Superfood–Serie

Urgetreide: Am Anfang war der Emmer

Von den vergessenen Urgetreide–Sorten ist der Emmer die älteste. Bei eKitchen erfahren Sie die wichtigsten und interessantesten Fakten. Außerdem haben wir ein paar leckere Rezeptideen für Sie.

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Die Emmer–Ähre

Emmer trägt auch den Namen Zweikorn. Der Grund sind die zwei nebeneinander wachsenden Körner an jedem Ährenabsatz.

Henne oder Ei? Pflanze oder Korn? Egal was zuerst da war, eins steht fest: Der Mensch erkannte vor 10.000 Jahren, dass in mancher Pflanze mehr steckt. So auch beim Emmer geschehen. Er ist neben Dinkel und Einkorn eine der drei Urgetreide–Sorten. Ist Dinkel längst wieder in aller Munde, tun sich Einkorn und Emmer schwer. Parallel nutzte der Mensch der Jungsteinzeit auch vermehrt die bis heute angebaute Gerste. Warum aber musste Emmer sowie die anderen alten Sorten den „neueren” weichen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Weg des geringsten Widerstandes entschied über sein Schicksal.

Emmer: Die Schwierigkeit des Anbaus

Zweikorn, wie Emmer auch genannt wird, hat die selben Vorteile wie anderes vergessenes Getreide. Er ist anspruchlos und gedeiht auch auf magerem und trockenem Boden. Das hat ihn für den sesshaft werdenden Mensch besonders interessant gemacht. Über Sprinkleranlagen verfügte man zu der Zeit schließlich noch nicht. Doch Emmer hat bis heute so seine Tücken. Den Erntezeitpunkt müssen Bauern so genau wie möglich abpassen. Die einzelnen Körner sind von festem Spelz umgeben. Zum einen schützt er das Korn, zum anderen ist das Herauslösen bzw. –dreschen schwieriger. Der optimale Zeitpunkt ist im Grunde vor dem großen Sommerregen, aber nachdem Emmer reichlich Sonne bekommen hat. Da in der Steinzeit alles Handarbeit war, musste der Emmer irgendwann dem leichter zu verarbeitendem Getreide weichen. Heute erlebt er seine verdiente Wiedergeburt. Im ökologischen Landbau darf er es sich aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften auf den Feldern bequem machen.
Emmersalat mit Basilikum und Tomate

Emmer ist die perfekte Grundlage für gehaltvolle Salate.

Emmer: Power für Körper und Küche

Für eine ausgewogene und bewusste Ernährung ist Emmer ein geeigneter Kandidat. Das Korn ist reich an Magnesium und Zink. Sie unterstützen Immunsystem, Stoffwechsel und die Muskeln. Außerdem liefert Zweikorn wichtiges Carotin. Dies ist für die Augen von Bedeutung. Weiterhin unterstützt Carotin die körpereigene Krebsabwehr. Warum das körnige Superfood noch so unbekannt ist, liegt also nicht an inhaltlichen Schwachstellen, sondern an der Bequemlichkeit des Menschen. Denn auch geschmacklich hat er einiges zu bieten. Emmer hat hervorragende Klebeeigenschaften, die den beliebten Weizen in den Schatten stellen. So eignet er sich zur Herstellung von Brot, Brötchen und Kleingebäck. Auch für zu Hause ist er eine geschmacksintensive Alternative. Er bringt ein würziges Aroma mit und aus ihm hergestelltes Brot hat eine ganz natürliche dunkle Farbe. Industriell hergestelltes dunkles Brot bekommt meist Malz zugegeben. Bei Emmer ist das unnötig – ganz natürlich.

Rezeptideen und wo Sie Emmer kaufen können

Emmer gibt es als Korn oder bereits gemahlen in Bioläden und Reformhäusern zu kaufen. Wenn Sie Glück haben, bietet sogar die Bäckerei um die Ecke Emmerbrot an. Bekommen Sie es nicht fertig gebacken, müssen Sie selbstverständlich nicht darben. Backen Sie es einfach selbst! Den fehlenden Brotbackautomaten, der Ihnen ein bisschen Arbeit abnimmt, finden Sie bei Amazon – jetzt stöbern und kaufen. Korn und Mehl bekommen Sie für einen durchschnittlichen Preis 4–5 €. Der Biolandhof Knauf bietet online ein leckeres Probierpaket aus separat verpacktem Roggen, Dinkel, Emmer und Weizen an – jetzt bei Amazon bestellen. Bereits gemahlenes Korn bekommen Sie von Chiemgaukorn – jetzt bei Amazon kaufen. Auch Nudeln sind lecker selbst gemacht und eine tolle Grundlage für variable Gerichte. Sie können Emmerkorn aber auch als separate Beilage servieren oder in Salat als Hauptbestandteil anrichten. Trauen Sie sich ruhig einmal an das Getreide unserer Urahnen. Dass es uns noch gibt, ist der beste Beweis seiner besonderen und gesunden Eigenschaften.
Katharina Mittag

von

Als wasch­ech­te mä­kel­bor­ger Diern, die schon als klei­ner Schie­ter mit bei­den Bei­nen im Mist stand und früh­mor­gens die Eier aus Ömings Hüh­ner­stall ge­sam­melt hat, weiß ich gute Küche und die Herkunft der Produkte zu schät­zen. Das heißt: Sel­ber ma­chen geht über sel­ber kau­fen – egal, ob Fleisch oder Ge­mü­se!

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