Serie „Frisch vom Markt“

Zucchini: Kleiner Kürbis, großes Potenzial

Ab Juni kommen frische deutsche Zucchini auf den Markt. Das zart-aromatische Kürbisgemüse ist ein Allrounder in der Küche. Wenn es allerdings sehr bitter schmeckt, ist Vorsicht geboten.

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Zucchiniblüten gelten als Delikatesse: Eine Pflanze trägt sowohl weibliche als auch männliche Blüten.

„Kleiner Kürbis“ bedeutet der Name Zucchini übersetzt. Zucca heißt nämlich auf Italienisch Kürbis. Die meisten Zucchini, die Gärtner auf deutschen Märkten anbieten, sind grün, maximal 30 Zentimeter lang und erinnern äußerlich an die Gurke. Geschmacklich zeigen die beiden Gemüse aber wenig Ähnlichkeit. Zucchini sind weniger wässrig, schmecken nussig und haben jung geerntet ein kompaktes Fruchtfleisch mit kleinen Kernchen. Mittlerweile ist ins Zucchini-Angebot mehr Abwechslung gekommen, es gibt mittlerweile hellgrüne, weiße, gelbe und getigerte Exemplare oder kleine runde, die sogenannten Rondini.

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Ernte fast ohne Ende

Die Verwandtschaft der Zucchini zum Kürbis zeigt sich deutlich, wenn sie ausgewachsen ist. Es passiert Freizeitgärtnern immer wieder, dass sie mit der Ernte nicht nachkommen, denn eine Zucchinipflanze legt ein gewaltiges Wachstum an den Tag und produziert mehrere Früchte pro Woche. Wenn sie nicht rechtzeitig gepflückt werden, können sie bis zu 70 Zentimeter lang werden und ein Gewicht von fünf Kilo erreichen. Dann verdickt sich ihre Schale, ihr Fruchtfleisch verfestigt sich und die Kerne wachsen zu Zentimetergröße. In dieser Form kann man die Frucht mehrere Monate bis in den Winter hinein lagern und wie Kürbis zubereiten.
Das zart-aromatische Aroma der jungen Zucchini hat in der Küche viel zu bieten. Sie schmeckt gekocht, gebraten, gegrillt, gefüllt mit Fleisch oder vegetarisch und roh im Salat. Sie passt gut zu Auberginen, Tomaten, Paprika oder Pilzen und als Gemüsebeilage zu Fleisch und Fisch. Mit nur 21 Kilokalorien pro 100 Gramm ist die Zucchini zudem sehr kalorienarm.

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Weibliche und männliche Zucchiniblüten an einer Pflanze

Eine echte Delikatesse sind die gelben Zucchiniblüten. Jede Pflanze trägt sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Zuerst erscheinen die männlichen, sie sind größer und am langen Stängel zu erkennen. Die Früchte bilden sich an den weiblichen Blüten. Wer in der Küche nur die männlichen verwendet, der schmälert den Ertrag an Früchten nicht.
Zucchini halten sich im Kühlschrank bis zu zwölf Tage. Besser aber nicht unter 8 °C lagern. Außerdem sollten sie nicht in der Nähe von Tomaten, Äpfeln und anderen Früchten liegen, die Ethylen absondern. Das Gas lässt die Zucchini schnell reifen und verderben.

Bitter bis zum Erbrechen

Vorsicht ist geboten, wenn eine Zucchini sehr bitter schmeckt. Die Bitterstoffe sind aus Marktware herausgezüchtet. Durch Rückkreuzungen selbstgezogener Samen kann sich allerdings in dem Gemüse das Gift Cucurbitacin entwickeln. Beim Verzehr bitterer Früchte kann es zu schweren Vergiftungen kommen. Cucurbitacin kann zu Erbrechen und Durchfall führen und in schlimmsten Fall sogar zum Tod.

Zucchini gefüllt mit Rinderhackfleisch

Zutaten für vier Personen

  • 4 grüne Zucchini
  • 4 Stiele Petersilie
  • 300 g Rinderhack
  • 1 Tl Thymianblätter
  • Salz, Pfeffer
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne
  • 75 g geriebener Parmesan

Zubereitung

Zucchini waschen, abtrocknen und längs in der Mitte halbieren. Fruchtfleisch mit einem Löffel herauskratzen, so dass eine etwa fingerdicke Schale übrig bleibt. Ein Drittel des Fruchtfleischs und die Petersilie hacken. Mit Rinderhack und Thymianblättchen in eine Schüssel geben. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und alles gründlich vermischen. Zucchinihälften in eine Auflaufform setzen und mit der Hackmasse füllen. 100 ml Gemüsebrühe und 100 ml Schlagsahne mischen, salzen, pfeffern und in die Auflaufform gießen. Zucchini mit geriebenem Parmesan bestreuen und im heißen Ofen bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) auf einem Rost im unteren Ofendrittel 20 Min. zugedeckt backen. In den letzten Minuten den Deckel abnehmen.

Backöfen

Katrin Hoerner

von

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