Trockene Angelegenheit?

WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go im Test

Ein Dörrautomat gehört nicht zur klassischen Ausstattung einer Küche. Dabei eröffnet so ein Gerät viele kulinarische Möglichkeiten. Das hat auch WMF erkannt und bringt mit dem Dörrautomat Snack to go ein attraktives und schlankes Gerät.

Datum:
WMF KÜCHENMINIS Dörrautomat Snack to Go Test

Kompakt, attraktiv und vielseitig: Der WMF Küchenminis Dörrautomat macht einen guten Eindruck.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Klein aber fein? Tatsächlich! Der schicke und platzsparende WMF Küchenminis Dörrautomat snack to go macht seinen Job so gut wie die größere Konkurrenz. Ästhetisch ansehnlich, leistungsstark aber trotzdem flüsterleise präsentiert sich der WMF Dörrautomat ohne schwerwiegende Kompromisse. Die Plastikteile dürften sich etwas wertiger anfühlen, der Abwasch ist nicht immer einfach und auch der Platz im Mini erfüllt nicht jedermanns Anforderungen. Wer aber ein attraktives Dörrgerät sucht, das nicht die Welt kostet und auch noch schick aussieht ist hier richtig.

Pro

  • Attraktives Design
  • Einfache Bedienung
  • Platzsparende Abmessungen
  • Leise Arbeitslautstärke
  • Makellose Dörrergebnisse

Kontra

  • Mittelmäßige Verarbeitung der Dörrgitter
  • Nicht spülmaschinengeeignet
  • Für Power-User zu kleine Dörrfläche

WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go

Dörrautomaten sind in der Regel sperrig, laut und in der Benutzung nicht gerade pflegeleicht. Aber warum ist das so? Das hat sich offenbar auch der Haushaltsartikelhersteller WMF gedacht – und die Reihe der Küchenminis um den Dörrautomat Snack to go erweitert. WMF vermarktet den Dörrautomaten als Begleiter eines mobilen und bewussten Lifestyles, für Menschen, die auch beim Snacken keine Kompromisse eingehen möchten (auch wenn Dörrobst natürlich ebenfalls einen hohen Zuckeranteil aufweist). Schon beim Auspacken überraschen die tatsächlich sehr kompakte Form und das geringe Gewicht der Maschine. Trotzdem soll der kleine Dörrautomat genau so viel leisten wie deutlich größere – und auch teurere – Geräte. Denn ob Dörröbst, Müsliriegel, knusprige Chips, Beef Jerky oder zartes Fruchtleder: ein Dörrautomat ist wesentlich vielseitiger als man auf den ersten Blick glaubt. Im Test haben wir uns den WMF Küchenmini genauer angesehen und verraten, was er wirklich leistet.

WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go: Aufbau und erster Eindruck

WMF Dörrautomat Müsliriegel

Attraktives Design, vielfältige Funktion: Sogar Müsliriegel für unterwegs lassen sich dank einer beiliegender Silikonform zubereiten.

Wie gesagt: Wenn Sie konventionelle Dörrautomaten kennen, dürften Sie beim ersten Auspacken des Küchenminis überrascht sein. Denn der Snack to go ist wirklich mini. Mit seinen sanften Rundungen und optischen Elementen aus Edelstahl, schwarzem und klarem Kunststoff sieht dieser Dörrautomat angenehm modern aus. Optisch passt er selbstverständlich zu anderen WMF-Gadgets wie der WMF 3in1 Eismaschine – aber auch neben Küchengeräten wie beispielsweise dem Severin Kaffeeautomat mit Mahlwerk KA4812 macht der Dörrautomat eine ordentliche Figur. Super: es fällt kein unangenehmer Plastikgeruch auf. Der erste Eindruck ist also durchaus positiv. Der Aufbau gestaltet sich sehr einfach. Nach einer rudimentären Grundreinigung mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel lassen sich die leider etwas wackeligen Dörrgitter ohne Probleme aufeinanderstapeln. Hier vermissten wir aber ein haptisches oder akustisches Signal, dass die Gitter wirklich richtig aufeinanderstehen. Es soll ja schließlich keine Luft entweichen. Nach einem dreißigminütigen Testlauf zum Vermeiden einer ungewünschter Geruchsbildung ist das Gerät einsatzbereit. Und auch für die Nachbereitung ist WMF vorbereitet: Damit man dem Namenszusatz Snack to go gerecht wird, sind kleine Transportbehälter mit dabei. Hier der Lieferumfang im Überblick:
  1. Grundgerät mit Bedienfeld
  2. Fünf Dörrgitter
  3. Deckel mit Lüftungsschlitzen
  4. Aufbewahrungsbehälter (zwei Größen)
  5. Müsliriegelform aus Silikon
  6. Müsliriegel-Box
  7. Anleitung
  8. Rezept-Booklet

Drei Knöpfe und ein Rad: WMF Dörrautomat mit einfacher Bedienung

Kitchenminis Airdryer Snack to go

Verständlich: Bei der Bedienung des WMF Küchenminis Dörrautomaten Snack to go kommen keine Fragen auf.

