerpfanne

Das Huhn hätte mehr Röststoffe vertragen.

Zahlreiche klein geschnittene Würfel Hühnerfleisch gleichzeitig anzubraten gelingt selbst in einer Pfanne kaum. Schnell tritt viel Wasser aus und das muss erst verdunsten bevor der Röstvorgang einsetzen kann. Deshalb bin ich besonders gespannt, wie dieses Gerät die Herausforderung bewältigt. Immerhin 800 Gramm Fleisch soll ich laut Rezept verwenden. Ich nehme nur circa 600 und schon mit dieser Menge ist der Boden der Schüssel nahezu vollständig bedeckt. 20 ml Öl, Heizstufe 4 und 20 Minuten lauten die Parameter, um die mehlierten Teile zu bräunen, was in diesem Versuch nicht gelingt: Nur einige wenige Stücke sind minimal gebräunt, der Rest schiebt sich blass durch die Schüssel. Das Ergebnis ist durchwachsen: Angebraten sind die Hühnerstücke nicht, etwas zäh obendrein. Die Fleischstücke sollten also beim nächsten Mal deutlich größer sein, ca. 4 x 4 Zentimeter, vielleicht hilft das.

Hühnerspieße mit Pita

DeLonghi Extra Chef Plus persische Spiesse

Auch gegrillten Hühnerspieße müssen sehr dick sein, damit das Fleisch nicht zu trocken wird.

Letzte Disziplin: die Grillfunktion. Die Spieße mit Salat und Pitabrot aus dem Rezeptbuch Seite 68 sehen verlockend aus. Ich schneide das Huhn in große Stücke, etwa 4 x 4 cm, und mariniere sie nach Angabe. Die zimmerwarmen und leicht abgetupften Teile schiebe ich auf Holzspieße, lege sie auf den Rost, wähle das Grillprogramm mit Stufe 4 und klappe den Deckel herunter. Nach etwa 15 Minuten wende ich die Spieße. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit sind die Hühnerteile noch nicht appetitlich gebräunt aber schon merklich übergart, als ich für das Aussehen drei weitere Minuten addiere ist das Fleisch vollends trocken.

DeLonghi Extra Chef Plus FH 1396

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.