Ist sie der teuren Konkurrenz gewachsen?

Klarstein VitAir: Test der günstigen Heißluftfritteuse

Mit einem Straßenpreis von rund 100 Euro ist die Klarstein VitAir deutlich günstiger als die Konkurrenz von Tefal und Philips. eKitchen-Autor Philipp Weber hat ausprobiert, ob Sie Abstriche in Sachen Leistung in Kauf nehmen müssen.

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Klarstein VitAir

Die Klarstein VitAir glänzt mit futuristischem Design.

Die Firma Klarstein wirbt damit, Küchengeräte „designed in Berlin” herzustellen. Hip, jung und modern will der Hersteller sein. Das Ergebnis: Die Heißluftfritteuse Klarstein VitAir wirkt wie ein Helm aus einem Science-Fiction-Film. Die grellen Farben der bunten Versionen verstärken diesen Eindruck. Wer es etwas dezenter mag, entscheidet sich besser für die schwarze Gerätevariante. Aber die Optik ist das eine. Wichtiger ist: Das Essen, das später auf dem Tisch landet, muss schmecken! Was also lässt sich mit dem Berliner Designstück zaubern? Dass das Gerät nicht nur Pommes frites kann, zeigt das Zubehör: eine Grillpfanne, ein Grillspieß und ein Frittierkäfig liegen bei.
Frittierte Hähnchenkeulen aus der Klarstein VitAir

Die Garergebnisse sind ordentlich – andere können es jedoch noch besser.

Die Klarstein VitAir im Praxis-Test

Diese Idee gibt es bei der Konkurrenz nicht: Der beigelegte Frittierkäfig soll Pommes frites gleichmäßig garen. Ich hänge ihn an einen Stab, der für eine ständige Rotation des Käfigs sorgt – das Prinzip kennt man vom Hähnchenstand. Wenn Sie den beiliegenden Grillspieß nutzen, können Sie tatsächlich auch Geflügel auf diese Weise im Gerät zubereiten.
Zurück zu meinen Pommes. Die drehen sich fröhlich und nehmen dabei langsam eine goldgelbe Farbe an. Doch die erste Hürde folgt prompt: Wie bekomme ich den Käfig und damit die Pommes frites aus der Klarstein VitAir heraus, ohne mir die Finger zu verbrennen? Trotz mitgelieferter Zange ein Ding der Unmöglichkeit! Der komplette Eisenkäfig glüht, sitzt aber fest im Bauch der Maschine. Spezielle Griffe zum Anfassen und Herausnehmen gibt es nicht. Mit Topflappen lässt sich der Käfig zwar greifen und öffnen – trotzdem ist hier äußerste Vorsicht geboten. Das ist definitiv nichts für Kinderhände.
Meine Finger habe ich retten können, aber wie steht es um die Pommes? Trotz speziellem Automatikprogramm für Pommes frites sind sie etwas zu lasch. Mit dem Ergebnis des Konkurrenten Tefal ActiFry können die Klarstein-Pommes nicht mithalten. Meine Tests mit anderen Lebensmitteln bestätigen den ersten Eindruck: Habe ich beim Philips Airfryer und der Tefal ActiFry tatsächlich das Gefühl, mein Gargut kommt aus einer „echten” Fritteuse, schmeckt das Essen aus der Klarstein-Heißluftfritteuse eher nach Backofen. Dieser Geschmack ist nicht zwingend schlecht – doch ich würde dafür eher auf meinen Backofen als auf ein separates Gerät setzen.
Klarstein VitAir Display

Es darf gern noch einfacher gehen: Die Bedienelemente und Steuerung der VitAir haben mich nicht vollends überzeugt.

Mäßige Bedienungsanleitung

Bei der Klarstein VitAir kann ich Zeit und Temperatur einstellen sowie aus sieben Automatikprogrammen wählen. Es fehlen aber ausführliche Angaben, wie viel Öl ich brauche und welche Zeit und Temperatur die richtige ist. Heißluftfritteusen-Neulinge sind hier überfordert. Die Bedienungsanleitung bietet zwar eine knappe Hinweisliste. Auf Hochglanz-Rezeptbücher, wie ich sie bei den Maschinen von Tefal und Philips zu schätzen gelernt habe, muss ich bei Klarstein aber verzichten. Die VitAir benötigt zudem Platz: 35x44 cm misst sie, bei einem Gewicht von etwa 6 Kilo.

Fazit: Günstig, aber nicht gut

In Sachen Größe wünsche ich mir den schlanken Philips Airfryer zurück. Und in Sachen Bedienung bevorzuge ich die Tefal ActiFry Express mit ihren drei Knöpfen und trotzdem nahezu perfekten Garergebnissen. Wenn da nur nicht der Preis wäre: Die Geräte von Philips und Tefal kosten mehr als das Doppelte. Für mich sind sie allerdings auch annähernd doppelt so gut. Wer nicht mehr als 100 Euro für eine neue Heißluftfritteuse ausgeben möchte, kann sich mit der Klarstein VitAir anfreunden.
Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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