„Goldener Windbeutel”

Dreist: Dieser „Kinderkeks” von Alete ist gar nichts für Kinder!

Dieser Keks besteht zu mehr als einem Viertel aus Zucker. Trotzdem steht er als „Kinderkeks” in den Regalen. Diese Dreistigkeit wurde nun mit dem Negativpreis „Goldener Windbeutel” ausgezeichnet.

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Alete Kinderkeks

Für Kinder ungeeignet: Der Alete Kinderkeks enthält viel zu viel Zucker.

Der Goldene Windbeutel ist der Preis für die dreisteste legale Werbelüge. 2017 geht diese zweifelhafte Auszeichnung an den Baby- und Kindernahrungshersteller Alete und deren „Kinderkeks”. Denn der ist mit einem Zuckeranteil von 25 Prozent nicht sonderlich babygerecht, finden die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und die über 73.000 Teilnehmer der Abstimmung für den Windbeutel des Jahres. Knapp die Hälfte aller Stimmen votierten für den extrem süßen Alete-Snack. Dass ein Produkt, das einen größeren Zuckeranteil als ein McDonalds-Schokomuffin aufweist, nicht gerade auf Gegenliebe stößt, ist eigentlich keine große Überraschung. Besonders makaber: Alete vermarktet seine Kinderkeks entgegen den Empfehlungen von Medizinern schon für Säuglinge ab dem achten Monat „zum Knabbernlernen". Foodwatch kritisiert: „Alete nutzt sein positives Image bei Eltern aus, um auf Kosten der Kleinsten Kasse zu machen.”
Das war die Konkurrenz:
  1. 49,95 Prozent: Alete Kinderkeks enthält 25 Prozent Zucker und ist ungeeignet für Kinder
  2. 16,48 Prozent: Unilever Becel Omega-3 Pflanzenöl wirbt mit wertvollen Omega-3. Normales Rapsöl ist aber günstiger und enthält rund ein Drittel mehr dieser wichtigen Fettsäure.
  3. 15,31 Prozent: Continental Foods Lacroix Ochsenschwanzsuppe enthält keinen Ochsenschwanz
  4. 13,81 Prozent: Kellog's Urlegenden Müsli wirbt mit ursprünglichen Zutaten, enthält aber nur 2,5 Prozent Quinoa. Dazu kommen Palmöl, Aroma, Zusatzstoffe und eine Menge Zucker.
  5. Bauer Protein Drink Vanille ist eine überteuerte Vanillemilch mit überflüssigem Proteinzusatz.

Zweiter Windbeutel des Jahres für Alete

Foodwatch forderte den Babynahrungshersteller auf, das Produkt vom Markt zu nehmen und sein Sortiment zu überarbeiten. Alete hat etwa 30 Prozent seiner Babyprodukte Zucker beigemischt – gegen den Rat von Ärzten. Nicht das erste Mal, dass Alete mit ungesunden Produkten auffällt: Schon 2014 gewann Alete den Goldenen Windbeutel. Bis heute ignoriert der Lebensmittelhersteller die Warnungen, dass flüssige Trinkbreie häufig zu Überfütterung und Karies bei Babys führen. Alle anderen Hersteller vergleichbarer Breie nahmen ihre Produkte inzwischen vom Markt. Immerhin: Auch wenn der diesjährige Preisträger vorerst in den Regalen bleibt: Die Kennzeichnung „Babygerecht” nimmt der Hersteller von der Packung. Für Foodwatch nicht genug – sie fordern Alete mit einer Online-Petition auf, das Produkt vollständig vom Markt zu entfernen. Alete zeigt sich stur: Man wolle den Preis nicht annehmen, nichts am Produkt sei „dreist” oder „gelogen”.
Erik J. Schulze

von

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