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Vergessenes Urgetreide – Dinkel, Emmer, Einkorn & Co.

Nach mehreren Jahrhunderten der Vergessenheit feiert Urgetreide sein Comeback. eKitchen verrät, warum es verschwand und was es so wertvoll macht.

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Urgetreide

Der Wunsch nach gesünderer Ernährung sorgt für ein wachsendes Interesse am Urgetreide.

Weizen, Roggen, Gerste und Hafer gehören zu den in Europa üblichen Getreidesorten und gelten als wichtiger Bestandteil unserer täglichen Ernährung, beispielsweise in Form von Brot, als Beilage oder in Müsli. Die drei Urgetreidesorten Emmer, Einkorn und Dinkel hingegen kommen bei uns sehr viel seltener zum Einsatz und das, obwohl sie ihren jungen Nachfahren einiges voraus haben.

Problematisch: Anbau und Ernte

Bereits vor 10.000 Jahren baute man die Urgetreidearten an. Sie galten damals lange als Hauptgetreidesorten, denn ihre hohe Haltbarkeit machte Emmer, Dinkel und Einkorn sehr beliebt – besonders in langen Wintern ein Vorteil. Doch mit wachsendem Fortschritt mussten sie den jüngeren und ertragreicheren Getreiden weichen.
Im Gegensatz zu Weichweizen brauchen Einkorn und Emmer länger zum Wachsen und ihre Erträge fallen um einiges geringer aus. Durch künstliche Düngung kann man die Erträge der Urgetreidearten zwar vergrößern, doch das führt auch zu längeren Getreidehalmen. Damit steigt die Gefahr, dass sie bei windigem Wetter und starkem Regen umknicken. Daher lässt man bei deren Anbau den Dünger lieber weg, was sie umso attraktiver für den biologischen Landbau macht.
Besonders tückisch ist außerdem der Erntezeitpunkt, denn diesen muss man so genau wie möglich abpassen. Die einzelnen Körner umgibt ein fester Spelz. Dieser schützt zwar das Korn, macht das Herauslösen und -dreschen aber um einiges schwieriger. Hier muss der Landwirt den optimalen Zeitpunkt erwischen, kurz vor dem großen Sommerregen aber nachdem das Urgetreide bereits genügend Sonne getankt hat. Dies ist ein weiterer Grund, warum zur Steinzeit, als man alles noch per Hand machte, die leichter zu verarbeiteten Produkte die Urkörner verdrängten.

Galerie: Urgetreide Angebote bei Amazon

Ein gesundes Comeback

Langsam aber sicher finden die alten Getreidesorten ihren Weg zurück in unseren Speiseplan, nachdem man sie jahrhundertelang vernachlässigte. Das haben sie zum großen Teil ihren gesundheitsfördernden Eigenschaften zu verdanken. Gerade Emmer und Einkorn enthalten viel Carotin, welches die Sehkraft und das Herz-Kreislauf-System stärkt. Auch viele Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Eisen sind im Urgetreide enthalten sowie jede Menge Aminosäuren und Vitamine. Für viele Weizenallergiker eignen sich die Urgetreidesorten als gesunde Alternative. Nur in einer glutenfreien Diät passen sie leider nicht rein.
Die Verarbeitung von Dinkel, Emmer und vor allem Einkorn erweist sich als etwas umständlich. Die Eigenschaften des Klebereiweißes in den Urgetreidesorten fallen schlechter aus als beim Weizen. Dadurch sind die Teige weicher, fallen oft zusammen oder zerfließen im Ofen. Es bietet sich an, Urgetreide-Brote in einem Kasten zu backen oder sich auf Mischbrote zu konzentrieren.
Da die Urgetreidesorten noch zu den seltener verwendeten Getreidesorten gehören, findet man sie als Korn oder bereits gemahlen meist in Bioläden und Reformhäusern. Auch online gibt es eine große Auswahl an Angeboten, etwa bei Amazon. Diese hat eKitchen für Sie in der obigen Bildergalerie zusammengefasst.

Urgetreide

Sabine Stanek

von

Von den leckersten Rezepten bis hin zu den praktischsten Gerätschaften – auf eKitchen berichte ich vom neusten Zubehör sowie von jeder Menge Tipps und Tricks rund um die Küche.

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