Irre Entscheidung

Schlechtere Bedingungen für Tiere: EU-Abstimmung macht Ärger

Supermärkte verlangen von ihren Lieferanten oft höhere Tierwohl- und Umweltstandards als es Gesetze vorsehen. Der EU-Agrarausschuss will das unterbinden.

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Schweine

Erhöhte Umweltstandards könnten bald unterbunden werden.

Diese Entscheidung kann wohl keiner wirklich verstehen: Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat kürzlich für eine neue HaDndelsrichtlinie abgestimmt, die es vorsieht, freiwillige Umwelt- und Tierwohlstandards von Handelsunternehmen zu verbieten. Somit soll es Märkten nicht mehr möglich sein, in diesen Bereichen erhöhte Anforderungen als das gesetzliche Mindestmaß an ihre Lieferanten zu stellen. Das irritiert – warum sollte ein EU-Ausschuss gegen verbesserte Bedingungen in der Tierhaltung stimmen? Denn auch, wenn sich viele Tierwohlinitiativen der großen Ketten als Augenwischerei erweisen: die aktuellen Mindestanforderungen auf gesetzlicher Ebene sind wirklich nur das: absolutes Minimum. Initiativen aus der Wirtschaft sollten also in jedem Fall willkommen sein.

Supermärkte irritiert: Kaufland schlägt Alarm

Ein Raunen geht durch die Handelsunternehmen. Frank Hirnschal, Vorstand Einkauf von Kaufland, ruft Tierschutzverbände und Umweltorganisationen dazu auf, gemeinsam gegen die Entscheidung vorzugehen: „Mit diesem EU-Verbot sollen kleine landwirtschaftliche Betriebe geschützt werden. Aber das Gegenteil ist der Fall: Es nimmt gerade kleinen und mittelständischen Betrieben die Möglichkeit, rentable Nischen zu entwickeln und sich im Wettbewerb zu behaupten.” – viele der bisherigen Initiativen wären unter den neuen Bedingungen wohl nie zustande gekommen.