Ähnlich selbsterklärend wie der Aufbau gestaltet sich auch die Bedienung des Dörrautomaten. Ein Knopf schaltet das Gerät an und aus, ein anderer startet bzw. pausiert den Dörrvorgang. Der Set-Knopf wirkt im Zusammenspiel mit einem Auswahlrad: Nach dem Anschalten stellen Sie sowohl die gewünschte Temperatur (30 bis 70 °C in Fünferschritten) als auch die Dörrdauer (halbstündig bis 24 Stunden) ein. Das alles funktioniert so selbstverständlich, dass ein Blick in die Anleitung nicht zwingend notwendig ist. Die ist aber hilfreich bei der Auswahl des zu dörrenden Garguts: WMF präsentiert in einer schlichten Liste Informationen und Tipps zu den Optionen. Neben einer kurzen Anleitung für die optimale Vorbereitung, Menge und Dicke eines Produkts sind auch die jeweiligen Einstellungen und die zu erwartende Konsistenz aufgelistet. Für Einsteiger eine wertvolle Hilfe. Komplette Rezepte finden Sie in einem beiliegenden, farbenfrohen Booklet.

Fruchtiges Vergnügen? Dörrautomat im Einsatz

Getrocknete Mango Dörrautomat

Noch sieht das Obst frisch aus: Mangos und Äpfel warten auf ihre Trocknung im Dörrgerät.

Um ein möglichst vielseitiges Bild zu zeichnen, landen im Testverlauf verschiedenste Zutaten mit entsprechend unterschiedlichen (End-)Konsistenzen im Dörrgerät. Zugeschnittene Mangos verwandeln sich in angenehm gummiartige Frucht-Streifen, Kiwi- und Bananenscheiben sind nach wenigen Stunden knusprige Chips, und feine Kakiwürfel entwickeln eine leichte Luftigkeit, die an Schaumgummi erinnert. Viele Zutaten benötigen eine individuell angepasste Garzeit, oft dürfen Sie das Dörrgut aber auch ohne Probleme kombinieren. Mango und Ananas lassen sich beispielsweise gemeinsam für etwa acht Stunden bei 70 °C dörren. Kräuter trocknen Sie jedoch bei nur vier bis sechs Stunden bei 40 °C und benötigen deshalb einen separaten Durchgang. Je nach Dicke und Feuchtigkeit der Zutaten varriiert die benötigte Zeit, die meisten von WMF vorgeschlagenen Zeiten pendeln aber um die acht Stunden. Das ist keine kurze Zeit, im Test lief das Gerät deshalb über Nacht oder während eines Arbeitstages. Die Arbeitslautstärke überrascht. Mehr als ein leises Brummen tönt nicht aus dem Gerät, vergleichbar vielleicht mit einer niedrig eingestellten Lüftung im Auto. Hinter einer verschlossenen Tür ist das Geräusch nicht mehr zu hören – andere Dörrgeräte sind da um ein Vielfaches lauter.

So gut wie aus dem Supermarkt? So sind die Dörrergebnisse

Dörrobst Vergleich

Vorher/Nachher: Diese Ananas ist nicht mehr ganz so saftig – aber noch aromatischer.

Im Supermarkt locken aromatische Bananenchips, süße Sultaninen und knackige Müsliriegel. Die Herstellung dieser Produkte ist durchgetaktet und die Qualität gleichbleibend. Können selbstgemachte Snacks da mithalten? Bedingt. Denn wie es mit Naturprodukten nun einmal so ist, varriiert die eigene Beschaffenheit und die Qualität der Vorbereitung nach Tagesform. Im ersten Anlauf mit dem WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go sind beispielsweise die Ananasstücke im Kern noch recht saftig geblieben. Lecker, aber eben nicht vollständig gedörrt. Eventuell waren die Stücke zu dick geschnitten oder die Einstellungen nicht perfekt – hier ist Erfahrung gefordert. Dazu scheint die Luftzirkulation nicht vollends perfekt zu sein: Stücke im unteren Bereich waren im Test häufig intensiver getrocknet. Wenn es aber klappt, klappt es richtig. Selten waren Kiwi-Chips so erfrischend sauer und trotzdem knackig. Dazu kommt der wohl wichtigste Vorteil des individuellen Dörrens. Haben Sie jemals gedörrte Khaki-Sticks im Supermarkt gesehen? Wir auch nicht. Und ganz verständlich, warum viel Trockenobst zusätzlich gezuckert ist, ist es für uns auch nicht. Auch auf den leicht ranzigen Geschmack des gern verwendeten Schwefelzusatzes in Trockenpflaumen und -aprikosen verzichten wir gern. Mit einem eigenen Dörrautomat entfallen diese Nebenwirkungen. Die perfekte Kontrolle über Grundzutaten und Zusätze gibt es eben nur, wenn Sie es selber machen. Ein bisschen experimentieren gehört aber dazu.
Erik J. Schulze

„Der WMF Küchenminis Dörrautomat hat mich zum Dörrobst-Fan gemacht. Lecker!“

Erik J. Schulze,

IFA 2017 WMF Küchenminis Video abspielen

WMF stellt auf der IFA 2017 die vierte Generation der Küchenminis vor. Neben einem Reiskocher, einem Toaster und einem Zerkleinerer hat es besonders der Mini-Dörrautomat unserem Redakteur angetan.

