Unkrautvernichter in Edel-Eiscreme?

Glyphosat in Ben & Jerry's: Experten warnen vor Verzehr!

Glyphosat ist international stark umstritten. Nun wurde das giftige Unkrautvernichtungsmittel sogar in „Ben & Jerry's”-Eiscreme nachgewiesen. Forscher sprechen von gesundheitsgefährdenden Mengen.

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Ben & Jerry's Glyphosat

Experten warnen: In Ben & Jerry's fand man gefährliche Mengen Glyphosat. Der Hersteller wiegelt ab.

Mit dem Rezept „von allem zu viel” warb Ben & Jerry's augenzwinkernd für seine Premium-Eiscreme, die man sich auch premiummäßig bezahlen lässt. Im aktuellen Skandal geht es aber nicht um leckere Zutaten, sondern um zu viel von einer unerwünschten Zutat.

13 von 14 Proben belastet!

Forscher aus Frankreich und Großbritannien haben in Eiscreme von Ben & Jerry's das umstrittene und giftige Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen. Die Wissenschaftler präsentierten Ihre Ergebnisse auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europäischen Parlament. Die Ausmaße des Skandals: flächendeckend. In Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern kamen insgesamt 14 Proben unter die Lupe. In 13 der untersuchten Exemplare habe man einen Glyphosatanteil von bis zu 1,23 Nanogramm per Milliliter gefunden. Das läge zwar unter den aktuellen gesetzlichen Grenzwerten, die Forscher sehen in der Belastung durch die Chemikalien aber ein Gesundheitsrikiso.

Forscher warnen vor Gift in Ben and Jerry's – Hersteller unbeeindruckt

In Brüssel sprachen die Wissenschaftler also eine klare Warnung vor dem Verzehr des Eises aus. Der Hersteller Unilever zeigt sich unbeeindruckt: die nachgewiesenen Glyphosatspuren seien vollkommen normal, die Grenzwerte nicht überschritten. Die Produkte seien also sicher und könnten bedenkenlos verzehrt werden. Weiter heißt es in der Erklärung: Glyphosat werde weltweit in der Landwirtschaft eingesetzt. Moderne Testmethoden könnten im Labor selbst kleinste Mengen feststellen – in nahezu allen Lebensmitteln. In parallel getesteter Bio-Eiscreme stellten die Forscher übrigens keine Belastung fest.

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Glyphosat: Überholte Grenzwerte und schwere Folgen

Für viele Forscher gelten die aktuellen Grenzwerte als überholt. Selbst wenn die Werte nur ein Zehntel der maximalen Grenzwerte erreichen, sind bei regelmäßigem Verzehr belasteter Lebensmittel ernsthafte Nieren- oder Leberschäden nicht auszuschließen. Die Krebsforschungsagentur der WHO vermutet außerdem, dass Glyphosat beim Menschen krebserregend ist. Das würde nicht verwundern, denn das Gift ist ein „Totalherbizit” und tötet auf den Äckern jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz des Herbizids überlebt – das ist nichts, was man in seinen Lebensmitteln finden möchte. Glyphosat ist aber allgegenwärtig: Es kommt in Deutschland auf etwa 40 Prozenz der Ackerflächen zum Einsatz. Die Folgen sind kaum abzusehen, nach Angaben des BUND lässt sich das Vernichtungsmittel im Urin von bereits 70 Prozent aller Deutschen feststellen.

Test-Set für Glyphosat

Erik J. Schulze

von

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