Heiße Luft in der Fritteuse

Tefal ActiFry Express XL: Frittieren ohne Fett

Ohne schlechtes Gewissen knusprige Pommes, zartes Hähnchen & Co. aus der Fritteuse genießen, das geht nicht? Geht doch! Das verspricht Tefal mit seiner Heißluftfritteuse ActiFry Express XL, die nicht nur schnell, sondern auch nahezu fettfrei garen soll.

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Tefal ActiFry Express XL

Soll für gesünderen Frittier-Genuss sorgen: Tefal ActiFry Express XL.

Bei der Zubereitung von Pommes frites mit ActiFry genügt ein Messlöffel Öl, um die typische Bräunung und eine knusprige Oberfläche beim Frittieren mit Heißluft zu erhalten. Aber wie funktioniert das genau? Entscheidend sind zwei patentierte ActiFry-Verfahren. So sorgt ein Heißluftgebläse für stetige Zirkulation, was für eine perfekte Hitzeverteilung im Garbehälter sorgt. Die Temperatur soll dabei 150 Grad nicht überschreiten, sodass Sie mit ActiFry Speisen schonend garen können. Zweiter Clou: Ein rotierender Rührarm verteilt das Öl und die Inhalte gleichmäßig im Behälter. So garen die Speisen gleichmäßig und ein Anbrennen wird verhindert.

XL-Außenmaße

Die neue Tefal ActiFry kommt mit ihrem Design fast wie ein Ufo daher. Auch wenn sich die Express XL mit einem satten Fassungsvermögen von 1,5 Kilogramm natürlich in erster Linie an Familien richtet, erschrickt man beim Auspacken des Gerätes dennoch: Die Fritteuse ist wirklich genauso groß, wie es der Karton vermuten lässt! Für den stolzen Preis von 329 Euro (UVP des Herstellers) bekommt man neben der Fritteuse eine kurz gefasste Beschreibung und ein kleines Rezeptbuch. Wer einen Tablet-PC oder ein Smartphone zur Hand hat, lädt aber am besten gleich die kostenlose Tefal-App herunter. Damit ist die Auswahl an Rezepten noch größer. Nach einer ersten kurzen Reinigung des Gerätes kann es schon losgehen.

Galerie: Tefal ActiFry Express XL

Die Bedienung: Kochen leicht gemacht

Das Gerät besitzt lediglich drei Knöpfe: Plus, Minus, Start. Einmal mit den Plus- und Minus-Tasten die Zeit eingestellt und mit dem Startknopf den Garvorgang begonnen, kann man sich entspannt zurücklehnen und das Ergebnis abwarten. Auch wenden muss man die Pommes frites nicht, das erledigt ein Rührhaken automatisch. Für die richtige Garzeit genügt ein Blick ins beigelegte Rezeptbuch oder in die App. Bei meinen Tests haben die Garzeiten gestimmt, bei den Pommes kann man aber durchaus ein bis zwei Minuten draufpacken, um ein noch krosseres Ergebnis zu erzielen. Tefal bewirbt das Gerät mit einer für Heißluftfritteusen besonders schnellen Garzeit; an die Geschwindigkeiten herkömmlicher Fritteusen kommt das Gerät aber nicht heran. Da die Maschine alles automatisch macht, fällt die etwas längere Garzeit nicht negativ auf, nur zu gut kann man beispielsweise parallel die Hauptspeise zubereiten, während in der ActiFry die Pommes frites langsam garen. Praktisch: Der Deckel ist aus durchsichtigem Kunststoff, sodass man das Gargut jederzeit sehen kann, falls doch mal etwas schneller fertig sein sollte.

Tefal ActiFry Express XL im Geschmackstest

Die Pommes frites sind lecker, ebenso die Hähnchenkeulen. Das war schon nach den ersten Versuchen mit dem Gerät klar. Außen knusprig, innen saftig: Das Ziel wird bei den Hähnchenkeulen zu 100 Prozent erreicht. Die Pommes (aus frischen Kartoffeln) haben im Vergleich zu herkömmlich frittierten Pommes frites etwas mehr Eigengeschmack. Manche stufen dieses mehr an Eigengeschmack sicherlich als gewöhnungsbedürftig ein, für mich sollten Pommes frites aber genau so schmecken. Auch tiefgefrorene Pommes frites gelingen gut und müssen sich nicht verstecken. Und das, obwohl ich bei den Fritten aus frischen Kartoffeln maximal einen Löffel Öl verwendet habe, bei tiefgefrorenen Kartoffelstäbchen sogar komplett auf Öl verzichtet habe.
Pommes frites aus der Heissluftfritteuse Video abspielen

Tefal hat mit der ActiFry Express XL eine mächtige Heißluftfritteuse im Angebot. Im Video testet eKitchen, ob die Pommes auch ohne Öl schmecken.

Mehr als nur Pommes Frites

Für den hohen Preis muss ein Gerät aber mehr können als nur Pommes frites. Die ActiFry Express XL kann das: Fisch dämpfen, Äpfel braten, ja sogar Rührei mit Speck. Das erlaubt die Heißlufttechnik. Fast immer mit guten Ergebnissen. Lediglich das Rührei war deutlich schwächer im Geschmack als bei einer herkömmlichen Zubereitung, auf solche Experimente ist das Gerät nicht unbedingt ausgelegt. Ebenso wenig wie auf die parallele Zubereitung von zwei Speisen.

Hier schwächelt die XL-Fritteuse

Die ActiFry Express XL hat Schwächen in zwei Punkten: erstens die Ergonomie. Kurz gesagt: Das Gerät ist riesig und laut. Wer eine abgetrennte große Küche hat, für den stellt das kein Problem dar. Eine beengte oder offene Küche ist ein anderer Schnack, da nervt das sehr laute föhnähnliche Geräusch der Maschine erheblich. Zweitens: Menge statt Vielseitigkeit. Die ActiFry Express XL hat mit 1,5 Kilo ein sehr großes Fassungsvermögen. Das ist perfekt für den Kindergeburtstag, bei dem ein Dutzend Rabauken ganz schnell ganz viele Pommes wollen. Wer aber gleichzeitig Pommes und Hähnchenschenkel frittieren will, für den ist die ActiFry nicht das richtige Gerät. Da gibt es mit den 2-1 Produkten aus der ActiFry Serie von Tefal bessere Lösungen: Bei diesen gibt es eine zweite Ebene, sodass man im unteren Bereich etwa die Pommes frites und im oberen Bereich die Hähnchenkeulen zubereitet. Die Express XL bietet diese Möglichkeit nicht.

Fazit: Für wen passt die ActiFry Express XL?

Wer sich eine Tefal ActiFry Express XL zulegt, erwirbt ein solides Gerät zum Marktpreis von derzeit etwa 230 Euro und darf sich auf leckere und schonend zubereitete Speisen freuen. Dennoch ist das Gerät nicht für jeden die richtige Wahl. Singles und Pärchen finden bessere Lösungen. Wer aber regelmäßig zu Kindergeburtstagen einlädt oder eine Großfamilie bekocht, ist mit der ActiFry Express XL gut bedient.
Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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