Heißer Halogen-Ofen

Der Halogen-Konvektionsofen HK-14.I im Test

Kalorienarm kochen, backen und grillen – der Halogen-Konvektionsofen HK-14.I von Rosenstein & Söhne will eine Menge können. ekitchen-Autor Gerald Sinschek hat den heißen Test gemacht.

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Heißluftfritteuse HK-14.I von Pearl

Pizza, Pommes, Popcorn - die Heißluftfritteuse HK-14.I von Rosenstein & Söhne ist ein Multitalent.

Als „3-in-1-Küchenwunder“ preist Pearl seine Heißluftfritteuse unter dem Namen „Halogen-Konvektionsofen HK-14.I von Rosenstein & Söhne“ an. Das Küchen-Multitool mit 1.200 Watt Leistung und 14 Liter Fassungsvermögen bietet für 169,90 Euro UVP eine Menge Funktionen: Es vereint Grill, Fettfrei-Fritteuse und Energiespar-Konvektionsofen in einem Gerät. Braten, grillen, schmoren, dünsten, dämpfen, backen und auftauen soll der Ofen laut Hersteller können.

50 Prozent Zeitersparnis mit der Heißluftfritteuse HK14.I von Pearl

In der antihaft-beschichteten Form heizt ein Halogen-Element den Garraum in kürzester Zeit auf bis zu 205°C auf, ein Ventilator sorgt dabei für gleichmäßige Verteilung der heißen Luft. Außerdem garen Chickenwings und Co. auf bis zu zwei Ebenen. Durch diese speziellen Bedingungen verspricht Pearl maximal 50 Prozent Zeit- und 20 Prozent Energieersparnis mit den vorgewählten Garprogrammen, die sich auch manuell steuern lassen. Außerdem sollen sich Speisen wie Pizza, Grillhähnchen, Fleischspieße oder sogar Popcorn ohne oder nur mit minimaler Zugabe von Öl zubereiten lassen.

Galerie: Mit viel Zubehör: Halogen-Konvektionsofen HK-14.I

Viel Zubehör

Praktisches Zubehör wie die Pommestrommel, ein Hähnchenspieß, ein Fleischspießhalter, ein Dämpf- und ein Pizzateller sowie ein Garkorb lassen die Speisen in der Heißluftfritteuse rotieren. Durch den transparenten Deckel ist eine Garkontrolle möglich.

Test: Pommes, Wings, Popcorn und Pizza

Was kann der riesige Ofen, der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem oberen Drittel des Star-Wars-Roboters „R2D2“ hat, wirklich? Beamt er mir vielleicht ein Hologramm der Haarschnecken-bewehrten Prinzessin Leia in die Küche, die mir dann Rezepttipps gibt? Ein Kochbuch legt Pearl nämlich leider nicht bei. Lediglich eine kleine Tabelle mit empfohlenen Zubereitungszeiten finde ich in dem dürren Manual.
Als Erstes muss aber eine neue Küche her: Dieser gewaltige Kasten lässt sich in meinen vier Kochwänden nirgendwo verstauen. Wenn ich den Backofen ausbaue, würde vielleicht genug Platz entstehen – und schließlich redet Pearl von einem mobilen Ofen, der dann mein stationäres Gerät ersetzen könnte. Das Bedienelement auf der Oberseite lässt sich fast intuitiv steuern, ein kleines Display zeigt die Restzeit der manuellen oder Automatikprogramme an.

Galerie: Küchenwunder? Der Halogen-Konvektionsofen HK-14.I von Pearl im Test

Mittagszeit: Auf dem Teller waren schon lange keine Pommes mehr. Die Trommel aus dem Zubehörpaket (ohne das kostet der HK14.I 129,90 Euro) ist nicht aus Edelstahl gefertigt, eine Volumenangabe fehlt. Die Menge Tiefkühl-Fritten, die ich ohne zu stopfen in der Trommel versenken kann, entspricht zwei kleinen Portionen. Nach 25 Minuten in Dauerrotation bei gut erträglichem Lüftergeräusch sind die Fritten ohne zusätzliches Fett schön gleichmäßig gebräunt und innen heiß. Das passt, eine Zeitersparnis kann ich zu der auf der Packung angegebenen Gardauer von 18 Minuten allerdings nicht feststellen.
Als zweiten Gang lege ich sechs frische Wings mittig auf das hochgelegte Grillgitter. Mehr Wings würden zu weit am Rand und damit außerhalb der Heizquelle liegen. Nach 15-18 Minuten bei 205°C sollen die laut Anleitung kross sein. Obwohl ich die Flügel nach 10 Minuten etwas mit Öl einstreiche und wende, zieht sich der Bräunungsprozess in die Länge: Erst 27 Minuten nach dem Start sind die Chickenwings kross und servierfertig. Auch hier kann ich keine Zeitersparnis feststellen, im Backofen geht das schneller.

Popcorn: Ein Rohrkrepierer

Jetzt das Popcorn – auch so eine Leckerei, die ewig nicht mehr auf meinem Speiseplan stand. Da muss ich erst mal ein Rezept im Netz suchen. Als Supergeheimtipp finde ich: Mais, Öl, Butter und Zucker gleich von Beginn an zusammen in den Topf oder die Heißluftfritteuse kippen. All-in, sozusagen. Bei 180°C warte ich eine kleine Ewigkeit auf das genussversprechende Poppen im Gerät. Nichts passiert, ich erhöhe die Temperatur auf das Maximum. 25 Minuten später liegt ein einsames Popcorn inmitten seiner dunkelbraun gerösteten und nicht explodierten Kollegen. Versuch misslungen. Die Gegenprobe im Kochtopf nur mit Öl funktioniert perfekt, am Mais liegt es also nicht.
Popcorn, die zweite: Auf das hochgelegte Grillgitter platziere ich den beschichteten Teller, den ich gut mit Speiseöl einstreiche. Darauf kommt eine Schicht Maiskörner, die den Teller nicht komplett bedeckt. Nach 8 Minuten bei 195°C beginnt es, verhalten zu Poppen, nach 20 Minuten ist höchstens ein Viertel der Körner aufgegangen – magere Ausbeute.
Dann doch lieber Pizza: Der beschichtete Teller auf dem hochgelegten Grillgitter ist für die Standard-Tiefkühlpizza etwas zu klein. Egal. Das Programm gibt die Parameter „25 Minuten, 180°C“ vor. Das wäre doppelt so lange, wie der Backofen benötigt. Am Ende der Zeit ist die Pizza etwas zu stark gebräunt, aber das mag Geschmackssache sein. Funktioniert hat es zumindest.

Fazit

Die Bezeichnung „Heißluftfritteuse“ trifft den Funktionsumfang des futuristischen Gerätes nicht ganz. Der HK 14.I kann mehr als nur Pommes oder Chickenwings garen. Allerdings macht er das nach unserer Erfahrung nicht schneller als die entsprechenden Haushaltgeräte. Die Vielseitigkeit macht ihn aber zu einem guten Küchenhelfer im Schrebergarten oder auf dem Campingplatz, wie es Pearl selbst empfiehlt. Da kann der Halogen-Konvektionsofen seine Stärken als „3-in-1-Küchenwunder“ eher unter Beweis stellen. Das Popcorn wollte aber partout nicht gelingen. Ob Prinzessin Leia als (Haus-) Frau aus der Zukunft hilfreich gewesen wäre? Oder hätte sie sich von Han Solo die Blaster-Wumme geliehen und den Heißluft-Kasten mit einem gezielten Schuss in seine Einzelteile zerlegt …
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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