Der Preis ist Eis

Kugel für 1,50 Euro: Warum wird Eis immer teurer?

Ein paar Pfennige für eine Kugel Eis? Das ist Geschichte. Heute zahlen Kunden bis zu 1,50 Euro. Wir erklären die Preisexplosion.

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Eisverkauf

Trotz gestiegener Preise ein großer Hit: Eisdielen sind in diesem Jahr sehr erfolgreich.

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als wir für eine Kugel Eis schlappe 30 Pfennige berappen mussten? Ehrlich gesagt: wir auch nur noch sehr dunkel. Denn seit Jahren steigen die Preise gefühlt unaufhöhrlich an. In einigen Städten zahlen Kunden bis zu 1,50 Euro – pro Kugel. Wenn man die Inflation ignoriert kommt das einer Verzehnfachung des Preises gleich. Zumindest in einigen Teilen Deutschlands, denn nicht überall sind die Preise so explodiert wie beispielsweise in Stuttgart oder Hamburg. Bremen beispielsweise liefert noch immer Eisgenuss bei knapp einem Euro. Aber auch das dürfte sich bald ändern: Ohne Preisanpassungen droht vielen alten Eisbars das Aus.

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Rohstoffkosten bringen Eisdielen in Not

Die Sprecherin der Union der Italienischen Speiseeishersteller, Annalisa Carnio, zeigt sich im Gespräch mit Deutschlandfunk Nova alles andere als begeistert von den ewigen Fragen der Journalisten zur „Kostenexplosion”. Denn letztendlich seien die Preise nur Teil der allgemeinen Kostenentwicklung: Die Rohstoffe der kalten Kugeln werden immer teurer. Annalisa Carnio spricht in diesem Zuge von einer nur konsequenten Preisanpassung, konträr zur oft beschworenen Preiserhöhung. Und tatsächlich: Vanille, die Kernzutat der noch immer beliebtesten Eissorte, kostet je Kilo inzwischen 600 Euro. Wer hier nicht auf billige und künstliche Aromen setzen möchte, bezahlt entsprechend. Dazu kommen ebenfalls steigende Kosten für Miete, Strom und Mitarbeiter. Wenn Eiskugeln all das finanzieren (und am Ende im Idealfall noch Gewinn abwerfen) sollen – auch bei wetterbedingt vielleicht schwächerem Laufpublikum – ist es unausweichlich, dass der Preis je Kugel steigt.

Der Preis von Eis: Deutschland noch Human

Tatsächlich ist Deutschland beim Eispreis im internationalen Schnitt gar nicht so teuer, wie vielleicht anzunehmen wäre. Im europäischen Ausland gehen die Preise nach Auskunft der Expertin noch deutlich weiter. In Italien blechen die eishungrigen Kunden zwischen 1,80 und 2,50 Euro. Da kann man bei uns wohl doch noch ohne allzu große Gewissensbisse zugreifen.

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