Wissenswertes kurz erklärt

Ernährungs-Serie: Was is(s)t man bei makrobiotischer Ernährung?

Ernährung im Gleichgewicht von Yin und Yang – Makrobiotik ist neben Ernährung auch eine Menge Philosophie. Und laut ihrem Begründer auch zur Heilung aller Krankheiten geeignet. Was ist dran an diesem Mythos – eKitchen hat für sie recherchiert.

Datum:
Reis

Reis stellt bei der makrobiotischen Ernährung den Hauptbestandteil der Mahlzeiten dar.

Der Begriff „Makrobiotik“ taucht schon bei den griechischen Philosophen der Antike auf. Sie beschreiben damit einen Lebensstil, der durch eine einfache Ernährung geprägt ist und ein langes und gesundes Leben verspricht. Die moderne Makrobiotik kommt aus Japan und wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Militärarzt Sagen Ishizuka begründet und seitdem ständig weiterentwickelt. Die makrobiotische Ernährung basiert auf der Annahme, dass für eine gesunde Ernährung ein Gleichgewicht aus Natrium und Kalium erforderlich sei, als Hauptnahrungsmittel komme nur Vollkorngetreide, hauptsächlich brauner Reis, in Frage und Nahrungsmittel sollen regional, saisonal und möglichst naturbelassen sein. Auf Obst, Fleisch und Milchprodukte solle verzichtet werden und auch Getränke sollen nur sehr sparsam zu sich genommen werden.

„Heilung durch Essen“

Populär wurde die Makrobiotik durch Georges Ohsawa, der durch diesen Lebensstil angeblich von Tuberkulose geheilt wurde und sich daraufhin der Verbreitung der makrobiotischen Lehre verschrieben hat. In die westliche Welt kam Makrobiotik durch Micio Kushi, der 1949 zum Studium in die USA kam und feststellte, dass dort viele Nahrungsmittel, die er für seine makrobiotische Ernährung benötigte, nicht erhältlich waren, woraufhin er einen der ersten Naturkost-Vertriebe der USA und das Kushi-Institut gründete, das sich der Verbreitung und Weiterentwicklung der makrobiotischen Lehre verschrieben hat.

„Zu einseitig. Nicht geeignet für Schwangere, Stillende und Kinder.“

Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) lehnt die strikte makrobiotische Ernährung ab. Die einseitige Lebensmittelauswahl führe zu Mangelerscheinungen, die gerade bei sehr jungen Kindern vermehrt zu Rachitis, einer schwerwiegenden Störung des Knochenwachstums, führen kann. Ebenso sei der Anspruch, jegliche Krankheiten heilen zu können, nicht haltbar und gefährlich. Eine gemäßigte Variante wird auf Grund der Aufnahme von viel Vollkorngetreide von der DGE positiv beurteilt, da auf diesem Weg wichtige Kohlenhydrate und Ballaststoffe aufgenommen werden.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.