Mehr als Sirup!

Holunderblüten-Rezepte – von Eis bis Küchlein

Das bekannteste Holunderblüten-Rezept ist der Sirup. Der zarte und unverwechselbare Geschmack kommt aber auch in Hollerküchlein, Gelee oder Eis zur Geltung.

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Frisch gepflückt aus dem Fett herausgebacken - Hollerküchlein sind nur eines der tollen Holunderblüten-Rezepte der Saison.

Es gibt wohl keinen bayerischen Bauernhof, neben dem nicht ein Holunderstrauch, botanisch Sambucus, wächst. Der Brauch, einen „Holler“, „Holder“ oder „Fliederbeerbusch“ als „Lebensbaum“ neben das Haus zu pflanzen, hat seine Wurzeln in der nordischen Mythologie der Germanen. Sie glaubten, dass sich die Göttin Freya, Beschützerin von Haus und Hof, den Holunder als Wohnsitz gewählt hatte. Von der Idee einmal abgesehen, dass der Holunder Unheil vom Haus fernhalten soll, ist der Sambucus ein schönwüchsiger Baum mit reichen Blütendolden und später dunkelroten bis schwarzen Beerenfrüchten. Sowohl Blüten als auch Früchte gelten in der Küche als Delikatesse.

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Die besten Holunderblüten-Rezepte

Die meisten Sammler verarbeiten die Blüten ausschließlich zu Sirup. Doch kommt der zarte Geschmack der Holunderblüten in einer Menge mehr Rezepte zur Geltung. Egal jedoch, wofür man sie verwendet, die Blüten unbedingt mittags bei Sonnenschein sammeln, weil sie dann das stärkste Aroma haben. Und natürlich nur Sträucher wählen, die nicht an einer stark befahrenen Straße wachsen.

Holundersirup selbst herstellen

Zutaten

  • 25 Holunderblüten
  • 1 Zitrone und 1 Orange (je unbehandelt)
  • 1 kg Zucker
  • 25 g Zitronensäure (Apotheke)

Zubereitung Holundersirup

Holunderblüten verlesen und ausschütteln, damit eventuell vorhandenes Ungeziefer herausfällt. Zitrone und Orange heiß waschen und in Scheiben schneiden. 1 Liter Wasser, Zucker und Zitronensäure gut aufkochen, bis der Zucker sich komplett aufgelöst hat. Holunderblüten, Zitronen- und Orangenscheiben in einem sauberem Schraubglas schichten. Sirup darauf geben. Abgedeckt drei Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Zwischendurch umrühren. Durch ein feines Sieb oder Mulltuch gießen, erneut aufkochen und heiß in saubere Flaschen füllen. Fest verschließen, kühl und dunkel lagern. Hält sich ungeöffnet etwa ein Jahr.

Holunderblüten-Küchlein (Holler-Küchlein) backen

Zutaten

  • 120 g Mehl
  • 250 ml Milch
  • 2 Eigelb (Eiweiß aufbewahren)
  • ½ Teelöffel Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Zucker
  • Puderzucker
  • Circa zehn Holunderblüten

Zubereitung Holunderblüten-Küchlein

Alle Zutaten außer dem Eiweiß zu einem dickflüssigen Teig verrühren, je nach Geschmack süßen. Eine halbe Stunde quellen lassen. Eiweiß zu Schnee schlagen und unter den Teig heben. Dolden am Stiel nehmen. Einzeln in den Teig tauchen, unter Schütteln schwimmend im Frittierfett hellgelb backen. Auf einem Sieb abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Holunderblütengelee kochen

Zutaten

  • 350 ml Weißwein
  • 12 Holunderblütendolden
  • 550 ml Apfel- oder Orangensaft (Direktsaft oder frisch gepresst)
  • 500 g Gelierzucker (2:1)

Zubereitung Holunderblütengelee

Holunderblütendolden mit dem Kopf nach unten in ein flaches Gefäß legen. Mit Weißwein auffüllen, damit die Blüten bedeckt sind. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Wein durch ein Sieb gießen und zusammen mit Apfel- oder Orangensaft und Gelierzucker nach Packungsanweisung etwa 3 Minuten kochen lassen. Die Gelierprobe machen und das Gelee sofort randvoll in saubere Schraubgläser füllen. Gläser sofort fest verschließen.

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Holunderblüteneis machen

Zutaten

  • 300 ml Milch
  • 9 Holunderblütendolden
  • 3 Eigelb
  • 100 g Puderzucker
  • 225 g Schlagsahne
  • (Beeren)-Früchte nach Wunsch

Zubereitung Holunderblüteneis

Holunderblütendolden mit dem Kopf nach unten in ein flaches Gefäß legen. Mit Milch auffüllen, damit die Blüten bedeckt sind. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Holunder-Milch durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf leeren. Eigelb, Puderzucker und 1 EL Wasser mit den Quirlen des Handrührers dick-cremig aufschlagen. Milch aufkochen und unter Rühren langsam zur Eigelbmischung geben. Mischung zurück in den Topf schütten und unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen kurz aufkochen, bis sie dicklich und schaumig wird. Abkühlen lassen.
Sahne steif schlagen, unter die Milchmischung rühren und in die laufende Eismaschine gießen. Etwa 20 bis 30 Minuten cremig gefrieren lassen. Mit einem Eiskugelformer zu Kugeln formen und in Glasschalen servieren. Eventuell mit Früchten verzieren.

Friteusen

Katrin Hoerner

von

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