Des Kaisers Leibspeise

Die berühmtesten Gerichte der Welt: Girardi-Rostbraten

Franz Joseph I. war nicht nur ein Anhänger des Kaiserschmarrns: Er war auch sehr angetan vom (damals) günstigen Rindfleisch. Das galt allerdings nicht für ganz Österreich, weswegen diese besondere Rostbraten-Variante entstanden ist.

Datum:
Girardi-Rostbraten

Aus einer kleinen Schwindelei wurde ein bekanntes Gericht aus Österreich: der Girardi-Rostbraten.

Die Schauspielerin Katharina Schratt gilt als Erfinderin des Girardi-Rostbratens. Es soll sich, so die Erzählung, folgendermaßen zugetragen haben: Schon zu Lebzeiten der Kaiserin Elisabeth pflegte Katharina eine enge Freundschaft mit dem Kaiser Franz Joseph I. – eine Freundschaft, die, so heißt es, sogar von der Kaiserin gefördert wurde. Auch nach dem Tod der Kaiserin brach die Beziehung der beiden nicht ab: Der Kaiser unterstützte die Schauspielerin, die einen höherem Lebensstandard pflegte, als ihr Einkommen es ihr erlaubte, finanziell über Jahre hinweg. Über die genaue Natur dieser Freundschaft schwieg sich Katharina stets aus, es gibt allerdings auch keine Belege, dass die Beziehung über platonische Sympathie hinausging. Zumindest war der Kaiser ein häufiger Gast im Hause Schratt und es war Gang und Gäbe, dass jeder Gastgeber des Kaisers liebste Speisen zu servieren hatte. Unabhängig vom eigenen Geschmack. Nun pflegte Katharina allerdings auch Freundschaften mit anderen Menschen, so unter anderem mit ihrem Schauspielkollegen Alexander Girardi. Dieser war, im Gegensatz zum Kaiser, kein Freund des damals sehr günstigen Rindfleischs. Das wäre auch kein Problem gewesen, wäre Girardi nicht eines Tages unangekündigt bei Katharina aufgetaucht – ausgerechnet am selben Tag, als der Kaiser ihr einen Besuch abstattete. Um beiden Geschmäckern gerecht zu werden, wies Katharina ihren Köchen an, dass sie den vorbereiteten Rostbraten mit allem Gemüse, das sie in den Vorratskammern finden konnten, bedecken sollten, damit der Geschmack des Rindfleisches möglichst überdeckt werden würde. Die List gelang: Sowohl dem Kaiser, als auch Herrn Girardi, schmeckte der Rostbraten vorzüglich. So soll das Gericht damals entstanden sein.

Zutaten für 4 Portionen

4

Rumpsteaks, alternativ Beiried (ca. 180 Gramm), vom flachen Roastbeef geschnitten

1

imttelgroße Zwiebel, gewürfelt

1/4

Liter

Rindfleischbrühe

1/2

Becher

Sahne

1

Esslöffel

Estragon Senf

1

Esslöffel

grob gehackte Kapern

1

Schälchen

Champignons, gewaschen und in grobe Scheiben geschnitten

etwas Zitronenabrieb

2

hart gekochte Eier, gewürfelt und gemischt mit Petersilie

1

Esslöffel

Petersilie (mit den Eiern vermischen)

etwas Butterschmalz

etwas Mehl

etwas Salz

schwarzer Pfeffer, vorzugsweise aus der Mühle

Zubereitung

Klopfen Sie zunächst die Rumpsteaks sanft flach und schneiden Sie den oberen Fettrand dreimal ein. So verhindern Sie, dass sich die Stücke beim Braten zusammenziehen. Salzen und pfeffern Sie nun das Fleisch und wenden es anschließend leicht im Mehl. Anschließend braten Sie die Stücke im Butterschmalz an, sodass beide Seiten Farbe annehmen. Nehmen Sie das Fleisch danach zunächst wieder aus der Pfanne. Geben Sie dann stattdessen die Champignons hinzu, braten diese scharf an und geben zeitversetzt die Zwiebeln hinein. Gießen Sie das Ganze mit Rindsbrühe auf und lassen es einen Moment einkochen, nun das Fleisch wieder hinzugeben und bei schwacher Hitze für eine Stunde dünsten. Nun nehmen Sie alles wieder aus der Pfanne, geben stattdessen Senf, Kapern, den Zitronenabrieb und die Sahne hinzu und lassen alles einkochen, bis die gewünschte Menge erreicht wurde. Richten Sie das Fleisch nun auf vorgewärmten Tellern an, übergießen es mit der Sauce und streuen die gehackten Eier mit Petersilie darüber. Gut dazu passen zum Beispiel Bratkartoffeln und ein frischer Blattsalat.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.