Extra knusprig

Der neue Brotbackautomat Croustina von Panasonic im Test

Wenn es in der Wohnung ebenso köstlich duften soll, wie beim Bäcker, muss ein Brotbackautomat ins Haus. Panasonic will mit dem neuen Modell Croustina ein Gerät entwickelt haben, dass besonders schöne und knusprige Brote backt. eKitchen hat das Gerät frisch von der IFA in die Küche gestellt und drauflos gebacken.

Datum:
Panasonic Croustina

Krosses Brot wie aus der Croustina von Panasonic ist ein Hochgenuss!

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der schlicht-funktionale Brotbackautomat Panasonic Croustina macht seinem Namen alle Ehre: Die Krusten der Brote aus diesem Gerät sind wirklich besonders schön und kross. Das habe ich bei anderen Herstellern schon weniger gut gesehen. Die Programme sind praxisgerecht ausgelegt, wer sich genau an die Anleitung hält, erlebt köstliche Erfolgserlebnisse. Einzig der hohe Preis stellt einen kleinen Wermutstropfen dar, schließlich gibt es funktionierende Apparate auch schon für ein Drittel des Preises. Aus denen kommen dann aber wahrscheinlich keine Brote mit extra knackiger Croustina-Kruste! Und das macht ein Brot zum großen Teil aus, oder?

Pro

  • Insgesamt gute bis sehr gute Ergebnisse
  • Gründliche Vermengung
  • Sehr schöne Kruste
  • Sehr leise
  • Motor klingt nicht angestrengt

Kontra

  • Voluminös
  • Recht hochpreisig

Brotbackautomaten

Ein Brotbackautomat macht den Gang zum Bäcker weitgehend überflüssig. Zumindest für den, der etwas Lust am Experimentieren hat und sich mit der immer gleichen Brotform abfinden mag. Dafür sind die Inhaltsstoffe kein Geheimnis mehr und es lässt sich mit etwas Erfahrung praktisch jede Zutat verwenden, egal ob süß oder pikant. Eine solche Auswahl gibt es nur in der eigenen Küche. So wie sie mit dem Croustina von Panasonic umsetzen lässt. Und wenn das Brot dann auch noch über die perfekte Kruste verfügt, die nicht nur optisch sondern auch haptisch ein Genuss ist, war die Kaufentscheidung richtig.

Panasonic Croustina Brotbackautomat: Technische Features

Mit den stolzen Abmessungen 34x27,3x40,4 Zentimetern steht der Brotbackautomat Panasonic Croustina wie ein Monolith auf der Arbeitsfläche. Ein speziell in England für den europäischen Markt entwickeltes Design mit abgerundeten Kanten macht das 7-Kilo-Trumm aus der oberen Preisklasse aber immer noch nicht zum Handschmeichler. Doch das liegt in der Natur der Sache, so ist die Geräteklasse nun mal konstruiert. Zwar gibt es auch andere Anordnungen von Garraum und Bedienfeld, und sicher ließe sich auch mit verschiedenen Materialien und vielleicht einem Schauglas im Deckel die Erscheinung etwas auflockern, doch dieser Apparat wurde allein auf die optimale Funktion hin entwickelt. Eine beschichtete Backform mit herausnehmbarem Knethaken im schlichten Gehäuse, Messbecher und Messlöffel – das war’s.
Panasonic_Croustina Ausstattung

Das Zubehör des Croustina von Panasonic: Die Backform mit Knethaken, Messbecher, Messlöffel und natürlich das große schwarze Gehäuse.

Die Form fasst insgesamt bis zu einen Kilogramm Teig inklusive Zutaten. Das gibt es bei anderen Herstellern zwar üppiger dimensioniert, hängt aber auch von der zu versorgenden Personenzahl ab und davon, ob man Lust hat, lange auf einem Brot herum zu kauen oder ob man sich lieber häufiger ein frisches backt. Der Aufwand hierfür ist minimal: Trockenhefe, Mehl, Zucker, Salz und Wasser in die Backform geben (gegebenenfalls weitere Zutaten nach dem ersten Kneten zufügen), Programm wählen, starten – und dann nach zwei bis sechs Stunden Ruhen, Kneten, Gären und Backen das eigene Brot genießen. Neben elf Standard-Brotprogrammen lassen sich auch Kuchenteige backen, Marmelade kochen und Pizzateig herstellen. Besondere Zubereitungen wie Brioche oder glutenfreies Brot finden sich ebenfalls in der Anleitung.
Das Bedienfeld ist klar strukturiert mit Knöpfen für die Menüwahl, Brotgröße, Bräunungsstufe, Start und Stopp. Außerdem finden sich unter dem Display Pfeiltasten zur Zeitvorwahl. Der Moment der Fertigstellung lässt sich hiermit punktgenau zum Frühstücksbeginn wählen, maximal 13 Stunden Vorlauf sind möglich. Die Kabellänge fällt mit 90 Zentimetern mäßig aus, mit bis zu 700 Watt arbeiten der kräftige Motor und das leicht schräg angeordnete Heizelement. Die Bedienungsanleitung mit Rezeptteil ist übersichtlich und verständlich, dem Serienumfang wird wohl noch ein zusätzliches Rezeptbuch beiliegen.