WMF Dörrgerät: Darum sollten Sie nicht im Ofen dörren

Sonnengetrocknete Kräuter sind nicht ungewöhnlich, auch ofengedörrte Früchte kennt man. Wieso also in einen Dörrautomaten investieren? Die Gründe sind einleuchtend. Dass die Sonne nur im Sommer genug Kraft entwickelt, um wirklich Wirkung zu zeigen, ist klar. Aber wieso soll dann nicht der Ofen aushelfen? Einmal geht es um Strom: Ein Ofen muss erst sein gesamtes Volumen auf Temperaturbringen und dann halten – ein echter Energiefresser. Besonders, da beim Dörren im Ofen immer etwas wie ein Holzlöffel in der Tür stecken sollte, damit überschüssige Feuchtigkeit entweicht. Bei einer Leistung von 220 Watt ist ein achtstündiger Betrieb des Dörrautomaten auch nicht gerade eine Schonkur für den Energiehaushalt, im Vergleich zum Backofen liegen hier aber Welten. Dazu kommt die Möglichkeit des niedrigstufigen Dörrens: wer fast alle Vitamine erhalten möchte und auf Rohkostqualität setzt, dörrt bei maximal 40 °C. Der WMF Dörrautomat startet bei 30 °C, viele gängige Backöfen fangen bei 50 °C erst an.

Ist dieser WMF Küchenmini zu klein für seine große Aufgabe?

Dörrautomat Ananas

Die Standardausstattung des WMF Küchenminis Dörrautmat Snack to go bietet in etwa den Platz von zwei Backblächen. Möglich ist das, da ein gerätetypischer Lüftungsschacht in der Mitte des Geräts fehlt.

Nur weil es mit Absicht klein ist, heißt es nicht, dass die Größe des Geräts auch wirklich sinnvoll sein muss. Die Sache an Dörrgut ist, dass das Endergebnis deutlich leichter und ungleich kleiner ist als die naturbelassenen Zutaten. Die zurechtgeschnittenen Stücke einer ganzen Ananas füllen bei gleichmäßiger Beladung knapp vier der fünf mitgelieferten Bleche – am Ende passen die Stücke aber in eine der kleinen, mitgelieferten Transportdosen. Zusammengerechnet kommt man beim Snack to go und seinen fünf Dörrgittern auf eine Fläche von 2.362,5 Quadratzentimeter. Das ist etwas weniger als zwei gängige Backbleche im Ofen – also prinzipiell okay. Bei breiteren Zutaten wie Apfelringen braucht es also mehrere Durchgänge um eine wirklich befriedigende Menge herzustellen. Hier stößt der Minidörrautomat an seine Grenzen. Aber WMF hat mitgedacht: Wer möchte, zahlt noch einmal drauf und bestellt sich bis zu drei weitere Dörrgitter (jetzt bei Amazon bestellen). Für den Einsatz im Alltag ist die Größe aber auch im Standardumfang ausreichend.

WMF Dörrautomat: Feine Gitter, unfeiner Abwasch

Je nach Beschaffenheit des Dörrguts ist es möglich, dass Teile festkleben und nur schwer vom Gitter zu lösen sind. Laut Anleitung sind die einzelnen Ebenen nicht für den Geschirrspüler geeignet. Kunden berichten allerdings von positiven Erfahrungen mit der Reinigung in der Spülmaschine, Aussagen, ob die Lebensdauer der Dörrgitter dadurch beeinträchtigt ist, treffen wir an dieser Stelle aber nicht. Probieren Sie es aus, wenn Sie sich trauen. Wenn Sie das Risiko nicht eingehen wollen, ist Handarbeit angesagt. Zwischen den feinen Maschen des Gitters ist es aber zum Teil schwer, klebrige Reste herauszuschrubben. Hier gibt es allerdings einen Trick: Verwenden Sie zugeschnittenes Permanentbackpapier. Achten Sie aber darauf, dass Sie die äußeren Ränder der Gitter nicht blockieren, schließlich soll dort noch die Luft zirkulieren.

WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go: Preis und Verfügbarkeit

Der WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go ist bereits im lokalen Handel und auch bei Amazon erhältlich. WMF gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 119,99 Euro an, in der Praxis ist es meist günstiger.

WMF Küchenminis Dörrautomat Snack to go

Erik J. Schulze

von

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