Panasonic Croustina im Test: Jetzt wird gebacken!

Mit fünf Rezepten wollen wir die Maschine testen: Ein schnelles Rosinenbrot, ein Krustenroggenvollkorn, ein Krustenbrot, ein Krustenvollkorn sowie ein Pizzateig stehen auf dem Plan. Zuerst geben wir die Zutaten für das große, schnelle Rosinenbrot in die Backform. Ein Teelöffel Trockenhefe, 500 Gramm Weizenmehl 550, 25 Gramm Butter, 1 1/2 Teelöffel Zucker, 1 1/4 Teelöffel Salz, 350 Milliliter Wasser sowie nach einer kurzen Knetzeit 150 Gramm Rosinen. Laut Menü elf soll das nach nur zwei Stunden ein tolles Brot ergeben. Jetzt noch die Bräunungsstufe wählen (hell) und die Brotgröße (L). Etwa 20 Minuten nach dem Programmstart gebe ich die Rosinen zu dem gekneteten Teig.
Panasonic_Croustina Rosinenbrot

Mit dem Programm „M11“ versuche ich zuerst ein schnelles, großes Rosinenbrot, das schon nach zwei Stunden fertig ist.

Ein nicht zu schriller Piepton signalisiert das Ende der Backzeit: Das Brot sieht sehr gut aus und hat eine wunderbar krosse und teilweise aufgerissene Kruste. Jetzt schnell aus der Form geschüttelt, der Knethaken bleibt hierbei sogar in der Form stecken. Erfahrungsgemäß ist er manchmal fest im Brot eingebacken und muss dann herausoperiert werden. Nach etwa zehn Minuten Abkühlzeit schneide ich den großen Laib an. Auch die Krume, also das Innere des Rosinenbrotes scheint perfekt. Es hat gleichmäßig strukturierte und nicht zu große Poren, gibt auf Druck federnd nach, duftet köstlich und schmeckt ebenso. Top!
Als nächstes ist der Gerätename Croustina Programm: Mit einem Krustenbrot, bei dem ich aber das Weizenvollkornmehl durch ein Roggenvollkorn ersetze. Das Menü 4 (Fünf Stunden) konnte den schweren Roggenteig nicht zur Perfektion bringen, das Ergebnis ist klein und steinhart. Selbst schuld. Hätte ich mich nur an die Anleitung gehalten, denn dieses Experiment ist fehlgeschlagen.
Panasonic_Croustina Missglückter Versuch

Dann versuche ich mich am Krustenvollkornbrot mit „M4“ aus. Allerdings verwende ich anstatt Vollkornweizenmehl Roggenvollkorn. Das klappt offensichtlich nicht ...

Jetzt also wieder streng nach Rezept im Menü 1. Überhaupt muss man sich beim Dosieren der Zutaten sehr genau an die Vorgaben halten. Denn die Mengen von Hefe, Salz und Zucker sind teilweise wirklich gering. Mit dem mitgelieferten Doppel-Messlöffel klappt das aber gut. So wie das Back-Ergebnis nach Anleitung: Das dunkel gebackene Krustenbrot ist gelungen, Aussehen und Geschmack sind ein Genuss.
Panasonic_Croustina Krustenbrot

Ein leckeres Krustenbrot genau nach Rezept.

Ein Vollkornbrot reizt mich trotzdem, und so starte ich einen erneuten Versuch, dieses Mal mit dem Rezept Krustenvollkorn, Menü 4. Immerhin 400 Gramm Weizenvollkornmehl müssen von 1 Teelöffel Trockenhefe angetrieben werden. Dafür lässt sich das Programm insgesamt fünf Stunden Zeit. Am Ergebnis gibt es nicht zu bemängeln. Tolle Kruste, schöne Krume und köstlich im Geschmack.
Panasonic_Croustina Krustenvollkorn Weizen

Und wie wird ein Krustenvollkorn mit Weizenmehl? Ebenfalls sehr schön.

Zum Abschluss der Dauerbackerei soll es ein Pizzateig sein. Die angegebene Menge Mehl von 450 Gramm ist reichlich bemessen und würde für zwei Bleche genügen, mir schmecken dünne Teige besser. Nach 45 Minuten ist der Pizzateig fertig geknetet und gegangen, ich nehme ihn aus der Form und lasse ihn nach Angabe zehn Minuten lang ruhen, bevor ich ihn auf dem Blech in Form drücke. Nach 20 Minuten bei 250 Grad ist dann auch die köstliche Pizza fertig..
Panasonic_Croustina Pizza

Pizzateig mixt der Apparat gründlich und lässt ihn schön gehen. Allerdings ist die Mehlmenge von 450 Gramm üppig.

Panasonic Croustina: Preis und Verfügbarkeit

Der Brotbackautomat Croustina von Panasonic feierte in Berlin auf der IFA 2018 sein Debut. Ab Oktober 2018 ist er im Handel erhältlich zu einer UVP von 299 Euro. Der Croustina ist vielleicht teurer als andere Brotbackautomaten, doch er macht seinem Namen alle Ehre und backt saftiges Brot mit knuspriger Kruste.

Brotbackautomaten

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.